Belgiens Aus bei der WM gegen Spanien: Das Drama des Thibaut Courtois - Sport - SZ.de - SZ.de
Das belgische Nationalteam ist im Viertelfinale der Weltmeisterschaft gegen Spanien ausgeschieden. Das Spiel endete 1:2, wobei das entscheidende Tor in der 88. Minute fiel. Für Belgien war es ein dramatisches Ende, das von einer Verletzung des Stammtorhüters Thibaut Courtois und einem Fehler seines Ersatzmannes Senne Lammens geprägt war.
Courtois, der Stammtorhüter von Real Madrid, musste nach 71 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Er verspürte starke Schmerzen im Quadrizeps, obwohl er angab, im Tor bleiben zu können, abgesehen von langen Pässen. Der Trainer entschied sich jedoch für eine Auswechslung, um nur Spieler auf dem Feld zu haben, die zu 100 Prozent fit waren.
Drama um den Torhüter
Für den eingewechselten Senne Lammens, der seit dieser Saison die Nummer eins bei Manchester United ist, nahm das Drama seinen Lauf. Eine gute Viertelstunde nach seiner Einwechslung patzte der 24-Jährige bei einem Weitschuss von Pau Cubarsí, indem er den Ball nach vorne abprallen ließ. Der ebenfalls kurz zuvor eingewechselte Mikel Merino nutzte die Gelegenheit und erzielte das Siegtor für Spanien.

Nach dem Spiel spendete der untröstliche Courtois seinem Ersatzmann Trost. Er umarmte Lammens fest und betonte, dass dies für einen Torwart ein „beschissenes Gefühl“ sei. Courtois äußerte sich zuversichtlich über Lammens‘ Zukunft und sagte, dass dieser Moment ihn stärker machen werde.
Auch die Teamkollegen nahmen Lammens in Schutz. Brandon Mechele, ein Verteidiger Belgiens, merkte an, dass es kein einfacher Ball gewesen sei und dass die Abwehr dem Torhüter vielleicht mehr hätte helfen können. Er betonte die Notwendigkeit, als Gruppe füreinander da zu sein und aus solchen Situationen zu lernen.
Courtois‘ Zukunft in der Nationalmannschaft
Die Niederlage gegen Spanien könnte für Thibaut Courtois möglicherweise das letzte Spiel als Nationaltorwart gewesen sein. Der 34-Jährige hat bereits 21 WM-Spiele für Belgien absolviert, nur Manuel Neuer hat weltweit mehr Einsätze als Torhüter bei Weltmeisterschaften. Courtois äußerte, dass er über seine Zukunft mit dem Trainer und dem Sportdirektor des belgischen Verbands, Vincent Mannaert, sprechen müsse.
Er würde gerne die Nations-League-Spiele im Herbst aussetzen und danach für die Qualifikation und möglicherweise die Europameisterschaft zurückkehren. Courtois betonte jedoch, dass dies eine Entscheidung des Trainers und des Verbands sei. Sollten sie dies anders sehen, müsste er überlegen, ob er weiterhin für die Nationalmannschaft zur Verfügung stehen kann.
Bereits vor dem Turnier hatte Courtois angedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit größer sei, dass er nach diesem Turnier nicht weitermachen würde. Er erwähnte, dass seine Familie bei ihm sei, da dies sein letztes Turnier sein könnte. Trotz des guten Zusammenhalts im Team und der einzigartigen Momente, die er bei diesem Turnier erlebt hat, glaubt er nicht, noch vier weitere Jahre im gleichen Tempo weitermachen zu können. Dennoch betonte er, immer stolz und glücklich zu sein, für die „Roten Teufel“ zu spielen.
Neben Courtois‘ Verletzung hatte Belgien auch mit weiteren Ausfällen zu kämpfen. Youri Tielemans, der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler von Aston Villa, verletzte sich beim Aufwärmen. Zuvor hatte sich bereits Amadou Onana, ebenfalls von Aston Villa, im Achtelfinale gegen die USA am Kreuzband verletzt. Trainer Rudi Garcia beklagte die Verletzten und stellte fest, dass man gegen eine Mannschaft wie Spanien keine Fehler machen dürfe.
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Source: sueddeutsche.de