WM 2026: Nach Attacke von Jude Bellingham: Harry Kane verteidigt Thomas Tuchel - BILD
Nach dem Viertelfinalsieg Englands bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Norwegen (2:1 n.V.) ist es zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen Trainer Thomas Tuchel und Spieler Jude Bellingham gekommen. Tuchel hatte die Leistung seiner Mannschaft kritisiert, woraufhin Bellingham mit Unverständnis reagierte. Nun hat sich Kapitän Harry Kane zu Wort gemeldet und seinen Trainer verteidigt.
Tuchel äußerte sich direkt nach dem Abpfiff kritisch über die Leistung seines Teams: „Ich bin mit der Leistung der Spieler nicht zufrieden. Wir haben uns das Spiel selbst unglaublich schwer gemacht.“ Diese Aussage stieß bei Bellingham, der in dem Spiel zwei Tore erzielte, auf Widerstand. Bellingham entgegnete auf die Kritik: „Vielleicht weiß er nicht, wie es ist, unter diesen Bedingungen gegen Erling Haaland, Ödegaard, Nusa, Sörloth zu spielen. Es ist nicht einfach, gegen dieses Team zu spielen.“
Der Real-Star ging sogar so weit, seinem Trainer vorzuwerfen, eine schlechte Stimmung im Team zu verbreiten: „Wir haben versucht, ein positives Umfeld zu entwickeln und jetzt, wo wir unter den letzten vier Teams sind, sollten wir das genauso fortführen.“
Kane unterstützt Tuchel
Im Gegensatz zu Bellingham zeigte Harry Kane Verständnis für die kritischen Worte seines Trainers. Der Bayern-Star erklärte die Aussagen Tuchels: „Er versucht, das Beste aus uns herauszuholen und wir wissen, dass wir noch ein Level besser spielen können. Wir haben das gegen Norwegen nur in Ansätzen gezeigt.“
Kane betonte weiter, dass Tuchel die Fähigkeiten des Teams kenne und diese auch in den Spielen sehen wolle: „Wenn er uns trainieren sieht und unsere Geschlossenheit sieht und auch sieht, zu was wir in der Lage sind dann möchte er diese Version von uns auch in den Spielen sehen.“
Die Debatte um die Leistung der englischen Mannschaft findet vor dem wichtigen Halbfinale statt. England trifft am Mittwoch in Atlanta auf Argentinien. Kane äußerte sich zu diesem bevorstehenden Spiel: „Wir spielen gegen eines der besten Teams der Welt. Das Gute ist doch, dass wir in einem Halbfinale stehen und immer noch das Gefühl haben, wir können es noch besser.“
Weitere WM-Ereignisse
Abseits des Spielfeldes sorgten weitere Ereignisse für Schlagzeilen. Vor dem ersten Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien am Dienstag kam es zu Empörung über eine rassistische Äußerung des früheren spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Er schrieb in einem Beitrag für „El Debate“, dass Frankreich zwar einen Kader auf höchstem Niveau habe, aber keine Franzosen im Team stünden.
Diese Aussage wurde sowohl in Frankreich als auch in Spanien scharf kritisiert. Philippe Diallo, Präsident des französischen Fußballverbands, bezeichnete die Äußerungen als „unerträglichen Rassismus“. Auch Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez nannte die Aussage „absolut inakzeptabel“. Der aktuelle spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez wünschte, dass die bessere Mannschaft gewinne und der Rassismus verliere.
Ein weiteres Thema war die massive Beleidigung des norwegischen Stürmers Alexander Sörloth in den sozialen Medien nach dem Ausscheiden Norwegens aus der WM. Seine Partnerin Lena Selnes veröffentlichte diverse Kommentare, die Morddrohungen und Aufrufe zum Selbstmord enthielten. Norwegen hatte im Viertelfinale gegen England in Miami unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung verloren, wobei Sörloth in der ersten Halbzeit eine gute Gelegenheit vergab.
Zudem äußerte sich Carsten Cramer, der Clubchef von Borussia Dortmund, zur Möglichkeit, dass Jürgen Klopp neuer Bundestrainer werden könnte. Cramer sieht in Klopp eine Persönlichkeit, die eine positive Wirkung über den Fußball hinaus haben könnte. Er würde sich freuen, wenn der DFB und Jürgen Klopp zueinanderfänden, da Klopp vieles verkörpere, was dem Fußball und dem Land fehle. Eine Grundsatzvereinbarung zwischen Klopp und den Bossen des Deutschen Fußball-Bunds um Präsident Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke besteht bereits, eine Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull steht jedoch noch aus. England trifft am Mittwoch im Halbfinale auf Argentinien.
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Source: bild.de