Nagelsmann nach Aus bei der WM in Deutschland gelandet – Überraschend gute Laune - BILD
Nach dem Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft 2026 gegen Paraguay ist Bundestrainer Julian Nagelsmann am Mittwochmorgen in Deutschland gelandet. Die Maschine der Lufthansa mit der Flugnummer LH429 setzte um 9:33 Uhr auf dem Münchner Flughafen auf. Nagelsmann zeigte sich trotz des WM-Ausscheidens in guter Stimmung.
Der Flug aus Winston-Salem verlief nicht ohne Turbulenzen. Berichten zufolge gab es über dem Atlantik für etwa 20 Minuten starke Winde, die zu einem ruckeligen Flug führten. Nagelsmann reiste in Begleitung seiner Mutter Burgi, seiner Ehefrau Lena und seines Assistenten Benjamin Glück.
Ankunft und Begegnungen am Flughafen
Am Flughafen wurde Nagelsmann, zusammen mit seiner Familie und seinem Assistenten, am Sicherheitscheck durch den Rollstuhl-Weg geführt. Bei der Passkontrolle musste er kurz zurück, zeigte sich aber gelassen. Im Essensbereich des Abflug-Gates waren auf Bildschirmen WM-Spiele zu sehen, darunter die Partie zwischen Frankreich und Schweden, die Deutschlands nächster Gegner gewesen wäre.
Später trafen Nagelsmann, Glück, Lena und Mama Nagelsmann auf die Spieler Jamal Musiala und Aleks Pavlovic, die ebenfalls an Bord des Fluges waren. Die Gruppe versammelte sich an einem Souvenir- und Snack-Shop, wo Nagelsmann Süßigkeiten kaufte und diese an Musiala und Pavlovic verteilte. Es herrschte eine entspannte Atmosphäre, und Nagelsmann unterhielt sich etwa eine halbe Stunde lang mit den Spielern über die WM und die Zukunft der Nationalelf.
Während die Spieler noch etwas mitgenommen wirkten, zeigten sich Nagelsmann und seine Frau Lena auffallend fröhlich. Nagelsmann trug während des Gesprächs mit den Spielern fast durchgehend eine Sonnenbrille. Um 18:38 Uhr durften die DFB-Stars als Premium-Fluggäste als Erste an Bord gehen. Sie passierten dabei einen Bildschirm, der den Spielstand von 3:0 für Frankreich anzeigte.
Diskussionen nach dem WM-Aus
Das Ausscheiden Deutschlands im Sechzehntelfinale gegen Paraguay, das im Elfmeterschießen entschieden wurde, hatte sich laut einem Bericht bereits länger abgezeichnet. Die anfängliche Aufbruchsstimmung nach der Heim-Europameisterschaft wich schrittweise der Ernüchterung. Nagelsmann hatte nach dem Halbfinal-Aus bei den Nations-League-Final-Four im eigenen Land erklärt, dass Deutschland „ein paar Prozent“ zur Weltspitze fehlten.
Die Probleme wurden auch in der WM-Qualifikation deutlich, insbesondere nach der 0:2-Niederlage gegen die Slowakei, als Nagelsmann fehlende Emotionalität in seiner Mannschaft kritisierte. Auch der 7:1-Sieg gegen Curaçao zum WM-Auftakt kaschierte defensive Schwächen. Nach dem Spiel gegen Ecuador sprach Nagelsmann von einer fehlenden Struktur in der zweiten Halbzeit, und nach dem Ausscheiden gegen Paraguay kritisierte er den „zu langsamen“ Spielaufbau und mangelnde Präsenz.
Kapitän Joshua Kimmich äußerte sich nach dem Ausscheiden kritisch und betonte, dass die Mannschaft in den vier Spielen gegen keine Top-Gegner gespielt und dreimal Probleme gegen keine Weltklasse-Teams gehabt habe. Die Statistiken des Spiels gegen Paraguay, mit über 75 Prozent Ballbesitz und 21 Abschlüssen, aber nur etwa 1,5 Expected Goals, deuteten auf viel Ballbesitz bei geringer Torgefahr hin.
Kontroverse Entscheidungen und Trainerfrage
Nagelsmanns Entscheidungen wurden ebenfalls diskutiert. Er wich demnach von zuvor formulierten Prinzipien ab, beispielsweise bei der Nominierung von Leroy Sané, der trotz mäßiger Leistungen in der Süper Lig und nur sieben Toren sowie fünf Vorlagen in 43 Pflichtspielen für Galatasaray bei allen vier WM-Spielen in der Startelf stand. Auch die Torwartfrage, bei der Oliver Baumann zunächst als Nummer eins galt, bevor Manuel Neuer kurz vor der WM zurückkehrte, sorgte für Unruhe.

Eine weitere umstrittene Entscheidung betraf Deniz Undav, dessen Rolle als Joker Nagelsmann mehrfach hervorhob. Doch vor dem Spiel gegen Paraguay rückte Undav in die Startelf, während Musiala auf der Bank Platz nahm. Diese Entscheidungen führten zu dem Eindruck, dass Nagelsmann im Laufe der Monate immer häufiger nach neuen Antworten suchte und sich dabei von den Prinzipien entfernte, die er bei der Heim-EM etabliert hatte.
Unmittelbar nach dem Ausscheiden betonte Nagelsmann, dass er weitermachen wolle und bis zur Europameisterschaft 2028 bereitstehe, sollte der DFB weiterhin auf ihn setzen. Rudi Völler stärkte ihm den Rücken und bezeichnete ihn als den richtigen Trainer. Dennoch rechnen einige, wie der Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, mit einem Abschied Nagelsmanns und einem neuen Bundestrainer. Auch Mats Hummels forderte Konsequenzen vom Bundestrainer und dem Verband.
Die Entscheidung, das vermeintliche 2:1-Führungstor von Jonathan Tah im Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht anzuerkennen, wurde von FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina verteidigt. Der Videoschiedsrichter hatte wegen eines Stoßes von Waldemar Anton gegen Paraguays Torwart Orlando Gill eingegriffen, woraufhin der Schiedsrichter auf Foulspiel entschied. Collina erklärte, dass Schiedsrichter angewiesen seien, auf Situationen zu achten, in denen angreifende Spieler versuchen, verteidigende Spieler an ihrer Bewegung zu hindern, insbesondere wenn dies den gegnerischen Torhüter betrifft.
Die Entscheidung wurde in Deutschland kritisiert, während der frühere englische Schiedsrichter Mark Clattenburg sie als klares Foul ansah. Das Spiel zwischen Deutschland und Paraguay endete 3:4 nach Elfmeterschießen.
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Source: bild.de