Mbappé zaubert Frankreich ins Halbfinale
Frankreich hat sich nach einem 2:0-Sieg gegen Marokko für das Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft qualifiziert. Die Leistung der französischen Mannschaft wurde in internationalen Medien gelobt, wobei besonders die heimischen Medien Begeisterung zeigten. Die Zeitung L’Équipe titelte nach der Partie „Nicht aufzuhalten“, während Le Parisien bereits auf den WM-Pokal blickte und anmerkte, dass noch zwei Spiele zu gewinnen seien.
Das Viertelfinale in Foxborough sah Frankreich geduldig agieren, bis das Duo Mbappé und Dembélé in der zweiten Halbzeit den Widerstand Marokkos brach. Die französischen Offensivstars standen im Mittelpunkt der Berichterstattung. The Athletic fragte, ob jemand die französische Mannschaft überhaupt stoppen könne, während The Telegraph von einem ungefährdeten Sieg sprach und die Partie eher als Pflichtaufgabe denn als nervenaufreibendes Viertelfinale beschrieb.
Mbappés entscheidende Rolle und Teamgeist
Kylian Mbappé spielte eine zentrale Rolle im Erfolg der französischen Mannschaft. Nach einem Rassismus-Eklat in der Woche vor dem Spiel und einem verschossenen Elfmeter zeigte er eine bemerkenswerte Nervenstärke. Teamkollegen lobten seine unglaubliche Leistung. Der Fall des Rassismus-Eklats, bei dem Mbappé nach dem Achtelfinalsieg gegen Paraguay von einer Senatorin beschimpft wurde, hatte tagelang hohe Wellen geschlagen und sogar Frankreichs Staatspräsidenten Emmanuel Macron auf den Plan gerufen, was zu Ermittlungen der Pariser Staatsanwaltschaft führte.
Trotz eines verschossenen Elfmeters in der 28. Minute gegen Marokko, bei dem er nach einer langen Wartezeit aufgrund einer VAR-Überprüfung an Marokkos Torwart Bono scheiterte, ließ sich Mbappé nicht beirren. Er räumte ein, schlecht geschossen zu haben, betonte jedoch die knifflige Situation. Viele Spieler hätten eine solche Szene während einer Partie nicht abschütteln können, Mbappé jedoch schon. Sein 20. WM-Treffer brachte Frankreich nach einer Stunde in Führung, und wenige Minuten später bereitete er das Tor für Dembélé vor.

Mbappé betonte nach dem Spiel, dass es nicht darum gehe, wer die Tore erzielt, sondern dass die Mannschaft für Frankreich kämpfe. Diese Geschlossenheit des französischen Starensembles ist bemerkenswert. Ehemalige Topstürmer wie Zlatan Ibrahimovic lobten Spieler wie den Münchner Olise als „den Tom Brady Frankreichs“, da er als zuverlässiger Vorbereiter für Mbappé fungiert. Ibrahimovic erklärte, dass man bei Spielern wie Olise einfach rennen müsse, da der Ball ankommen werde.
Marokkos Kampf und die Reaktionen
Die marokkanische Mannschaft, die sich im Turnier viel Anerkennung erspielt hatte, schied chancenlos aus dem Viertelfinale aus. Achraf Hakimi und Torwart Yassine Bounou zeigten sich sichtlich enttäuscht. Brahim Díaz stand wie versteinert auf dem Spielfeld. Die Fans in Rabat, die 60 Minuten lang euphorisch gefeiert hatten, saßen fast schweigend auf den Rängen. Marokkos Nationaltrainer Mohamed Ouahbi äußerte sich enttäuscht, betonte aber, dass die Mannschaft alles gegeben habe und anerkennen müsse, gegen eine großartige Mannschaft gespielt zu haben.
Die Marokkaner hatten in diesem Spiel eine schwere Hypothek zu schultern, da Ismael Saibari, der nach der WM zum FC Bayern wechselt, angeschlagen fehlte. Ohne ihn wirkte das Spiel der Marokkaner führungslos gegen das französische Pressing. Ayyoub Bouaddi erklärte, dass die Mannschaft wusste, dass es ein hartes Spiel werden würde und eine riesige Leistung abrufen musste. Er fügte hinzu, dass jeder hundert Prozent gegeben habe und dass der Fußball so sei, dass man nicht immer gewinnen könne. Dieses Spiel werde die Mannschaft jedoch weiterbringen und zeigen, was für kommende Turniere noch fehle.
Die nächsten Ziele Marokkos sind laut Ouahbi, erneut den Afrika-Cup zu gewinnen. Er betonte, dass der Verband stark sei und fantastische junge Spieler zur Verfügung stünden. Zudem könne sich die Mannschaft als Co-Gastgeber der nächsten Weltmeisterschaft noch weiterentwickeln. Trotz fünf Torschüssen in der offiziellen Statistik war keiner davon wirklich gefährlich, und der xG-Wert lag bei 0,14. Die Franzosen hingegen hatten zahlreiche Chancen, nutzten diese aber erst in der zweiten Halbzeit eiskalt. Marokkos Mauertaktik hatte in der Neuauflage des WM-Halbfinals von 2022 nur eine Stunde lang Erfolg.
Mbappé führte die WM-Torjägerliste an, auch wenn dies dank seiner Vorlagen und einem Spiel mehr als seine engsten Verfolger Lionel Messi, Erling Haaland und Harry Kane war. Die italienische Gazzetta dello Sport urteilte, Frankreich sei „von einem anderen Planeten“, während der Schweizer Blick schrieb, Mbappé mache den verschossenen Elfmeter wett und rücke Messi „auf die Pelle“. Die österreichische Krone sah Frankreich bereits als Topfavoriten auf den Titel. Die französische Mannschaft hat in diesem Turnier bisher sechs Spiele gewonnen und eine Tordifferenz von 16:2 erzielt.
Nach dem Spiel umarmte Kylian Mbappé den designierten Bundestrainer Jürgen Klopp auf dem Rasen.
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Source: n-tv.de