WM 2026: Spieleraufstand gegen WM-Trainer kurz vorm letzten Gruppenspiel - BILD
Kurz vor dem letzten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft 2026 gegen Spanien gibt es Berichte über Unstimmigkeiten innerhalb der uruguayischen Nationalmannschaft. Mehrere erfahrene Spieler sollen das Gespräch mit Nationaltrainer Marcelo Bielsa gesucht haben, um ihre Bedenken zu äußern.
Zu den Spielern, die Berichten zufolge ihre Unzufriedenheit kundtaten, gehören Fede Valverde, Rodrigo Bentancur und Manuel Ugarte. Die Kritikpunkte umfassten angeblich zu hartes Training, erschöpfte Spieler und eine als zu riskant empfundene Spielweise. Zudem sollen die Führungsspieler auf eine kompaktere Defensive gedrängt haben.
Bielsa reagiert auf Kritik
Die Reaktion von Marcelo Bielsa auf die Kritik seiner Spieler soll alles andere als gelassen gewesen sein. Anstatt eine Diskussion zu führen, hielt der argentinische Trainer Berichten zufolge eine längere Ansprache vor der gesamten Mannschaft. Dabei warf er einzelnen Profis vor, ihn bereits zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt im Jahr 2023 aus dem Amt drängen zu wollen.
Bereits im Jahr 2024 gab es demnach heftige Auseinandersetzungen im Team. Nach dem Halbfinal-Aus bei der Copa América beendete Stürmer Luis Suárez seine Nationalmannschaftskarriere und beschuldigte Bielsa, eine „toxische Atmosphäre“ innerhalb der Mannschaft und des Betreuerstabs geschaffen zu haben. Fede Valverde hatte sich damals ebenfalls kritisch geäußert und die Vorwürfe in abgeschwächter Form bestätigt.
Die angespannte Situation wird durch die sportliche Lage von Uruguay verstärkt. Nach einem 1:1 gegen Saudi-Arabien und einem 2:2 gegen Kap Verde ist der Einzug in die K.-o.-Phase noch nicht gesichert. Für das Weiterkommen aus eigener Kraft ist im Spiel gegen den Titelanwärter Spanien ein Sieg erforderlich.
Sportliche Herausforderungen und Bielsas Stil
Die bisherigen Leistungen von Uruguay in der Gruppenphase wurden als dürftig beschrieben. Trotz der Anwesenheit von Spielern wie Federico Valverde, Maxi Araújo und Darwin Núnez konnte die Mannschaft ihre Qualität auf dem Platz nicht konstant abrufen. Die Offensive zeigte sich bislang als zu harmlos, mit nur zwei von 16 Torschüssen, die gegen Kap Verde das gegnerische Tor erreichten.
Marcelo Bielsa, auch bekannt als „El Loco“, polarisiert seit Jahrzehnten mit seinem Auftreten. Seine Expertise und seine lange Liste an Erfolgen sind unbestritten, doch seine Spielphilosophie des maximalen Offensivfußballs mit kompromisslosem Pressing und Manndeckung scheint die Spieler aktuell zu überfordern. Er selbst haderte nach den ersten Spielen und stellte fest, dass die Leistungen der Mannschaft noch nicht konstant genug seien und man sich schwer tue, Torchancen herauszuspielen.
Die Haltung des Trainers zeigte sich auch vor dem Turnier, als er bei einem offiziellen FIFA-Fotoshooting demonstrativ nach unten blickte und erklärte: „Ich bin kein Model.“ Diese Eigenwilligkeit und Sturheit, die ihm zugeschrieben wird, prägt auch seine Trainingsmethoden, bei denen er das Feld mit Hütchen und Markierungen in zahlreiche kleine Zonen einteilt.
Sollte Uruguay im letzten Gruppenspiel ausscheiden, wäre dies eine erneute Enttäuschung, insbesondere da das Land 2030 Co-Gastgeber der nächsten Weltmeisterschaft sein wird. Ein Sieg gegen Spanien ist somit Pflicht, um das drohende Déjà-vu eines Vorrunden-Aus wie bereits 2002 unter Bielsa mit Argentinien zu vermeiden.
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Source: bild.de