Bericht über Spannungen rund um Neuer – DFB dementiert
Diskussionen um Torhüter-Entscheidung bei der WM
Berichte über interne Spannungen rund um die deutsche Nationalmannschaft bei der jüngsten Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko wurden vom DFB dementiert. Im Mittelpunkt der Spekulationen stand die Nominierung von Manuel Neuer als Stammtorhüter durch Bundestrainer Julian Nagelsmann kurz vor Turnierbeginn. Diese Entscheidung soll intern kontrovers diskutiert worden sein.
Laut einem Bericht von „ran“ soll Torwarttrainer Andreas Kronenberg sogar kurz vor dem Turnier seinen Rücktritt erwogen haben. Der Grund hierfür sei gewesen, dass er in die Entscheidung bezüglich Neuers Rückkehr nicht eingebunden wurde. Der DFB hat diese Meldung jedoch gegenüber t-online dementiert.
Vor Neuers Berufung hatten Nagelsmann und Kronenberg demnach Oliver Baumann als ersten Torwart und Alexander Nübel als dessen Stellvertreter für die Weltmeisterschaft vorgesehen. Durch Neuers Nominierung musste Kronenberg seine ursprüngliche Zusage an Baumann und Nübel zurücknehmen, was zu Verärgerung geführt haben soll.
Neuer und die Torhüter-Konstellation
Die Beziehung zwischen Manuel Neuer und Alexander Nübel wird seit mehreren Jahren als kompliziert beschrieben. Einem Bericht zufolge soll Neuer die Bedingung für sein Comeback gestellt haben, dass Nübel aus dem Kader gestrichen und Jonas Urbig an seiner Stelle mit zur WM fährt. Auch diese Behauptung wurde vom DFB dementiert.
Letztlich reisten sowohl Nübel als dritter Torhüter als auch Urbig als Trainingstorwart mit in die USA. Urbig war dabei nicht spielberechtigt. Dieser Kompromiss, dass Urbig als Trainingstorhüter ohne Kaderplatz mitreiste, soll das Ergebnis einer Einigung zwischen Nagelsmann und Neuer gewesen sein.

Die WM verlief für die DFB-Elf enttäuschend. Obwohl Deutschland die Vorrundengruppe E als Erster überstand, schied das Team bereits im Sechzehntelfinale nach Elfmeterschießen gegen Paraguay aus. Nach dem Turnier trat Julian Nagelsmann von seinem Posten als Bundestrainer zurück.
Die Debatte um die Torhüterposition war bereits vor der Europameisterschaft 2024 ein Thema. Damals hatte Nagelsmann Neuer, Baumann, Marc Andre ter Stegen und Nübel ins vorläufige Aufgebot berufen. Berichten zufolge wurde Nübel damals auf Drängen Neuers noch gestrichen. Auch diese Darstellung dementierte der DFB in einer Stellungnahme.
Hintergründe und Dementi des DFB
Die Berichte über die Spannungen und die angeblichen Rücktrittsgedanken von Torwarttrainer Andreas Kronenberg wurden vom DFB klar zurückgewiesen. Kronenberg, der seit 2021 unter dem damaligen Bundestrainer Hansi Flick zur Nationalmannschaft stieß, war somit länger im Amt als Nagelsmann selbst.
Die Entscheidung, Manuel Neuer kurz vor der WM zurückzuholen, führte dazu, dass Oliver Baumann, der in der Qualifikation gesetzt war, degradiert wurde. Nagelsmann und Kronenberg hatten Baumann zuvor einen Stammplatz bei der WM in Aussicht gestellt.

Die komplizierte Beziehung zwischen Neuer und Nübel reicht bis ins Jahr 2020 zurück, als Nübel ablösefrei vom FC Schalke 04 zum FC Bayern wechselte. Trotz angeblicher Einsatz-Versprechen erhielt Nübel kaum Spielzeit und verließ den Verein 2021 per Leihe, zunächst für zwei Jahre zur AS Monaco und anschließend für drei Jahre zum VfB Stuttgart. Der FC Bayern beendete kürzlich das Missverständnis und verkündete Nübels Transfer zu Besiktas nach Istanbul. Neuers aktueller Vertrag läuft noch bis 2027.
Die Weltmeisterschaft endete für Deutschland mit einem Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.

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Source: t-online.de