Fußball-WM: Frankreich zieht mit Sieg gegen Marokko ins Halbfinale ein
Frankreich sichert sich Halbfinalplatz
Die französische Nationalmannschaft hat sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft erneut als Titelanwärter präsentiert und ist zum dritten Mal in Folge ins Halbfinale eingezogen. Im Viertelfinale setzte sich das Team mit 2:0 gegen Marokko durch. Die Partie fand vor 63.811 Zuschauern statt, wobei die Franzosen über weite Strecken die dominierende Mannschaft waren.
Angeführt von Kylian Mbappé, erreichte Frankreich das Halbfinale, obwohl Mbappé zunächst einen Elfmeter vergab. Der Sieg unterstreicht die Ambitionen der Franzosen, die nun auf den Gewinner des Spiels zwischen Spanien und Belgien treffen werden. Dieses Halbfinale ist für Dienstag, 21 Uhr MESZ, in Dallas angesetzt.
Mbappé und Dembélé erzielen die Tore
Die Führung für Frankreich erzielte Kylian Mbappé in der 60. Minute mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze. Zuvor war Mbappé in der 28. Minute mit einem Strafstoß an Marokkos Torhüter Yassine Bounou gescheitert. Die Situation um den Elfmeter sorgte für Diskussionen, da Mbappé lange auf die Ausführung warten musste.
Nach Mbappés Führungstreffer legte der ehemalige Dortmunder Ousmane Dembélé in der 66. Minute mit einem Flachschuss das 2:0 nach. Für Frankreich war dies der sechste Sieg im sechsten Spiel des Turniers. Mbappé hat damit insgesamt 20 WM-Tore erzielt, nur eines weniger als Lionel Messi aus Argentinien.

Nach seiner Auswechslung in der 77. Minute musste Mbappé seinen Knöchel kühlen, nachdem er in der zweiten Halbzeit gefoult worden war. Nationaltrainer Didier Deschamps gab jedoch Entwarnung und betonte, dass es nichts Ernstes sei. Mbappé selbst bestätigte, dass es ihm gut gehe und es sich lediglich um einen Schlag auf die Ferse handelte.
Marokko kämpft, aber chancenlos
Marokko, das 2022 als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreicht hatte, wirkte in der Partie über weite Strecken überfordert. Die Nordafrikaner mussten auf den angeschlagenen Ismael Saibari verzichten, der aufgrund einer Muskelverletzung aus dem Achtelfinale nicht in der Startelf stehen konnte. Saibari hatte zuvor drei Treffer erzielt und sein Team ins Achtelfinale geführt.
Trotz einer starken Leistung von Torhüter Yassine Bounou, der mehrere Chancen vereitelte und einen Elfmeter parierte, konnte Marokko offensiv kaum Akzente setzen. Bounou zeigte sich bereits früh im Spiel bei Schüssen von Mbappé und einem Kopfball von Dayot Upamecano aufmerksam. Seine Elfmeter-Statistik bei Weltmeisterschaften ist bemerkenswert: Von neun Schützen konnten ihn lediglich zwei überwinden.
Marokkos Trainer Mohamed Ouahbi äußerte sich nach dem Spiel enttäuscht, betonte aber, dass sein Team alles gegeben habe und man anerkennen müsse, gegen eine großartige Mannschaft gespielt zu haben. Die Hoffnungen auf einen ersten WM-Triumph einer afrikanischen Mannschaft zerschlugen sich erneut gegen Frankreich, das auch die frühere Kolonialmacht ist und in dem sechs Spieler des aktuellen marokkanischen Kaders geboren wurden.
Diskussionen um Schiedsrichterleistung
Die Schiedsrichterleistung in der Partie sorgte für weitere Diskussionen. Besonders die lange Wartezeit vor Mbappés Elfmeter, der von Marokkos Noussair Mazraoui verursacht wurde, wurde kritisiert. ARD-Experte Bastian Schweinsteiger bezeichnete die Situation als „Witz“, dass Mbappé so lange warten musste. Mbappé selbst diskutierte mehrmals mit dem argentinischen Schiedsrichter Facundo Tello.
Die Franzosen hatten weitere Chancen, die sie jedoch nicht nutzen konnten. Ein Schlenzer von Ousmane Dembélé flog am Tor vorbei, Désiré Doué scheiterte an Bounou, und Lucas Digne traf die Latte. Trotz der vergebenen Chancen und der langen Wartezeit auf die Tore, setzte sich Frankreich letztendlich durch und steht im Halbfinale des Turniers.
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Source: welt.de