Julian Nagelsmann tritt als Bundestrainer zurück! DFB spricht schon mit Klopp
Nagelsmanns Rücktritt nach WM-Aus
Julian Nagelsmann (38) ist als Bundestrainer zurückgetreten, eine Entscheidung, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag bekannt gab. Diese Entwicklung folgt auf das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay, das im Elfmeterschießen entschieden wurde. Der DFB bestätigte, dass Nagelsmann um die Auflösung seines Vertrages gebeten hatte, einem Wunsch, dem entsprochen wurde.
Zuvor hatte Nagelsmann nach dem Ausscheiden bei der WM einen Rücktritt noch ausgeschlossen und erklärt, er sei „keiner, der wegläuft“. Berichten zufolge wurde ihm jedoch bei einem dreistündigen Treffen in der DFB-Zentrale in Frankfurt von den Fußball-Bossen um Präsident Bernd Neuendorf (64), Bundesliga-Präsident Hans-Joachim Watzke (67) und Sportdirektor Rudi Völler (66) nahegelegt, einen freiwilligen Rückzug in Betracht zu ziehen. Die Argumente des Bundestrainers für das Scheitern bei der WM waren offenbar nicht überzeugend genug.
Im Zuge der Vertragsauflösung soll Nagelsmann eine Abfindung von geschätzten rund 7 Millionen Euro erhalten. In einer Mitteilung des DFB bedankte sich Präsident Bernd Neuendorf ausdrücklich bei Nagelsmann für seine Arbeit seit September 2023 und hob seine hohe Einsatzbereitschaft und seinen außerordentlichen Ehrgeiz hervor. Nagelsmann selbst äußerte, dass ihm die Entscheidung alles andere als leichtgefallen sei und er in den vergangenen Tagen viel nachgedacht und sich mit Vertrauten ausgetauscht habe.
Nagelsmann entschuldigte sich zudem bei den Fans für das enttäuschende Abschneiden. Er dankte seinem Trainerteam und den Spielern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner werden den DFB verlassen. Sportdirektor Rudi Völler respektierte Nagelsmanns Entscheidung und dankte ihm für die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit.
DFB sucht Gespräch mit Jürgen Klopp
Gleichzeitig mit der Bekanntgabe von Nagelsmanns Rücktritt bestätigte der DFB, dass er das Gespräch mit Jürgen Klopp (59) suchen wird, um die Nachfolge im Amt des Bundestrainers zu klären. Klopp habe bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, den Posten zu übernehmen. Der ehemalige Trainer von Liverpool und langjährige Coach von Borussia Dortmund war während der WM als Experte für Magenta TV tätig.
Die Verpflichtung von Klopp könnte für den DFB mit erheblichen Kosten verbunden sein. Neben einem voraussichtlich hohen Jahresgehalt, das sich in ähnlichen oder sogar höheren Dimensionen als die Abfindung für Nagelsmann bewegen könnte, wird wohl auch eine Ablösesumme an Red Bull fällig, da Klopp derzeit als Head of Global Soccer für den Fußballkonzern tätig ist.
Zu Beginn des Turniers hatte Klopp in seiner Rolle als Experte für Diskussionen gesorgt, als er mit Blick auf die deutsche Startelf sagte: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch.“ Diese Äußerung wurde von vielen als Einmischung in eine mögliche Nachfolgerdebatte interpretiert, wofür sich Klopp später entschuldigte. Nach dem deutschen Ausscheiden hatte er sich auf die Frage nach seiner Verfügbarkeit noch zurückhaltend geäußert und betont, dass dies nicht der richtige Moment sei, darüber zu sprechen.
Weitere Personalentscheidung im DFB
Neben dem Trainerwechsel gab der DFB auch eine weitere Personalentscheidung bekannt: Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig (63) wird seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern. Rettig hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf bereits vor Beginn der Fußball-WM über diesen Schritt informiert. Die DFB-Gremien wurden am Freitag ab 11 Uhr in einer digitalen Sitzung über die Entwicklungen informiert.
Die Suche nach einem neuen Bundestrainer und die damit verbundenen finanziellen Aspekte werden in den kommenden Wochen im Fokus stehen. Die Gespräche mit Jürgen Klopp sind ein erster Schritt in dieser Neuausrichtung des deutschen Fußballs.
Die Entscheidung von Julian Nagelsmann, sein Amt niederzulegen, wurde am Freitag offiziell vom DFB verkündet.
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Source: bild.de