Achtelfinal-Einzug sorgt für Rekord-Einschaltquoten in den USA
Der Einzug der US-Nationalmannschaft ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft hat in den USA für außergewöhnlich hohe Einschaltquoten gesorgt. Das Spiel gegen Bosnien-Herzegowina, das die USA mit 2:0 gewannen, wurde von einem Millionenpublikum verfolgt und übertraf dabei frühere Fußball-Zuschauerrekorde in den Vereinigten Staaten.
Die Übertragung des Spiels auf Englisch durch Fox erreichte im Durchschnitt rund 24,3 Millionen Zuschauer. In der Spitze schalteten sogar 31,9 Millionen Menschen ein, was einen neuen Rekord für ein Fußballspiel in den USA darstellt. Diese Zahlen übertrafen deutlich die Zuschauerzahlen des WM-Auftaktspiels der US-Boys gegen Paraguay, das 16 Millionen Zuschauer hatte.
Hohes Zuschauerinteresse
Auf den spanischsprachigen Kanälen, wie Telemundo, kamen am Mittwoch (Ortszeit) weitere neun Millionen Zuschauer hinzu. Insgesamt lag die Einschaltquote damit bei über 33 Millionen Zuschauern. Laut US-Medien sind diese Werte vergleichbar mit Playoff-Spielen der NFL und übertreffen die meisten Finalserien der MLB oder NBA.
Die Partie fand im Super-Bowl-Stadion in Santa Clara statt, wo 68.827 Zuschauer das Spiel verfolgten. Schon vor dem Anpfiff hallten „USA, USA“-Rufe durch die Arena, und vier Jets flogen kurz vor Spielbeginn über das offene Stadion, was für zusätzliche Begeisterung sorgte. Viele Fans des von Mauricio Pochettino trainierten Teams hatten sich für diesen besonderen Anlass verkleidet, beispielsweise als Freiheitsstatue oder Weißkopfseeadler, oder trugen gigantische Fahnen und Cowboyhüte.

Das Team um Superstar Christian Pulisic bezwang Bosnien-Herzegowina verdient mit 2:0. Die Tore erzielten Folarin Balogun in der 45. Minute und Malik Tillman in der 82. Minute. Die USA mussten rund 30 Minuten in Unterzahl spielen, nachdem Balogun eine umstrittene Rote Karte erhalten hatte. Der brasilianische Schiedsrichter Raphael Claus hatte die Szene nach einem Zweikampf, bei dem Balogun seinen Gegenspieler Tarik Muharemovic getroffen hatte, per VAR überprüft und auf Rot entschieden. Der frühere englische Spitzenschiedsrichter Mark Clattenburg äußerte sich beim amerikanischen Sender Fox kritisch zu dieser Entscheidung und bezeichnete sie als „keinen guten Einsatz des VAR“ und „keine Rote Karte“.
Spielverlauf und nächste Herausforderung
Die Bosnier hatten zu Beginn des Spiels die ersten Gelegenheiten. Stuttgarts Ermedin Demirovic schoss aus aussichtsreicher Position zu unplatziert, und Jungstar Kerim Alajbegović versuchte es bei einer Ecke direkt, doch US-Keeper Matt Freese war zur Stelle. Die USA übernahmen anschließend die Kontrolle und hatten mehr Ballbesitz. Nach einer halben Stunde war Balogun nach einem Fehler in der bosnischen Defensive frei durch und traf ins Eck, doch das Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben.
Balogun, der agile Angreifer von AS Monaco, belohnte sich später für seinen auffälligen Auftritt. Ein Pass von Tillman von Bayer Leverkusen wurde abgefälscht und sprang zu Balogun, dessen Treffer diesmal zählte. Kurz vor der Halbzeit hätte er beinahe noch einmal getroffen, als er die Latte traf. Nach der Pause musste Bosniens Kapitän Edin Džeko wegen Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden. Trotz dreifacher Wechsel durch Trainer Sergej Barbarez änderte sich an den Kräfteverhältnissen wenig. Die USA spielten zielstrebiger und blieben die bessere Mannschaft.
Mit einem Mann mehr erhöhte der bosnische Druck etwas, und Bundesligastürmer Haris Tabakovic kam als Joker ins Spiel. Doch Tillman beseitigte mit einem sehenswerten Freistoßtreffer letzte Zweifel am Sieg des US-Teams. Für die Bosnier um Sturm-Legende Edin Džeko endet damit die erste WM-Reise seit 2014 und die zweite überhaupt. Die USA trifft im Achtelfinale nun auf Belgien.
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Source: sport1.de