Nach Deutschlands WM-Pleite: Matthäus fleht Nagelsmann an
Nach der 1:2-WM-Pleite gegen Ecuador hat Lothar Matthäus Bundestrainer Julian Nagelsmann öffentlich aufgefordert, Joshua Kimmich wieder ins zentrale Mittelfeld zu beordern. Nagelsmann hält jedoch an seiner Entscheidung fest, Kimmich weiterhin als Rechtsverteidiger in der Nationalmannschaft einzusetzen. Diese Positionsdebatte um den Bayern-Profi sorgt nach dem letzten Gruppenspiel der DFB-Elf für Diskussionen.
Matthäus, der deutsche Rekordnationalspieler, äußerte sich deutlich nach der Niederlage. Seine Botschaft an den Bundestrainer lautete: „Tut ihm (Kimmich, Anm. d. Red.) einen Gefallen und holt ihn da hinten weg.“ Er lobte zwar Kimmichs Einsatzbereitschaft, sah aber ein grundlegendes Problem in dessen Rolle in der Abwehr, wo Kimmich „nicht den Einfluss“ habe, den er sich von einem Kapitän wünsche. Matthäus betonte, dass Kimmich „nicht da ist, wo er sein soll“.
Nagelsmanns Begründung und Kimmichs Rolle
Nagelsmann verteidigt seine Entscheidung mit Verweis auf Kimmichs Leistungen bei der Europameisterschaft 2024. Dort sei Kimmich ein „top Rechtsverteidiger mit den mit Abstand besten Werten“ gewesen. Diese Statistiken sind für Nagelsmann ausschlaggebend und wiegen schwerer als die aktuelle Debatte. Er hob zudem die „gute“ Leistung der beiden Sechser Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha gegen die südamerikanischen Gegner hervor.
Der Bundestrainer erklärte seine Konsequenz mit den Worten: „Ich will weder auf Felix noch auf Pavlo verzichten.“ Dies bedeutet, dass das Mittelfeld-Duo weiterhin gesetzt bleibt und Kimmich seine Rolle als Rechtsverteidiger beibehält. Kimmich selbst vermied eine klare Stellungnahme zu seiner Position und wich Fragen dazu aus. Er betonte, dass es die Entscheidung des Trainers sei, wo er am besten helfen könne.
Matthäus fordert Umpositionierung
Trotz Nagelsmanns Haltung sieht Matthäus dringenden Handlungsbedarf. Er argumentiert, dass Kimmich als Kapitän und Führungsspieler zwar die Qualität und Erfahrung besitze, diese aber auf der Rechtsverteidigerposition nicht voll einbringen könne, da er zu weit vom Geschehen entfernt sei. Matthäus fragte, wie Kimmich als rechter Verteidiger dem Spieler Wirtz vorne helfen könne, wenn der Weg zu weit sei und die Kommunikation fehle. Er ist der Meinung, dass Kimmichs Erfahrung im Mittelfeld fehle.
Der Weltmeister von 1990 schlug vor, dass Nagelsmann jemanden finden sollte, der Kimmich hinten ablöst, damit dieser als einer der beiden Doppel-Sechser spielen und mehr Einfluss nehmen kann. Für Matthäus gehört Kimmich eindeutig ins Mittelfeld. Er erinnerte an die WM 2014, als der damalige Bundestrainer Joachim Löw Philipp Lahm zunächst im Mittelfeld aufstellte, seine Entscheidung aber nach dem Achtelfinale korrigierte, was letztlich zum Titel führte.
Nagelsmann hatte seine Amtszeit mit Kimmich im Zentrum begonnen, ihn dann für die EM nach rechts gezogen, um ihn später wieder ins Mittelfeld zu beordern und ihn erneut als Rechtsverteidiger aufzubieten. Er betonte, dass ein weiterer Wechsel im Hin und Her mit Kimmich „nicht geplant“ sei, aber im Fußball „nichts ausschließen“ sollte. Die Diskussion um Kimmichs Position bleibt ein zentrales Thema, insbesondere wenn die Nationalmannschaft weiterhin instabile Leistungen wie gegen Ecuador zeigt.
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Source: sportbild.bild.de