DFB-Liveblog: Hitzlsperger kritisiert Nagelsmann: "Ihm fehlt es an Souveränität"
Nach dem unerwarteten Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Paraguay hat Thomas Hitzlsperger die Souveränität von Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisiert. Hitzlsperger äußerte sich in der Sportschau ausführlich über Nagelsmanns Auftreten und seine mögliche Zukunft als Bundestrainer, wobei er insbesondere wiederholte verbale Patzer als kritisch ansah.
Die Enttäuschung über die vorzeitige Heimreise ist bei den deutschen Nationalspielern groß. Deniz Undav brachte es auf den Punkt, indem er via Instagram mitteilte: „Wir haben Deutschland enttäuscht. Das sitzt. Mehr gibt es gerade nicht zu sagen.“ Auch Nick Woltemade, der im Elfmeterschießen gegen Paraguay scheiterte, drückte seine Gefühle aus: „Ehrlich… dass meine erste WM so zu Ende geht, trifft mich hart.“ Er betonte, Verantwortung übernommen zu haben, aber auch mit den Konsequenzen leben zu müssen. Der 24-jährige Profi von Newcastle United hatte bis zum Sechzehntelfinale noch keinen WM-Einsatz gehabt und wurde erst in der 88. Minute eingewechselt.
Reaktionen und Aufarbeitung nach dem Ausscheiden
Die Spieler des DFB-Teams verlassen nach und nach das WM-Quartier in Winston-Salem. Die Aufarbeitung des frühen Ausscheidens soll bereits in vollem Gange sein. DFB-Präsident Bernd Neuendorf ließ die Zukunft von Julian Nagelsmann offen und betonte, dass man nach einem solchen Tiefschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne. Vor der Abreise gab es noch ein Abschlussmeeting der Nationalspieler und des Stabes im Teamhotel „The Graylyn Estate“.
Sportschau-Reporter Alexander Schlüter berichtete von seinen Eindrücken unmittelbar nach der Niederlage. Er stellte fest, dass bei den Spielern viel Leere herrschte und nur Joshua Kimmich Wut zeigte. Schlüter bemerkte auch eine große Anspannung bei Julian Nagelsmann, der im Vergleich zu seiner Zeit beim FC Bayern weniger gelächelt und Dinge wegmoderiert habe. Nagelsmann selbst hatte einen Rücktritt trotz des frühen Ausscheidens ausgeschlossen.
Das frühe WM-Aus hat auch finanzielle Auswirkungen für den DFB. Der Verband verpasst durch das Ausscheiden im Sechzehntelfinale mehrere Millionen Euro. Für das Erreichen der ersten K.-o.-Runde erhält der DFB von der FIFA 11 Millionen US-Dollar. Das Achtelfinale hätte weitere vier Millionen Dollar eingebracht, und für das Viertelfinale wären nochmals vier Millionen Dollar hinzugekommen. Der künftige Weltmeister wird mit 50 Millionen US-Dollar Prämie belohnt, der unterlegene Finalist mit 33 Millionen. Schon vor Turnierbeginn hatte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig darauf hingewiesen, dass es für europäische Nationen ohne Halbfinaleinzug schwierig sei, wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben. Der deutsche Verband hatte bereits durch das Vorrundenaus 2018 in Russland und 2022 in Katar erhebliche finanzielle Einbußen erlitten. Insgesamt werden bei der WM 2026 871 Millionen US-Dollar an die 48 Teams ausgeschüttet, wobei jeder Teilnehmer mit 10 Millionen US-Dollar Startgeld und 2,5 Millionen Dollar für Vorbereitungskosten planen konnte.
Kritik von Ex-Nationalspielern und Fan-Reaktionen
Ehemalige Nationalspieler äußerten sich ebenfalls kritisch zum WM-Aus. Bastian Schweinsteiger monierte das „fehlende fußballerische Element, mangelnde Kreativität und unsauberes Passspiel“. Jürgen Klinsmann bezeichnete das Ausscheiden als „niederschmetternd“ und eine „Peinlichkeit“, vergleichbar mit den Debakeln in Katar und Russland. Er forderte „Konsequenzen“. Auch Dietmar Hamann kritisierte die Auftritte als „enttäuschend“ und schoss gegen Julian Nagelsmann, indem er sagte: „Offensichtlich ist es der Trainer. Es ist der Job eines Trainers, die Jungs zusammenzubekommen. Das ist ein Typ, der selten Spiele schaut.“
Fans in Boston zeigten sich ebenfalls enttäuscht und kritisierten vor allem Julian Nagelsmann. Das Ausscheiden der deutschen Mannschaft gegen Paraguay führte auch zu kuriosen Suchanfragen im Internet. Nach dem aberkannten Tor von Jonathan Tah zum vermeintlichen 2:1 suchten Nutzer nach „Wo kann man Beschwerde gegen FIFA-Schiedsrichter einreichen?“ und „Kann man eine Schiedsrichterentscheidung rückgängig machen?“. Patrick Ittrich äußerte sich bei Magenta TV kritisch zur VAR-Entscheidung, die zum Foul von Jonathan Tah führte. Er sah keinen klaren Verstoß, der das Tor hätte annullieren müssen. Andere Nutzer interessierten sich für Paraguays Schlussmann Orlando Gill, der mit einer Größe von 1,99 Meter und zwei gehaltenen Elfmetern zum Schreck der Deutschen wurde. Er hatte jeden Aspekt der deutschen Spieler analysiert. Einige Nutzer dachten bereits an die Zukunft und suchten nach „Paraguay Urlaub“, wobei die Suchanfragen innerhalb von zwölf Stunden um 800 Prozent zunahmen.
Die Spieler des DFB-Teams traten ihre individuelle Heimreise an. Manuel Neuer, der nach dem Ausscheiden seine DFB-Karriere erneut für beendet erklärt hatte, verließ das Hotelgelände mit seinem Sohn. Paraguays Staatspräsident Santiago Peña erklärte den Tag nach dem Sieg über die deutsche Nationalmannschaft zum nationalen Feiertag.

