WM 2026: Stars duckten sich weg – Darum musste Tah beim Elfmeter ran - BILD
Die deutsche Nationalmannschaft ist nach einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Das Ergebnis von 3:4 im Elfmeterschießen beendete den WM-Traum der Mannschaft. Die Niederlage ereignete sich in einem Spiel, das bereits in den 120 Minuten zuvor hätte entschieden werden können, doch die Entscheidung fiel schließlich im Elfmeterschießen.
Ein entscheidender Moment im Elfmeterschießen war der sechste Schuss. Nachdem die ersten fünf Schüsse jedes Teams zu einem Stand von 3:3 geführt hatten, ging es in den sogenannten Sudden-Death-Modus. Hier trat der Bayern-Verteidiger Jonathan Tah an, dessen Schuss über das Tor ging. Es war der erste Elfmeter in seiner Profi-Karriere.
Herausforderungen bei der Schützenwahl
Die Entscheidung, Jonathan Tah als Schützen zu benennen, war offenbar nicht ohne Schwierigkeiten. Berichten zufolge gab es interne Probleme, einen sechsten Schützen zu finden, da andere DFB-Stars zögerten, die Verantwortung zu übernehmen. Tah stellte sich dem hohen Druck als Erster. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch Spieler wie Leon Goretzka, Waldemar Anton, Nathaniel Brown, Malick Thiaw und Torwart Manuel Neuer auf dem Feld.
Zuvor hatten bereits Kai Havertz (verschossen), Kapitän Joshua Kimmich (verwandelt), Jamal Musiala (verwandelt), Nick Woltemade (verschossen) und Nadiem Amiri (verwandelt) ihre Elfmeter ausgeführt. Die Situation, in der sich nicht genügend Profis selbstbewusst für das Elfmeterschießen meldeten, erinnert an das Champions-League-Finale 2012, als Bayern München im eigenen Stadion gegen Chelsea verlor und ebenfalls mehrere Spieler zögerten, anzutreten. Damals trat Torwart Neuer erfolgreich an, während Bastian Schweinsteiger mit dem fünften Elfmeter scheiterte.
Für Tah war es ein Abend, der von unglücklichen Ereignissen geprägt war. Bereits in der Verlängerung wurde ein vermeintliches Kopfball-Siegtor von ihm aufgrund eines umstrittenen Fouls von Anton an Paraguays Torhüter nach VAR-Überprüfung zurückgenommen. Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM, insbesondere im Elfmeterschießen gegen Paraguay, deutete auf ein Fehlen der hundertprozentigen Sieger-Mentalität innerhalb der Mannschaft hin.

Nagelsmanns Zukunft als Bundestrainer
Trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Nationalelf bei der WM hat Bundestrainer Julian Nagelsmann den Wunsch geäußert, im Amt zu bleiben. Er betonte im ZDF, dass er weitermachen möchte und nicht der Typ sei, der wegläuft. Nagelsmann erklärte, dass er zur Verfügung stehe, auch wenn man im Fußball nicht immer alles in der Hand habe.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler stärkte Nagelsmann den Rücken und bezeichnete ihn als einen absoluten Toptrainer. Völler äußerte, dass Nagelsmann wahrscheinlich der Richtige sei, um weiterzumachen, räumte jedoch ein, dass er die Entscheidung nicht alleine im Verband treffe. Ein Treffen zur Besprechung der Situation ist für die kommenden Tage geplant. Nagelsmann hatte im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick angetreten und war damals die Wunschlösung von Völler. Sein Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund läuft noch bis nach der EM 2028, ebenso wie der von Völler.
Die Diskussion um eine mögliche Nachfolge von Nagelsmann führte auch zu Spekulationen um Jürgen Klopp. Dieser äußerte sich bei MagentaTV zurückhaltend zu der Frage, ob er bei einer Entscheidung gegen Nagelsmann zur Verfügung stünde. Klopp verstand, dass sein Name genannt werde, betonte aber, dass dies nicht der richtige Moment sei, darüber zu sprechen. Er merkte jedoch an, dass strukturell frischer Wind nötig sei.
Mats Hummels, der 2014 Weltmeister wurde, forderte Diskussionen über das Personal. Er sagte bei MagentaTV, dass die Situation nach Konsequenzen auf Seiten der Verantwortlichen schreie. Hummels sprach sich für Gespräche sowohl vom Bundestrainer selbst als auch vom Verband aus und konnte sich vorstellen, dass auch einige Spieler zurücktreten könnten. Für DFB-Kapitän Kimmich war dies bereits das dritte WM-Scheitern.
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Source: bild.de