Ein Thema ist Schweinsteiger sichtlich unangenehm - WEB.DE
Nach der 1:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador äußerte sich ARD-Experte Bastian Schweinsteiger zunächst zurückhaltend zur Leistung von Torhüter Manuel Neuer. Die Niederlage ereignete sich im letzten Gruppenspiel, obwohl die DFB-Elf bereits als Gruppensieger feststand. Neuers Leistung, insbesondere beim Siegtreffer Ecuadors, wurde kritisch beäugt.
Der mittlerweile 40-jährige Torwart kam beim entscheidenden Gegentreffer im eigenen Fünfmeterraum zu spät und verpasste den Ball. Wenige Minuten zuvor hatte es bereits ein Missverständnis gegeben. Trotz dieser Szenen nahm Schweinsteiger seinen langjährigen Kollegen zunächst in Schutz, was in seiner Rolle als Experte für Diskussionen sorgte.
Schweinsteigers anfängliche Zurückhaltung
Es war offensichtlich, dass Bastian Schweinsteiger das Thema um Manuel Neuer unangenehm war. Er lächelte verlegen, als er auf die Leistung des Torwarts angesprochen wurde. Schweinsteiger erklärte, dass das erste Gegentor, ein Vollspannschuss durch die Beine von Aleksandar Pavlović, sehr schwer zu halten gewesen sei. Er verwies auch auf eine Situation in der zweiten Halbzeit, in der Neuer und Jonathan Tah einen Gegenspieler kurz an den Ball ließen.
Bezüglich des Eckballs, der zum 2:1-Siegtreffer Ecuadors führte, analysierte Schweinsteiger zunächst nur die Positionierung und das Zweikampfverhalten anderer Spieler. Er betonte, dass es für einen Torwart extrem schwierig sei, in solchen Situationen zu reagieren, besonders wenn viele Spieler vor dem Torwart stehen würden. Dies sei auch in anderen Spielen bereits zu beobachten gewesen.
Auf die Nachfrage von Moderatorin Esther Sedlaczek, wie er Neuers Leistung generell einschätze, fragte Schweinsteiger ungläubig nach: „Manuel Neuer?“ Er antwortete dann: „Also bis jetzt gut.“ Er lachte erneut verlegen und merkte an, dass die großen Paraden noch nicht gekommen seien, da es noch nicht viele Schüsse auf das Tor gegeben habe. Einen Ball von Enner Valencia habe Neuer jedoch sehr gut gehalten, und insgesamt werde er für das Spiel noch sehr wichtig sein.

Kritik und klarere Worte
Die Leistung von Manuel Neuer in diesem Spiel wurde von anderen Beobachtern deutlicher kritisiert. Kommentator Philipp Sohmer beurteilte die Szene des Siegtreffers mit den Worten: „Neuer und Tah haben sich hier übertölpeln lassen.“ Es wurde angemerkt, dass Neuers Leistung mindestens unglücklich gewesen sei und sein Comeback in der Nationalmannschaft sowie die damit verbundene Degradierung von anderen Torhütern Fragen aufwerfe.
Das Spiel gegen Ecuador wurde als Warnschuss für die deutsche Mannschaft betrachtet. Die zweite Halbzeit war zerfahren, und es fehlte an einer klaren Spielidee. Die deutsche Mannschaft zeigte Probleme mit physisch starken Gegnern, was bereits gegen die Elfenbeinküste erkennbar gewesen war. Ein stumpfer und trockener Rasen, wie er bei der Weltmeisterschaft vorkam, wurde ebenfalls als Faktor genannt, der das Spiel beeinflussen kann und robust spielenden Teams zugutekommt.
Trotz der Niederlage blieb die deutsche Mannschaft Gruppensieger. Bundestrainer Julian Nagelsmann wurde im Interview nicht auf das zweite Gegentor angesprochen, was ebenfalls zu Diskussionen führte. Die Übertragung der ARD am Donnerstagabend wurde ansonsten als gelungen beschrieben, mit einem zugeschalteten Schiedsrichter-Experten Lutz Wagner, der knifflige Situationen souverän auflöste.
Schweinsteigers Fazit zur Mannschaft
Ganz am Ende der Übertragung fand Bastian Schweinsteiger dann doch noch deutlichere Worte, allerdings bezogen auf die gesamte Mannschaftsleistung. Er zog das Fazit: „Wir sind nicht Weltspitze. Wir sind aber auch nicht schlecht. Wir sind da.“ Er betonte jedoch, dass sich die Mannschaft gegen robuste und technisch gute Gegner, die gut gegen den Ball arbeiten und hinten stehen, extrem schwertue.
Schweinsteiger fügte hinzu, dass man, wenn man körperlich unterlegen sei, klarer spielen müsse und es diesbezüglich noch deutlichen Verbesserungsbedarf gebe. Diese Klarheit wäre auch in Bezug auf Manuel Neuer wünschenswert gewesen, auch wenn Kritik an langjährigen Mitspielern nicht einfach sei. Die deutsche Mannschaft steht am Montag vor dem Sechzehntelfinale.

Manuel Neuer selbst wies die Schuld am Siegtreffer Ecuadors zurück. Er äußerte sich nach dem Spiel, dass er mit 40 Jahren noch eine letzte Weltmeisterschaft seiner Karriere spielen wollte, aber nach dem 1:2 gegen Ecuador in der Kritik stehe. Er fragte: „Klarer Fehler, zu alt?“ und antwortete selbst: „Nee!“
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