Fußball-WM - Frankreichs Deschamps: Spanien bleibt Favorit - Sport - SZ.de
Frankreichs Trainer über die Favoritenrolle
Didier Deschamps, der Nationaltrainer Frankreichs, hat vor dem Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien erneut die Favoritenrolle seinem Gegner zugeschoben. Bei einer Pressekonferenz in Arlington, nahe Dallas, bestätigte er seine Einschätzung, dass Spanien der große Titelfavorit des Turniers sei. Deschamps hatte diese Ansicht bereits in den Wochen vor dem Spiel mehrfach geäußert.
Der Trainer betonte, dass Spanien in den letzten sechs oder sieben Spielen lediglich ein Gegentor kassiert habe. Er erwartet ein „spektakuläres Spiel mit hoher Qualität in der Offensive und Defensive“ am Dienstagabend. Das Spiel wird um 21:00 Uhr MESZ angepfiffen.
Kader und Teamgeist bei Frankreich
Für Frankreich stehen wichtige Spieler wie Kylian Mbappé und Aurélien Tchouaméni vollständig zur Verfügung. Mbappé, der zuletzt beim 2:0-Sieg gegen Marokko angeschlagen ausgewechselt wurde, erklärte, dass es ihm kurz nach dem Spiel bereits wieder besser ging und er zu 100 Prozent fit sei sowie normal trainiert habe. Tchouaméni hatte im Achtel- und Viertelfinale aufgrund von Adduktorenproblemen gefehlt, ist aber ebenfalls wieder einsatzbereit.
Mittelfeldspieler Adrien Rabiot äußerte sich gelassen zu den Aussagen von Lamine Yamal, dem spanischen Jungstar. Yamal hatte zuvor erklärt, dass Frankreich Spanien fürchten sollte. Rabiot entgegnete, dass die französische Mannschaft niemanden fürchte und in bestmöglicher Verfassung in das Halbfinale gehe. Er fügte hinzu, dass Frankreich keinen speziellen „Anti-Yamal-Plan“ benötige, da der Fokus auf der gesamten spanischen Mannschaft liege und nicht auf einem einzelnen Spieler.
Rabiot hob zudem den starken Teamgeist innerhalb der Équipe Tricolore hervor. Er betonte, dass das gute Miteinander auch abseits des Platzes ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs sei. Der Tod der Mutter von Trainer Deschamps während des Turniers habe die Mannschaft noch enger zusammengeschweißt, so Rabiot.

Spaniens Erwartungen an Lamine Yamal
Auf spanischer Seite ruhen große Hoffnungen auf Lamine Yamal, der bei dieser Weltmeisterschaft noch auf seinen großen Durchbruch wartet. Der 19-Jährige, der als eines der größten Talente im Fußball gilt, hat in den bisherigen Spielen nicht sein gewohntes Niveau erreicht. Bislang verbuchte er lediglich einen Treffer beim 4:0 gegen Saudi-Arabien in der Gruppenphase und keine Torvorlage.
Yamal wirkt spielerisch gehemmt und kommt seltener in seine gefürchteten Eins-gegen-eins-Duelle. Er findet unregelmäßig die Bindung zum spanischen Offensivspiel und konnte den Partien kaum seinen Stempel aufdrücken. Trotzdem zeigte sich Yamal selbstbewusst vor dem Spiel gegen Frankreich und erklärte, dass er und seine Mannschaft keine Angst hätten, da sie Frankreich in den vergangenen beiden Spielen besiegt hätten.
Nationaltrainer Luis de la Fuente äußerte ebenfalls Vertrauen in die Chancen Spaniens und verwies auf die jüngste Bilanz gegen den Vizeweltmeister. Er ist überzeugt, dass Frankreich sich ebenso viele Gedanken mache wie Spanien, da sie zuletzt zweimal in Folge besiegt wurden. De la Fuente sprach von zwei unglaublichen Mannschaften, die aufeinandertreffen.
Teamkollege Rodri riet Yamal, etwas ruhiger zu werden. Er beschrieb Yamal als einen sehr intelligenten und wichtigen Spieler, der das Fußballgen in sich trage. Rodri hofft, dass Yamal gegen Frankreich eine wichtige Rolle spielen wird. Yamal selbst betonte, dass der Gewinn des Titels die Mission sei und die Anzahl seiner Tore dabei zweitrangig sei, wie er nach dem 2:1-Sieg über Belgien erklärte.
Die Weltmeisterschaft bietet Yamal nun die Gelegenheit, sein Turnier mit einem Schlag in eine unvergessliche WM zu verwandeln. Das Halbfinale gegen Frankreich am Dienstag um 21:00 Uhr ist eine entscheidende Partie für den jungen Offensivspieler.
Read Also
Source: sueddeutsche.de