"Unglaublich glücklich" - Zverev schlägt Fery klar und steht im Finale
Alexander Zverev hat sich zum ersten Mal in seiner Karriere für das Finale in Wimbledon qualifiziert. Er ist der erste deutsche männliche Spieler seit Boris Becker im Jahr 1995, dem dies gelang. In einem Halbfinalmatch besiegte Zverev den Briten Arthur Fery mit 7:6, 6:2 und 6:4.
Nach dem Match äußerte sich Zverev erfreut über seinen Erfolg. Er betonte, dass Wimbledon für ihn immer der Grand Slam war, mit dem er die meisten Schwierigkeiten hatte. Trotz seiner Freude liegt sein Fokus bereits auf dem kommenden Finale am Sonntag.
Im Finale trifft Zverev auf Jannik Sinner, der Novak Djokovic in drei Sätzen besiegte. Sollte Zverev das Finale gewinnen, wäre er der erste deutsche männliche Wimbledon-Sieger seit Michael Stich im Jahr 1991 und der erste deutsche Spieler insgesamt seit Angelique Kerber im Jahr 2018.
Matchverlauf und Zverevs Leistung
Der erste Satz begann für Zverev mit leichten Schwierigkeiten. Er nahm Fery früh das Aufschlagspiel ab und ging mit 3:1 in Führung, doch Fery gelang sofort das Rebreak. Der Brite zeigte im ersten Satz eine gute Returnleistung und kam mit Zverevs schnellen Aufschlägen zurecht. Zverev musste in den Tiebreak, den er schließlich mit 7:6 für sich entschied.
Der zweite Satz zeigte eine Demonstration von Zverevs Selbstvertrauen und Stärke. Er nahm seinem Gegner früh den Aufschlag ab und begeisterte mit Vorhand-Gewinnschlägen. Nach 38 Minuten sicherte er sich den Satz mit 6:2 und ging mit einer 2:0-Satzführung in Führung.
Im dritten Satz mühte sich Fery, seine Aufschlagspiele durchzubringen, während Zverev seinem Gegner bei eigenem Aufschlag kaum Chancen ließ. Als Zverev beim Stand von 2:2 ein Break gelang, war die Entscheidung gefallen. Nach zwei Stunden und 13 Minuten verwandelte der French-Open-Sieger von vor fünf Wochen seinen ersten Matchball.
Zverevs spielerische Entwicklung in den letzten Monaten war bemerkenswert. Seine Vorhand war im Halbfinale auf Weltklasseniveau. Diese Dominanz, besonders in Grand Slams, zeigte der Hamburger in der Vergangenheit nicht. Zverev erklärte, dass der Gewinn eines Majors das Gefühl vermittelt, es wieder schaffen zu können, und dass er intensiv an seinem Spiel gearbeitet hat.
Erwartungen an das Finale
Zverev betonte, dass er nach dem verwandelten Matchball eher verhalten jubelte, da er das Turnier noch nicht gewonnen hat. Er ist glücklich, im Finale zu stehen, aber das Turnier ist noch nicht beendet. Er kann am Sonntag, nur fünf Wochen nach seinem French-Open-Sieg, den Sieg in Wimbledon folgen lassen.
Vor dem Finale gegen Sinner fühlt sich Zverev nicht mehr als Außenseiter, obwohl er die vergangenen neun Vergleiche mit Sinner verloren hat. Er sieht die Begegnung als eine 50:50-Angelegenheit. Beide Finalisten konnten im Halbfinale Kräfte sparen, da ihre Matches relativ kurz waren.
Zverev widersprach der Annahme, dass er nach dem Gewinn der French Open einen Spannungsabfall erlebt haben könnte. Er sei weiterhin fokussiert und hungrig und möchte weiterhin gewinnen, explizit auch den Titel in Wimbledon. Diese Einstellung erinnert an das berühmte Zitat von Oliver Kahn.
Zverev hat seine Spielweise für Rasen angepasst, was in den vergangenen Jahren nicht funktioniert hatte, aber dieses Jahr sehr gut läuft. Die offensive Positionierung auf dem Platz, die verbesserte Vorhand, das gute Grundlinienspiel und der Aufschlag sind die Faktoren, die ihn zu einem Titelkandidaten gemacht haben. Die Vorhand sei ein wichtiger Teil dieser Verbesserung. Wenn er diesen Schlag gut trifft, spielt er gut, andernfalls sei er schlagbarer.
In der neuen Weltrangliste wird Zverev Carlos Alcaraz auf Position zwei ablösen.
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Source: sportschau.de