Mats Hummels zieht erstes WM-Fazit: „Reine Werbung, albern, eine Unart!”
Die obligatorischen Trinkpausen bei der aktuellen Fußball-Weltmeisterschaft werden in Nordrhein-Westfalen unterschiedlich bewertet. Eine repräsentative Umfrage von WDR 2 ergab, dass 55 Prozent der Befragten diese Regelung als „sehr sinnvoll“ oder „eher sinnvoll“ erachten. Demgegenüber stehen 35 Prozent, die die Trinkpausen als „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ sinnvoll empfinden.
Die Umfrage, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag von WDR 2, befragte 1.139 Wahlberechtigte in NRW. Die Einführung der Trinkpausen ist ein viel diskutiertes Thema unter Fans und Experten gleichermaßen.
Unterschiedliche Ansichten und Kritik
Die Meinungen zu den Trinkpausen variieren auch nach Geschlecht. Frauen in NRW befürworten die Regelung mehrheitlich als „sehr sinnvoll“ oder „eher sinnvoll“. Bei Männern ist die Zustimmung ebenfalls höher als die Ablehnung, jedoch weniger deutlich ausgeprägt.
Während der WM-Spiele sind Pfiffe und Buhrufe bei den dreiminütigen Unterbrechungen, die in jeder Spielhälfte nach etwa 22 Minuten stattfinden, nicht ungewöhnlich. Dies führt dazu, dass ein Fußballspiel nun nicht mehr nur eine Halbzeitpause, sondern insgesamt drei Pausen hat.
Ein Hauptkritikpunkt an den Trinkpausen ist die Vermutung, dass der Weltfußballverband FIFA dadurch zusätzliche Einnahmen generieren möchte. Sportschau-Mitarbeiter Chaled Nahar erklärte, dass die Übertragungsrechte für Sender durch eine weitere Werbemöglichkeit mitten im Spiel potenziell wertvoller werden könnten. Trainer nutzen diese Unterbrechungen zudem für den Austausch mit ihren Spielern.
FIFA-Präsident verteidigt Trinkpausen
FIFA-Präsident Gianni Infantino wies die anhaltende Kritik am Dienstag zurück. Er betonte, die Trinkpausen seien „ausschließlich eine sportliche Angelegenheit“ und „keine finanzielle Frage“. Laut Infantino erhalte die FIFA dadurch „keine zusätzlichen Einnahmen, da alle kommerziellen Vereinbarungen lange im Voraus abgeschlossen wurden“. Er äußerte sich jedoch nicht zu möglichen finanziellen Vorteilen für zukünftige WM-Vermarktungen.
Die Trinkpausen wurden ursprünglich vor dem Hintergrund der hohen Temperaturen bei der Klub-WM 2025 eingeführt. Spielergewerkschaften hatten dem Weltverband vorgeworfen, das Wohlergehen der Spieler zu gefährden.
Für die Bundesliga und die UEFA Champions League sind derzeit keine Pläne für die Einführung solch verpflichtender Trinkpausen bekannt. Schiedsrichter haben jedoch bereits jetzt die Möglichkeit, bei Bedarf eine Trinkpause anzuordnen.
Bedeutung des Trinkens bei Hitze
Andreas Nehren, Trainer beim SV Grün-Weiß Brauweiler, äußerte sich ebenfalls zu den Trinkpausen. Er hält sie bei hohen Temperaturen für sinnvoll. Obwohl er die regelmäßigen Trinkpausen bei der Fußball-WM anders bewertet, ist ihm wichtig, dass seine jungen Fußballspieler ausreichend trinken. Aufgrund der aktuellen Hitze hat er das Training jedoch komplett abgesagt, da es unter diesen Bedingungen keinen Sinn mache.
Die Bedeutung ausreichenden Trinkens bei Hitze ist weithin bekannt. Ein Passant in Frechen bestätigte, dass er versucht, ausreichend zu trinken. Eine Frau in der Frechener Innenstadt nutzt sogar Erinnerungen auf ihrem Handy, um sicherzustellen, dass sie genug Flüssigkeit zu sich nimmt.
Das in Köln ansässige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) warnt auf seiner Website Gesundheitsinformation.de davor, dass ein leichter Flüssigkeitsmangel oft unbemerkt bleibt. Erste Symptome können Durst, trockener Mund, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und rasche Ermüdung sein. Bei einem verstärkten Flüssigkeitsmangel können Herzrasen, Bauch- und Brustschmerzen, Muskelkrämpfe oder Verwirrtheit auftreten.
Experten wie Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen empfehlen, bei Hitze „viel, viel zu trinken“. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) weist darauf hin, dass das Durstgefühl oft erst einsetzt, wenn bereits viel Flüssigkeit verloren wurde. Eine einfache Faustregel sei daher sinnvoll. Zusätzlich können wasserreiche Speisen wie Suppen, Salate und Obst zur Flüssigkeitsversorgung beitragen.
Um die tägliche Trinkmenge zu überprüfen, schlägt Hirschhausen vor, sich morgens und abends zu wiegen. Eine Schwankung von mehr als ein oder zwei Prozent des Körpergewichts sei ein Alarmzeichen für Flüssigkeitsverlust.
Die Verbraucherzentrale gibt weitere Tipps: Den Tag mit einem Glas Leitungswasser beginnen, um den nächtlichen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Kalte Getränke werden bevorzugt, wenn keine Magenempfindlichkeit vorliegt, da sie zu einer höheren Flüssigkeitsaufnahme führen können. Beim Sport bei hohen Temperaturen sollte zusätzlich getrunken werden, wobei eine Prise Salz oder ein hoher Mineralgehalt im Wasser helfen können, den Salzverlust auszugleichen. Leitungswasser und Mineralwasser sind gute Optionen, die mit frischem Obst oder Kräutern geschmacklich aufgewertet werden können. Auch nicht zu süße Erfrischungsgetränke, Tee-Mixturen oder leichte Obstsaftschorlen werden empfohlen. Wer unterwegs seine Wasserflasche kostenlos auffüllen möchte, kann dies nicht nur an öffentlichen Trinkwasserbrunnen, sondern auch in vielen Geschäften und Einrichtungen tun, die am Projekt Refill Deutschland teilnehmen.
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Source: www1.wdr.de