WM 2026: Holländer sind raus! Marokko siegt im Elfer-Drama - SPORT BILD
Die Niederlande sind bei der WM 2026 im Sechzehntelfinale ausgeschieden, nachdem sie in einem dramatischen Elfmeterschießen gegen Marokko verloren haben. Das Spiel endete nach Verlängerung 1:1, bevor Marokko sich mit 3:2 im Elfmeterschießen durchsetzte. Für die Oranje-Mannschaft bedeutet dies das Ende ihrer Hoffnungen auf den ersten WM-Titel bei ihrer zwölften Teilnahme.
Das Spiel war über weite Strecken von gegenseitigem Respekt geprägt, wobei beide Teams zuvor ungeschlagen waren. Marokko hatte zunächst die besseren Torchancen, unter anderem durch Achraf Hakimi und Neil El Aynaoui in der 20. und 21. Minute. Der niederländische Torhüter Bart Verbruggen konnte jedoch mehrere gefährliche Schüsse parieren und einen frühen Rückstand verhindern.
In der ersten Halbzeit gab es auch eine strittige Szene, als Azzedine Ounahi in einem Luftduell mit Jan Paul van Hecke den Ellenbogen einsetzte, aber keine Verwarnung erhielt. Kurz vor der Pause verpasste Ounahi die Führung, als sein Schuss knapp über das Tor flog. Auch Ismael Saibari kam nach einer Hereingabe von Hakimi nur knapp nicht zum Abschluss.
Späte Tore und Verlängerung
Nach der Halbzeitpause verhinderte Micky van de Ven mit einer Grätsche eine große Chance für Marokko durch Hakimi. Anschließend schlug die Niederlande zu: Wout Weghorst verlängerte einen Abschlag auf Crysencio Summerville, der den Ball zu Cody Gakpo weiterleitete. Der Liverpool-Spieler erzielte in der 72. Minute das 1:0 für die Niederlande.
Für Gakpo war es ein besonders emotionaler Moment. Er und seine Freundin hatten kurz vor dem Spiel öffentlich gemacht, dass sie ihr ungeborenes Kind verloren hatten. Trotzdem entschied sich Gakpo in Absprache mit seiner Familie und dem Team, bei der Mannschaft zu bleiben. Nach seinem Treffer sank er bewegt zu Boden, und seine Mitspieler, einschließlich Kapitän Virgil van Dijk, eilten herbei, um ihn zu umarmen.
Marokko gab jedoch nicht auf. In der Nachspielzeit leitete Issa Diop einen Angriff ein und köpfte in der 90.+1 Minute zum 1:1-Ausgleich ein, was das Spiel in die Verlängerung zwang. In den zweimal 15 Minuten der Verlängerung verhinderte Verbruggen mit einer Parade gegen den freistehenden Soufiane Rahimi die Entscheidung.
Elfmeterkrimi entscheidet das Spiel
Da in der Verlängerung keine weiteren Tore fielen, musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Wenige Stunden nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft im Elfmeterschießen versammelten sich die marokkanischen Spieler vor dem ersten Schuss zu einem islamischen Gebet.
Für die Niederlande traf Teun Koopmeiners, während Neil El Aynaoui für Marokko an die Latte schoss. Justin Kluivert traf den Pfosten, und Soufiane Rahimi verwandelte, wobei Verbruggen den Ball mit der Hacke ins Tor lenkte. Wout Weghorst und Chemsdine Talbi trafen jeweils. Quinten Timber schoss weit vorbei, und Achraf Hakimi traf nur den Pfosten. Crysencio Summerville scheiterte an Bono.
Schließlich übernahm Ismael Saibari die Verantwortung und verwandelte den entscheidenden Elfmeter, der Marokko in die Runde der letzten 16 brachte. Nach seinem Treffer riss sich der Stürmer vor Freude das Trikot vom Körper. Marokko, der WM-Halbfinalist von 2022, trifft im Achtelfinale auf Co-Gastgeber Kanada.

Währenddessen erreichte Brasilien das Achtelfinale der Fußball-WM. Das Team von Trainer Carlo Ancelotti siegte in Houston, Texas, mit 2:1 gegen Japan. Japan hatte durch Kaishu Sano in der 29. Minute die Führung übernommen. Casemiro glich in der 56. Minute per Kopf aus, bevor Gabriel Martinelli in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer für Brasilien erzielte.
In einem weiteren Spiel schied die deutsche Nationalmannschaft ebenfalls im Sechzehntelfinale aus, nachdem sie in einem umkämpften Spiel in Foxborough, Boston, mit 4:3 im Elfmeterschießen gegen Paraguay verlor. Das Spiel endete nach Verlängerung 1:1. Julio Enciso brachte Paraguay in der 42. Minute in Führung, und Kai Havertz erzielte in der 54. Minute den Ausgleich.
Nach dem Sieg Marokkos kam es in mehreren niederländischen Städten, darunter Den Haag, Amsterdam und Utrecht, zu spontanen Feiern von Hunderten von Fans. In Den Haag kam es dabei vereinzelt zu Zusammenstößen, bei denen Beamte mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen wurden. Die Polizei griff ein, nahm 13 Personen fest und setzte einen Wasserwerfer ein, nachdem Fans Straßen blockiert und den Verkehr behindert hatten.
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Source: sportbild.bild.de