WM 2026: Kein Patzer! So erklärt Manuel Neuer das zweite Gegentor - BILD
Nach der 1:2-Niederlage Deutschlands im WM-Gruppenspiel gegen Ecuador in East Rutherford hat sich Manuel Neuer zu dem zweiten Gegentreffer geäußert. Der Torhüter, der beim entscheidenden Tor unglücklich aussah, wies die Annahme eines Torwartfehlers entschieden zurück. Die Frage, ob er die Verantwortung für das Gegentor übernehme, beantwortete er mit einem klaren „Nein“.
Neuer erklärte, dass es sich um eine „ganz normale Kopfballverlängerung“ gehandelt habe. Er habe versucht, den Ball zu fangen, was in dieser Situation die sicherste Lösung gewesen sei. Er betonte, dass jeder Torwart, der Erfahrung habe, wisse, dass man sich so zum Ball positionieren und versuchen müsse, ihn zu fangen.
Neuer erklärt seine Sichtweise
Der Weltmeister von 2014 zog einen Vergleich zu Feldspielern, um seine Situation zu erläutern. Er beschrieb, wie ein Spieler versucht, den Ball zu erreichen, und ein anderer Spieler mit der Fußspitze zuvor am Ball ist. Neuer erklärte, dass er sich auf die Verlängerung des Balls konzentrieren müsse und darauf, was vor ihm passiert. Er könne den Ball von hinten nicht sehen und müsse sich an der Flugbahn orientieren, um ihn zu fangen.
Für Neuer war das Fangen des Balls die einzig richtige und sicherste Option. Er argumentierte, dass ein Wegpatschen des Balls auf Brusthöhe im Fünfmeterraum möglicherweise zu einem Eigentor hätte führen können. Sein Teamkollege Jonathan Tah stimmte ihm zu und erklärte, dass man in dieser Situation niemandem einen Vorwurf machen könne.
Das zweite Gegentor, erzielt von Gonzalo Plata in der 78. Minute, entstand nach einer Ecke. Rodríguez verlängerte den Ball per Kopf, und Plata spitzelte ihn mit dem Fuß ins Tor, bevor Neuer ihn fangen konnte. Diese Szene führte zu Diskussionen über die Leistung des Torhüters.
Bundestrainer Julian Nagelsmann nahm seinen Torwart ebenfalls in Schutz. Er bezeichnete die Situation als „extrem undankbar“ und betonte, dass die Abwehr den Ball zuvor besser hätte verteidigen müssen. Nagelsmann wies darauf hin, dass David Raum das Duell nach dem Eckstoß verlor, was die Kopfballverlängerung ermöglichte, und Jonathan Tah durch schwaches Zweikampfverhalten die Ecke für Ecuador begünstigte.
Reaktionen und Ausblick
Die Niederlage gegen Ecuador hat die Zuversicht in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft etwas getrübt. Trotzdem betonte Nagelsmann, dass Niederlagen, auch in sportlich bedeutungslosen Spielen, nie gut seien, aber man die richtigen Lehren daraus ziehen müsse. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Team am Montag mit dem nötigen Selbstvertrauen auftreten werde.
Der nächste Halt für die DFB-Auswahl ist Boston, wo am Montag um 22:30 Uhr MESZ das nächste Spiel stattfindet. Der Gegner im Sechzehntelfinale steht noch nicht fest, mögliche Kontrahenten könnten Paraguay oder Schweden sein. Nagelsmann hatte Neuer eigens für die Endrunde aus dem DFB-Ruhestand zurückgeholt, mit dem Ziel, das Turnier bis zum 19. Juli zu bestreiten.
Experten wie Bastian Schweinsteiger, der ebenfalls Weltmeister ist, verteidigten Neuer. Schweinsteiger äußerte, dass es für einen Torwart extrem schwer sei, in solchen Situationen zu reagieren, besonders wenn viele Spieler vor dem Torwart stehen. Er fügte hinzu, dass Neuer für das Spiel der Nationalmannschaft noch sehr wichtig werden wird, auch wenn die „großen Paraden“ bisher ausgeblieben seien, da es noch nicht viele Schüsse auf das Tor gab.
Die bisherige WM verlief für Neuer aus seiner Sicht unglücklich, da von sieben Schüssen auf sein Tor vier zu Treffern führten. Er blieb kein einziges Mal ohne Gegentor. Nagelsmann merkte an, dass es bisher noch kein „Torwartspiel“ gegeben habe. Das 1:1 durch Nilson Angula gegen Ecuador war ebenfalls ein Treffer, der nach dem ersten Schuss auf das Tor fiel.
Trotz der aktuellen Situation bleibt die Hoffnung, dass Deutschland im Turnier weit kommt. Die Mannschaft wird sich auf das nächste Spiel in Boston vorbereiten, um die Zweifel zu zerstreuen und die Reise fortzusetzen.

Die Niederlage gegen Ecuador war ein „Zwischenhalt“, wie Nagelsmann es formulierte, und soll nicht das Ende der WM-Reise bedeuten. Die Mannschaft muss nun die richtigen Lehren aus dem Spiel ziehen, um für die kommenden Aufgaben gerüstet zu sein.
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Source: bild.de