Julian Nagelsmann verlässt den DFB
Julian Nagelsmann hat seinen Posten als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft verlassen. Die Gesellschaftervertreter und der Aufsichtsrat der DFB GmbH und Co. KG haben auf Vorschlag von DFB-Präsident Bernd Neuendorf einstimmig die sofortige Auflösung seines Vertrags beschlossen. Nagelsmann hatte bereits am Vortag in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsspitze um seine Entbindung von den Aufgaben gebeten, nachdem die FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko enttäuschend verlaufen war. Diesem Wunsch wurde nun entsprochen.
Bernd Neuendorf bedankte sich ausdrücklich bei Nagelsmann für seine Arbeit seit September 2023 und hob dessen Einsatzbereitschaft, Ehrgeiz, Verantwortungsbewusstsein und Aufrichtigkeit hervor. Nagelsmann selbst äußerte, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei und sein oberstes Ziel immer der Erfolg der Mannschaft gewesen sei. Er betonte, dass die Mannschaft nach der Enttäuschung einen unbelasteten Neuanfang verdiene. Ein besonderer Dank ging an sein Trainerteam, den Staff, alle Unterstützer im Verband, die Spieler und die Fans, die dem Team Vertrauen und Energie geschenkt hätten.
Reaktionen und Nachfolgeplanungen
Sportdirektor Rudi Völler äußerte Respekt für Nagelsmanns Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen und die Nationalmannschaft über seine eigene Person zu stellen. Er bedauerte den Ausgang des Turniers, zeigte sich aber überzeugt, dass Nagelsmann seinen Weg als exzellenter Trainer erfolgreich fortsetzen werde. Völler dankte Nagelsmann für die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit. Neben Nagelsmann werden auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB verlassen.
Der DFB wird nun Gespräche mit Jürgen Klopp bezüglich der Neubesetzung des Trainerpostens aufnehmen. Klopp hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, das Amt zu übernehmen. Berichten zufolge war Klopp nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft als möglicher Nachfolger gehandelt worden. Deutschland war im Sechzehntelfinale an Paraguay gescheitert.

Nagelsmann hatte unmittelbar nach der Niederlage einen Rücktritt zunächst ausgeschlossen, obwohl sein Vertrag beim DFB noch bis 2028 lief. Er hatte im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick angetreten. Die Entscheidung zur Vertragsauflösung erfolgte einen Tag nach einer Krisensitzung in der DFB-Zentrale, bei der Nagelsmann etwa drei Stunden lang zum WM-Aus Rede und Antwort stehen musste. An dieser Sitzung nahmen Präsident Bernd Neuendorf, Geschäftsführer Andreas Rettig, Sportdirektor Rudi Völler sowie der erste Vizepräsident des DFB und Chef der Bundesliga, Hans-Joachim Watzke, teil.
Weitere personelle Veränderungen
Während der Sitzung der Gesellschaftervertreter und des Aufsichtsrates erklärte Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig, dass er seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern wird. Er hatte DFB-Präsident Neuendorf bereits vor Beginn der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft darüber informiert. Die Beratungen des DFB-Aufsichtsrats und der Gesellschaftsversammlung am heutigen Tag sollen sich auch mit der Zukunft von Rudi Völler und Andreas Rettig befasst haben.
Die DFB-Spitze hatte Julian Nagelsmann Berichten zufolge einen Rücktritt nahegelegt, nachdem er sich mit Spitzenfunktionären auf dem Campus des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main ausgetauscht hatte. Die Ablösung von Nagelsmann soll demnach eine ausgemachte Sache gewesen sein. Der DFB wird nun die Verhandlungen mit Jürgen Klopp aufnehmen, der als Experte für MagentaTV in Amerika im Einsatz ist.
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Source: dfb.de