Individuelle Abreise und finanzielle Auswirkungen
Der Morgen nach dem WM-Aus war geprägt von der individuellen Abreise der Spieler aus dem Hotelgelände im „Graylyn Estate“ in Winston-Salem. Viele Stars machten sich auf den Weg, darunter Leroy Sané, Kai Havertz und Felix Nmecha. Auch Oliver Baumann und Nick Woltemade reisten ab. Berichten zufolge gab es Probleme, Flüge für die Spieler aus North Carolina zu finden. Rüdiger und Neuendorf wurden ebenfalls beim Verlassen des Geländes gesehen. Ein Bus mit Spielern wie Raum, Wirtz, Woltemade, Tah, Sané und Urbig verließ das Teamgelände. Der verletzte Nico Schlotterbeck, der einen Bänderriss im linken Knöchel erlitten hatte, verließ das Quartier ebenfalls mit seiner Familie.
Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 hat nicht nur sportliche, sondern auch erhebliche finanzielle Konsequenzen für den DFB. Die verpassten Prämien für das Erreichen weiterer Runden summieren sich auf mehrere Millionen US-Dollar. Diese finanziellen Einbußen sind besonders schmerzhaft, da der Verband bereits in den vorherigen Weltmeisterschaften 2018 und 2022 ähnliche Rückschläge erlitten hatte. Die FIFA schüttet bei der WM 2026 insgesamt 871 Millionen US-Dollar an die 48 teilnehmenden Teams aus, wobei jedes Team ein Startgeld von 10 Millionen US-Dollar und 2,5 Millionen Dollar für Vorbereitungskosten erhielt.
Die deutsche Mannschaft kehrte nach dem enttäuschenden Aus im Sechzehntelfinale in Boston ein letztes Mal nach Winston-Salem zurück, bevor die Spieler ihre Heimreise antraten.

Die Zukunft des Bundestrainers
Die Frage nach der Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer bleibt nach den Äußerungen von DFB-Präsident Bernd Neuendorf offen. Die Kritik von Thomas Hitzlsperger an Nagelsmanns Souveränität und die deutlichen Worte ehemaliger Nationalspieler wie Jürgen Klinsmann und Dietmar Hamann unterstreichen den Druck, der auf dem Bundestrainer lastet. Die Fans in Boston forderten ebenfalls Konsequenzen und kritisierten Nagelsmanns Entscheidungen.
Die Aufarbeitung des WM-Ausscheidens wird beim DFB intensiv fortgesetzt. Die individuellen Abreisen der Spieler markieren das Ende des Aufenthalts im WM-Quartier in Winston-Salem. Paraguays Staatspräsident Santiago Peña rief nach dem Sieg seiner Mannschaft einen nationalen Feiertag aus.

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Source: sportschau.de