Auch aus persönlichen Gründen: Hummels fordert Nagelsmanns Ablösung
Frühes WM-Aus für Deutschland
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist bei der WM 2026 bereits im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Nach einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay am 29. Juni 2026 in Boston endete das Turnier für das DFB-Team. Drei Spieler, Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah, verschossen ihre Elfmeter.
Die Leistung der Mannschaft wurde als indiskutabel beschrieben. Dieses frühe Ausscheiden markiert eine der schwierigsten Stunden für den deutschen Fußball seit dem WM-Triumph von 2014. Die Medien bezeichneten die 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen als „Trauerspiel“, „Blamage“ und „Armutszeugnis für Fußball-Deutschland“.
Kritik am Bundestrainer Julian Nagelsmann
Bundestrainer Julian Nagelsmann steht nach dem Turnieraus in der Kritik. Seine Entscheidungen, wie die Nominierung von Manuel Neuer und der Verzicht auf schnelle Flügelspieler, wurden hinterfragt. Auch die Nicht-Nachnominierung von Said El Mala nach der Verletzung von Lennart Karl wurde bemängelt.
Das Turnier des DFB-Teams war von Rückschlägen geprägt. Lennart Karl musste vor dem ersten Spiel verletzungsbedingt abreisen, und Innenverteidiger Nico Schlotterbeck fiel nach anderthalb Spielen aus. Die Mannschaft zeigte sich verunsichert und weit von ihrer Bestform entfernt.
Die Niederlage gegen Ecuador in der Gruppenphase, ein 1:2, soll das Vertrauen innerhalb des Teams zusätzlich geschwächt haben. Beobachter wie Gary Lineker äußerten bereits vor dem Spiel gegen Paraguay Spott über die Leistung des DFB-Teams.
Die Zukunft des DFB-Teams
Die Zeit von Julian Nagelsmann als Bundestrainer dürfte mit diesem Fiasko beendet sein. Er hat die Entscheidung über seine Zukunft in die Hände des DFB gelegt. Nach dem Scheitern bei der WM 2022 wurde Hansi Flick zunächst im Amt belassen, aber wenige Monate später entlassen, was auf den Wunsch nach einem Neustart hindeutet.
Auch die Karriere von Torhüter Manuel Neuer in der Nationalmannschaft ist beendet, was bereits vor dem Turnier bekannt war. Der Blick richtet sich nun auf die Generation um Joshua Kimmich, die nach dem Erfolg beim Confed Cup 2017 ein frühes Scheitern bei Turnieren miterlebt hat.
Die Mannschaft kämpfte mit der Form einzelner Spieler. Felix Nmecha, der zu Beginn des Turniers als Entdeckung galt, musste gegen Paraguay bereits nach 45 Minuten ausgewechselt werden. Deniz Undav hatte bis zu seiner Auswechslung kaum Ballkontakte, und Nick Woltemade vergab einen Elfmeter. Joshua Kimmich blieb als Rechtsverteidiger hinter den Erwartungen zurück, und Spieler wie Leroy Sané, Jamal Musiala, Florian Wirtz und Waldemar Anton konnten ihre Leistung nicht abrufen.
Die ursprüngliche Strategie von Nagelsmann sah vor, dass das Team nicht in der Vorrunde oder im Sechzehntelfinale, sondern erst im Achtelfinale am 4. Juli 2026 in Philadelphia gegen Frankreich in Topform sein sollte. Dort sollten die französischen Offensivspieler wie Kylian Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembélé ausgeschaltet werden. Die Überlegung, die „Aura“ von Manuel Neuer einzusetzen, um die Franzosen zu beeindrucken, beeinflusste die Kaderentscheidungen.
Die Kommunikation rund um das Ausscheiden sorgte auch für Aufsehen. Ein positiver Kommentar auf dem offiziellen Account von Bundeskanzler Friedrich Merz wurde später als Kommunikationspanne und Versehen erklärt. Die Reaktionen darauf waren spöttisch, und die Wortkombination „Welches Spiel“ trendete auf X. Friedrich Merz konterte die Kritik später mit der Aussage, dass man Erfolge gemeinsam feiere und in der Niederlage zusammenstehe.
Die FIFA hatte vor der WM bereits Fanbereiche in Mexiko aufgrund homophober Gesänge gesperrt. Ein Spiel im Sechzehntelfinale zwischen Mexiko und Ecuador wurde aufgrund eines schweren Gewitters in Mexiko-Stadt um etwa 60 Minuten verschoben, wobei die FIFA die Sicherheit aller Beteiligten als oberste Priorität nannte. Auch US-Trainer Mauricio Pochettino entschuldigte sich für einen missmutigen Auftritt nach der 2:3-Niederlage seiner Mannschaft im letzten Gruppenspiel gegen die Türkei.
Die englische Nationalmannschaft unter Thomas Tuchel trainiert Elfmeterschießen nach einem wissenschaftlichen Programm, um den Druck zu simulieren und die Entscheidungsfindung sowie Entschlossenheit zu verbessern. Seit 2018 hat England drei von vier Elfmeterschießen gewonnen, nur das EM-Finale 2021 ging verloren.
Die deutsche Mannschaft verabschiedete sich mit einer 1:2-Niederlage gegen Ecuador aus der Gruppenphase.
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Source: n-tv.de