Böller und Flaschen nach Marokkos WM-Aus auf Polizisten geworfen – „Um 0.45 Uhr ist die Stimmung gekippt“
Ausschreitungen in Düsseldorf
Nach dem Ausscheiden Marokkos aus der Fußball-Weltmeisterschaft im Viertelfinale kam es in Düsseldorf zu Zwischenfällen. Laut Polizeiangaben hatten sich etwa 1.500 Fußballfans in der Nähe des Hauptbahnhofs versammelt. Eine Polizeisprecherin beschrieb die anfängliche Stimmung als gut, die jedoch später kippte und aggressiv wurde.
Auf der Fanmeile in der Ellerstraße warfen vermummte Personen Böller und Glasflaschen in die Menschenmenge. Zudem wurden Raketen gezündet, Molotow-Cocktails geworfen und Mülltonnen umgestoßen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Situation zu beruhigen.
Bei den Einsätzen wurden drei Polizeibeamte verletzt; einer von ihnen war vorübergehend nicht mehr dienstfähig. Die Polizei nahm zwei Personen vorläufig fest und erstattete mehrere Strafanzeigen. Aus einer Gruppe von Menschen wurden Böller und Glasflaschen gezielt auf Polizisten geworfen.
Reaktionen und Stimmung in anderen Städten
Der Abend hatte in vielen Städten in Nordrhein-Westfalen zunächst positiv begonnen, wo sich Marokko-Fans zum gemeinsamen Public Viewing versammelt hatten. In Dortmund fanden sich etwa 400 Menschen in der Gözdem-Event-Arena ein. Auch in Bonn gab es ein großes Public Viewing, wo die Hoffnung groß war, dass sich der Afrika-Cup-Sieger gegen Frankreich durchsetzen könnte.
Nach dem Spiel machte sich in Dortmund Ernüchterung breit. Ein Fan namens Samy äußerte, dass die Stimmung nach den zwei Gegentoren sehr gekippt sei, aber dies sei eben Fußball. Andere Fans bemängelten, dass der marokkanischen Mannschaft die nötige Energie und der Ehrgeiz gefehlt hätten, um Frankreich zu besiegen.
In Bonn hingegen blieb die Stimmung nach dem Schlusspfiff trotz des enttäuschenden Ergebnisses friedlich. Ein Fan namens Mehdi zeigte sich dankbar für die Leistung der Mannschaft. Er betonte, dass er stolz aufwachen werde, da Marokko es bis ins Viertelfinale geschafft und als letztes afrikanisches Team im Turnier verblieben sei.
Vereinzelt fuhren in Bonn nach dem Spiel noch hupende Autos mit Marokko-Fahnen über den Bertha-von-Suttner-Platz. Ein Verkehrschaos, wie es nach dem Sieg Marokkos gegen Kanada gegeben hatte, blieb jedoch aus. Viele Fans äußerten Enttäuschung über das Ergebnis, während andere die Niederlage als erwartbar einstuften, da Frankreich als sehr stark galt.

Eine Frau in Bonn zeigte sich trotz der Niederlage stolz auf Marokko und merkte an, dass Frankreich gut gespielt und den Sieg verdient habe. Die Polizei in Düsseldorf war am 9. und 10. Juli 2026 im Einsatz, um die Lage zu kontrollieren.
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Source: www1.wdr.de