Fußball-WM - Der „heilige“ Merino: Pressestimmen zum Spanien-Sieg - Sport - SZ.de
Spaniens Sieg durch Merinos spätes Tor
Spanien hat sich in einem hart umkämpften Viertelfinale der Fußball-WM gegen Belgien mit einem 2:1-Sieg durchgesetzt und damit den Einzug ins Halbfinale gesichert. Das entscheidende Tor fiel in der 88. Minute durch Mikel Merino, der nach einem Fehler des belgischen Ersatztorhüters Senne Lammens traf. Dieser Treffer beendete Belgiens Hoffnungen auf ein Weiterkommen im Turnier.
Das Spiel, das in Inglewood stattfand, war lange Zeit ausgeglichen. Spanien dominierte zwar mit 68 Prozent Ballbesitz und 17 Torschüssen, doch Belgien zeigte sich immer wieder gefährlich. Der Sieg wurde in den internationalen Medien breit kommentiert, wobei Mikel Merino und Senne Lammens im Mittelpunkt standen.
Die spanische Presse feierte den Erfolg. Die Zeitung „Marca“ hob hervor, dass Spanien das Duell gegen Frankreich, das als vorgezogenes Finale gilt, nicht auslässt und ins Halbfinale vorstößt, um den Weg der Weltmeisterschaft 2010 nachzuahmen. „AS“ betonte, dass „zwei Minuten Merino eine ganze Menge“ seien und der Sieg die „Roja“ unter die vier besten Mannschaften der Weltmeisterschaft bringt, wo sie nun gegen Frankreich um den Einzug ins Finale spielen wird. „Mundo Deportivo“ schrieb, Spanien habe wieder einmal Glück, dass der „Heilige Merino“ auftauche, um ins Halbfinale zu kommen.
Torhüter-Drama bei Belgien
Für Belgien war das Ausscheiden von einem Torhüter-Drama geprägt. Der Stammtorhüter Thibaut Courtois musste in der 71. Minute beim Stand von 1:1 wegen Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden. Er verließ das Feld sichtlich enttäuscht und mit Tränen in den Augen. Für ihn kam Senne Lammens von Manchester United ins Spiel.
Lammens, der erst sein drittes Länderspiel bestritt, hatte einen unglücklichen Auftritt. In der 88. Minute ließ er einen eigentlich harmlosen Schuss von Pau Cubarsi aus etwa 25 Metern nach vorne abprallen. Mikel Merino nutzte diese Gelegenheit und schoss den Ball aus fünf Metern hoch ins linke Eck zum 2:1-Siegtreffer für Spanien.
Die belgische Presse zeigte sich betroffen. „De Standaard“ kommentierte, dass die „Roten Teufel“ im Viertelfinale der Weltmeisterschaft ausscheiden, nach einer zwar nicht unlogischen, aber vermeidbaren 2:1-Niederlage gegen Spanien. Das Siegtor für Spanien fiel nach einem Fehler von Torwart Senne Lammens, der kurz zuvor den verletzten Thibaut Courtois ersetzt hatte. Das belgische Portal „Sporza“ schrieb: „Armer, armer, armer Senne Lammens – das wünscht man wirklich niemandem, wenn die Augen der ganzen Welt auf einen gerichtet sind.“
Courtois selbst äußerte sich nach dem Spiel, dass er trotz starker Schmerzen im Quadrizeps gerne weitergespielt hätte. Die Entscheidung des Trainers, ihn vom Feld zu nehmen, sei jedoch akzeptabel gewesen, da das Team über allem stehe. Courtois, der seit 2014 keine WM-Minute für Belgien verpasst hatte, sah seine Serie reißen. Sein 21. WM-Spiel könnte sein letztes gewesen sein, da er eine Pause von der Nations League in Betracht zieht, um zur Ruhe zu kommen.

Auch beim ersten Gegentreffer Spaniens, einem Schuss von Dani Olmo, den Fabián Ruiz abstaubte, agierte Courtois unglücklich, obwohl es kein direkter Torwartfehler war. Trainer Rudi Garcia haderte nach dem Ausscheiden seiner Mannschaft. Er betonte, dass Verletzungen nicht vorteilhaft gewesen seien und man gegen eine solche Mannschaft keine Fehler machen dürfe. Er sprach von einem Spiel auf Augenhöhe, bei dem am Ende die Details zählten und es einfach nicht gereicht habe.
Ausblick auf das Halbfinale
Spanien trifft nun im Halbfinale auf Frankreich. Dieses Duell der Topfavoriten findet am Dienstag ab 21:00 Uhr MESZ in Dallas statt. Die französische Presse blickt bereits auf das Aufeinandertreffen. „L’Équipe“ schrieb, „Les Bleus“ erwarte „La Roja“, während „Le Parisien“ feststellte, dass Spanien „Les Bleus“ im Halbfinale erwartet und die dominierende „La Roja“ bis zur 88. Minute warten musste, bis ein Fehler von Senne Lammens den Unterschied machte.
Die „New York Times“ aus den USA kommentierte, Spanien nutze einen Fehler aus, um Belgien aus dem Turnier zu werfen, und sorge damit für einen Blockbuster gegen Frankreich. Die englische Presse sah es ähnlich: „The Telegraph“ berichtete, Lammens’ Fehler besiegelte Belgiens Ausscheiden, während Merino Spanien ins WM-Halbfinale schoss. „The Guardian“ hob hervor, dass es wieder einmal der großartige Moment von Mikel Merino war und ein ganzes Land mit ihm an der Eckfahne feierte.
Spanien, das mit Spielern wie Yamal, der als auffälligster Mann auf dem Platz galt, überzeugte, setzte sich am Ende knapp, aber verdient durch. Belgien leistete gegen Ende immer weniger Gegenwehr und wollte sich in die Verlängerung retten, doch Merino wurde einmal mehr zum Matchwinner. Das Spiel endete mit einem 2:1-Sieg für Spanien.
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Source: sueddeutsche.de