DFB-Niederlage gegen Ecuador: Teamgedanke auf Kosten der Euphorie - sportschau.de
DFB-Niederlage trübt Euphorie
Die deutsche Fußballnationalmannschaft musste im dritten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft eine 1:2-Niederlage gegen Ecuador hinnehmen. Obwohl das Team bereits für das Sechzehntelfinale qualifiziert war, hinterließ der Auftritt in New York/New Jersey einen nachdenklichen Eindruck. Die Niederlage beendete eine Serie von elf Länderspielsiegen in Folge für die DFB-Elf.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte sich entschieden, das Spiel nicht als reines Schonprogramm zu nutzen, sondern die Mannschaft weiter einzuspielen und den Schwung des vorherigen Sieges gegen die Elfenbeinküste mitzunehmen. Trotz eines frühen Führungstreffers durch Leroy Sané in der zweiten Minute verlor die deutsche Auswahl jedoch die Kontrolle über die Partie. Nilson Angulo in der neunten Minute und Gonzalo Plata in der 77. Minute sicherten Ecuador den Sieg.
Die Kritik an der Leistung des Teams war sowohl national als auch international deutlich. Medien wie die französische „L’Equipe“ sprachen von fehlender Orientierung, während die italienische „Gazzetta dello Sport“ einen „Kratzer im Selbstvertrauen“ vermutete. Die spanische „Marca“ sah eine deutsche Mannschaft, die im Turnierverlauf abbaut.
Nagelsmanns Wechsel und die Folgen
Julian Nagelsmanns Wechselstrategie im Spiel gegen Ecuador zielte darauf ab, Spielern Einsatzminuten zu verschaffen, die sonst möglicherweise keine Gelegenheit dazu bekommen hätten. Dieser „Teamgedanke“ führte dazu, dass Spieler wie Pascal Groß, Maximilian Beier und Malick Thiaw eingewechselt wurden. Auch Angelo Stiller kam für Aleksandar Pavlovic zur Halbzeit ins Spiel. Diese Wechsel hatten jedoch nicht die gewünschte positive Wirkung.
Nach Nmechas Auswechslung hatte Stiller Schwierigkeiten, das Mittelfeld zu kontrollieren, und die defensive Rolle von Jamal Musiala änderte daran nichts. Nagelsmann selbst räumte ein, dass es nach den vielen Wechseln lange gedauert habe, bis die Struktur im Team wiedergefunden wurde. Er betonte, dass man in einem K.o.-Spiel anders gewechselt hätte, insbesondere wenn ein Tor zwingend nötig gewesen wäre.

Die Leistungsträger wie Aleksandar Pavlovic oder Jamal Musiala, die bereits in schwächerer Form waren, konnten auch in diesem Spiel nicht überzeugen. Die Mannschaft offenbarte in allen Teilen Probleme, insbesondere in der zweiten Halbzeit, als Nagelsmann mehrfach gewechselt hatte. Die Kontrolle über das Spiel ging an Ecuador verloren, und vom angestrebten „Einspielen“ war wenig zu sehen.
Uneinigkeit in der Analyse
Nach der Niederlage zeigten sich unterschiedliche Ansichten zwischen Trainer Julian Nagelsmann und einigen Spielern bezüglich der Gründe für den schwachen Auftritt. Während Nagelsmann die Frage nach fehlendem Engagement der Mannschaft scharf zurückwies, äußerten sich Spieler wie Kapitän Joshua Kimmich und Deniz Undav kritischer.
Kimmich resümierte, dass die Niederlage verdient gewesen sei und man das Gefühl gehabt habe, dass der Gegner den Sieg mehr wollte. Auch Deniz Undav bemängelte, dass die Ecuadorianer „griffiger“ gewesen seien. Diese Aussagen standen im Widerspruch zu Nagelsmanns Einschätzung, der den Willen seiner Spieler nicht in Frage stellen wollte und betonte, dass Ecuador lediglich mehr Risiko eingegangen sei.
Die Position von Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger wurde ebenfalls diskutiert. Obwohl er beim FC Bayern im defensiven Mittelfeld gesetzt ist, sieht ihn der Bundestrainer auf der rechten Seite. Nagelsmann lehnte eine Positionsänderung für Kimmich ab, um auf Spieler wie Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic nicht verzichten zu müssen. Die Mannschaft kehrte nach dem Spiel nach Winston-Salem in ihr WM-Quartier zurück.
Read Also
Source: sportschau.de