Alexander Zverev im Wimbledon-Halbfinale gegen Fery – und 15.000 Fans - BILD
Fery im Wimbledon-Halbfinale
Arthur Fery, ein britischer Tennisspieler, der mit einer Wildcard ins Turnier gestartet ist, hat das Halbfinale in Wimbledon erreicht. Seine Leistung hat in der britischen Presse Vergleiche mit dem ehemaligen Wildcard-Sieger Goran Ivanisevic hervorgerufen. Fery, der in Sèvres bei Paris geboren, aber nur fünf Minuten von der Wimbledon-Anlage entfernt aufgewachsen ist, hat sich als Lokalmatador etabliert. Seine frühere Schule liegt lediglich 1500 Meter vom Turniergelände entfernt.
Fery, der sich selbst als potenziellen Top-Spieler sieht, besiegte im Viertelfinale den französischen French-Open-Finalisten Flavio Cobolli. Das Match endete mit 6:4, 7:6 (7:4), 6:0 zu seinen Gunsten. Dieser Erfolg macht ihn zum ersten Briten seit Cameron Norrie vor vier Jahren, der das Halbfinale im All England Club erreicht hat. Seine Mutter, Olivia Fery, war selbst Tennisprofi, und sein Vater, Loic Fery, ist Präsident des französischen Erstligisten FC Lorient.
Die Geschichte des 23-jährigen Fery hat auch das Königshaus beeindruckt. Prinzessin Kate sah ihm untypischerweise in der zweiten Runde auf Court 18 zu, und Königin Camilla war im Viertelfinale anwesend. Königin Camilla gratulierte Fery nach seinem Spiel und drückte ihm die Daumen auf dem Centre Court. Fery erzählte ihr, dass er am Sonntag Geburtstag habe und es schön wäre, das Finale an seinem Geburtstag zu spielen.

Herausforderung gegen Zverev
Im Halbfinale trifft Fery auf den French-Open-Sieger Alexander Zverev. Zverev ist sich seiner Favoritenrolle bewusst, erwartet aber eine Herausforderung, da er gegen die Unterstützung von bis zu 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court spielen wird. Er rechnet damit, dass 99 Prozent der Zuschauer Fery anfeuern werden, sieht dies jedoch nicht als Problem an. Zverev hat in seiner Karriere bereits viele unterschiedliche Zuschaueratmosphären erlebt und betont, dass das britische Publikum stets fair sei.
Zverev freut sich auf die Atmosphäre und die Energie, die von den Zuschauern ausgehen wird. Er ist seit langem auf der Tour und hat nach eigenen Angaben bereits die „feindseligsten, schwierigsten und unfairsten“ Zuschauer erlebt. Er ist zuversichtlich, mit der Situation umgehen zu können. Fery selbst äußerte sich zuversichtlich vor dem Match gegen Zverev und erklärte, er habe nichts zu verlieren und werde sein Spiel zeigen.
Fery ist der erste Wildcard-Spieler seit Goran Ivanisevic im Jahr 2001, der das Halbfinale in Wimbledon erreicht hat. Ivanisevic gewann damals als Wildcard-Spieler das Turnier, nachdem er dreimal im Finale gestanden hatte und auf Platz 125 der Weltrangliste abgerutscht war. Die Organisatoren von Wimbledon hatten ihm damals trotz Schulterproblemen eine Wildcard gegeben. Ivanisevic besiegte im Viertelfinale Marat Safin und im Halbfinale Tim Henman, bevor er im Finale Patrick Rafter besiegte. Fery hofft, in die Fußstapfen von Ivanisevic treten zu können und ein weiteres Tennismärchen zu schreiben.
Auswirkungen auf die Weltrangliste
Sollte Fery das Finale erreichen, würde er in der Weltrangliste mindestens auf Platz 26 vorrücken. Vor dem Turnier belegte er Platz 114. Ein Sieg im Finale würde ihm zudem ein Preisgeld von 4,2 Millionen Euro einbringen. Die Geschichte von Fery hat die britische Öffentlichkeit so sehr begeistert, dass die BBC sogar nach Alternativnamen für den legendären Hügel in Wimbledon suchte, in Anlehnung an „Henman Hill“ und „Murray Mound“.
Fery hat immer an sich selbst und seine Fähigkeiten geglaubt, ein Topspieler zu werden. Seine bisherige Reise in Wimbledon ist für ihn unwirklich. Er ist bereit für die Herausforderung gegen Zverev und möchte weiterhin das tun, was er bisher getan hat. Die Begegnung im Halbfinale verspricht eine spannende Auseinandersetzung zwischen dem erfahrenen Zverev und dem aufstrebenden Wildcard-Spieler Fery zu werden.
Das Halbfinale zwischen Alexander Zverev und Arthur Fery findet heute um 14:30 Uhr statt.
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Source: bild.de