Der Europameister nimmt Fahrt auf: «Sind unersättlich»
Spanien dominiert Österreich im Achtelfinale
Spanien, der amtierende Europameister, hat im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Los Angeles einen 3:0-Sieg gegen Österreich errungen. Dieser Erfolg markiert den ersten Sieg der Iberer in einer K.o.-Runde bei einer WM seit dem Finale im Jahr 2010. Trainer Luis de la Fuente betonte nach dem Spiel, dass sich das Team weiter verbessern wolle und noch nicht zufrieden sei.
Trotz des klaren Sieges, bei dem Mikel Oyarzabal einen Doppelpack erzielte (36. und 89. Minute) und Pedro Porro (66. Minute) ebenfalls traf, wurde der 18-jährige Lamine Yamal zum Spieler des Spiels gewählt. Yamal, der nach einer Oberschenkelverletzung in das Turnier gestartet war, zeigte eine zunehmend verbesserte Leistung und äußerte sich bereit, mehr Spielzeit zu übernehmen.
Die Partie fand im SoFi Stadium statt, wo 70.492 Zuschauer die Leistung der spanischen Mannschaft bejubelten. Yamals Dribblings und seine Präsenz auf dem rechten Flügel sorgten immer wieder für Gefahr, auch wenn er selbst kein Tor erzielte. Seine Aktionen führten zu mehreren sogenannten „Gurkerln“ (Tunneln) gegen Gegenspieler, darunter Konrad Laimer.
Yamals Einfluss und Rangnicks Matchplan
Lamine Yamal, der nach seiner Oberschenkelverletzung sukzessive aufgebaut wurde, zeigte gegen Österreich seine bisher beste Leistung im Turnier. Trotz des Fehlens eines persönlichen Treffers war er mit sechs Torschüssen und den meisten Ballaktionen im gegnerischen Strafraum (14) einer der auffälligsten Akteure. Seine Genialität blitzte in zahlreichen Szenen auf, und er suchte immer wieder das Dribbling auf der rechten Außenbahn.

Der österreichische Trainer Ralf Rangnick hatte vor dem Spiel angekündigt, Yamal stoppen zu wollen, um Spanien in Schach zu halten. Als taktischen Schachzug stellte er Marcel Sabitzer nicht im Zentrum, sondern weit links auf, um den jungen Spanier zu kontrollieren. Dieser Plan ging jedoch nicht auf, da Yamal für die österreichische Abwehr kaum zu halten war und die Ordnung im Zentrum ohne Sabitzer fehlte.
Obwohl Yamal kein Tor erzielte, fielen alle drei spanischen Treffer über die linke Seite, wo Álex Baena und Marc Cucurella agierten. Dies lag auch daran, dass die österreichische Defensive Yamal konsequent doppelte, wodurch sich auf der anderen Seite Räume ergaben. Rangnick erkannte nach dem Spiel die Überlegenheit der spanischen Mannschaft an und bezeichnete Yamal als eines der größten Talente in seinem Alter.
Spanische Dominanz und Ausblick
Die spanische Nationalmannschaft zeigte gegen Österreich eine beeindruckende defensive Stabilität. Sie blieb in ihrem vierten Turnierspiel ohne Gegentreffer, was einen neuen WM-Rekord darstellt. Torwart Unai Simón hat nun 519 Minuten ohne Gegentor absolviert und damit den bisherigen Bestwert von Walter Zenga (517 Minuten) übertroffen. Diese defensive Leistung, kombiniert mit der Fähigkeit, den Gegner durch Ballbesitz zu zermürben, unterstreicht die Ambitionen des Teams.
Trainer de la Fuente äußerte sich sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft und sprach von einem „fast perfekten Spiel“. Die „Furia Roja“ hat nun alle neun Spiele gewonnen, in denen Lamine Yamal bei großen Turnieren in der Startelf stand. Dies ist die beste Bilanz eines europäischen Spielers in der Startelf in der Geschichte der Weltmeisterschaft und der Europameisterschaft.
Spanien trifft im nächsten Spiel am 6. Juli in Dallas auf Portugal und Cristiano Ronaldo. Die Mannschaft, die schleppend in das Turnier gestartet war, hat nun Fahrt aufgenommen und zeigt sich bereit für die weiteren Herausforderungen der Weltmeisterschaft.
Read Also
Source: welt.de