Tour de France: Keine Rennen mehr an »heißen Orten« – Pogačar fordert Änderung des Rennkalenders
Hitzebedingte Streckenverkürzung und Fahrerreaktionen
Die neunte Etappe der Tour de France, die durch das Zentralmassiv führte, wurde aufgrund einer anhaltenden Hitzewelle in Frankreich um etwa 30 Kilometer verkürzt. Die Temperaturen erreichten dabei Werte um 40 Grad Celsius. Diese Maßnahme, die die Strecke von ursprünglich 185,5 Kilometern auf 155,5 Kilometer reduzierte, stellte ein Novum in der Geschichte der Rundfahrt dar, um sowohl Fahrer als auch Fans zu schützen.
Nach der Etappe, die in Ussel endete, suchten viele Fahrer sofort nach Abkühlung. Sie nutzten Eisbäder, Planschbecken und Zinkwannen, um ihre Körpertemperatur zu senken. Einige Teams setzten Kühlwesten ein oder platzierten Eis in den Trikots der Fahrer, um den extremen Bedingungen entgegenzuwirken.
Forderungen nach Kalenderanpassungen
Tadej Pogačar, der Gesamtführende der Tour, sprach sich für grundlegende Änderungen im Rennkalender aus. Er schlug vor, im Juli und August keine Rennen an „heißen Orten“ mehr auszutragen. Pogačar merkte an, dass dies nicht in seiner Macht liege, aber er würde einen „völlig anderen Kalender aufstellen“.
Er diskutierte auch die Möglichkeit, Etappen früher zu starten. Ein Vorschlag, um 10 Uhr zu beginnen, würde seiner Meinung nach nicht ausreichen, da die Fahrer dann immer noch in der Hitze ins Ziel kämen. Stattdessen schlug er Startzeiten um 8 oder 9 Uhr oder sogar noch früher vor.
Die Radrennfahrergewerkschaft Cyclistes Professionnels Associés (CPA) betonte ebenfalls die Notwendigkeit von Anpassungen der Startzeiten bei Sommerrennen, um die Gesundheit der Athleten zu schützen. Die CPA kündigte an, im Winter Gespräche mit allen Beteiligten zu führen, um vor dem Sommer 2027 eine Lösung zu finden.
Tour-Direktor Christian Prudhomme erklärte, dass ein früherer Start der Etappe nach Ussel aus logistischen Gründen nicht möglich gewesen sei. Er wies darauf hin, dass das Wecken der Fahrer um 5 Uhr morgens selbst dann schwierig sei, wenn dies wegen Dopingkontrollen ohnehin üblich sei.

Etappensieg und Gesamtwertung
Die neunte Etappe wurde von Mathieu van der Poel gewonnen. Der Niederländer setzte sich im Sprint einer Ausreißergruppe nach 154,6 hügeligen Kilometern zwischen Malemort und Ussel durch. Dies war sein dritter Etappensieg bei der Tour de France. Die Favoritengruppe, darunter Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard, erreichte das Ziel kurz nach der Spitzengruppe.
Pogačar verteidigte sein Gelbes Trikot und behielt seinen Vorsprung von 2:42 Minuten auf Jonas Vingegaard. Der deutsche Fahrer Florian Lipowitz und sein Teamkollege Remco Evenepoel kamen zeitgleich mit der Konkurrenz ins Ziel. Lipowitz bleibt in der Gesamtwertung auf dem siebten Platz.
Am Montag folgte der erste Ruhetag für die Fahrer. Danach geht es im Zentralmassiv weiter, wo am französischen Nationalfeiertag zwischen Aurillac und Le Lioran 3800 Höhenmeter und zwei Bergwertungen der ersten Kategorie zu überwinden sind.

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Source: spiegel.de