Tour de France 2026: Pogacar-Teamkollege stößt mit Auto zusammen - RP Online
Vorbereitungen auf das Einzelzeitfahren
Vor dem Einzelzeitfahren der Tour de France 2026 haben sich die Teams und Fahrer intensiv vorbereitet. Der deutsche Radprofi Georg Steinhauser erläuterte die Besonderheiten eines Zeitfahrrads im Vergleich zu einem herkömmlichen Rennrad und wie die notwendige Aerodynamik erzielt wird. Auch die Reifen der Profis sind ein wichtiges Thema; ihre Technologie hat sich grundlegend verändert, wie Reifenspezialist Sebastian Breuer erklärte. Die heutigen Reifen unterscheiden sich von denen früherer Zeiten, etwa aus der Ära von Jan Ullrich, in Gummimischung, Breite und Tubeless-Technologie.
Nico Denz zeigte sich vor dem Einzelzeitfahren gut gelaunt, korrigierte aber scherzhaft seine Aussage, die Strecke liege ihm perfekt. Er merkte an, dass die Strecke mit einem neun Kilometer langen Anstieg und einer technischen Abfahrt für ihn nicht ideal sei. Währenddessen erhielten Florian Lipowitz und seine Teamkollegen am Montagabend gegen 22:00 Uhr Besuch von Dopingkontrolleuren. Teamchef Ralf Denk bestätigte im ZDF, dass alle acht Fahrer getestet wurden, obwohl einige bereits schliefen.
Die Kontrollen bei Lipowitz‘ Team fielen nicht in die Kategorie der umstrittenen Nachtkontrollen, die zwischen 23:00 und 06:00 Uhr stattfinden und nur bei konkretem Verdacht erlaubt sind. Zuvor waren Tadej Pogacar und der nach einem Sturz ausgeschiedene Mitfavorit Jonas Vingegaard in der Nacht zum Sonntag um 05:00 Uhr bzw. 02:00 Uhr getestet worden. Ein Richter hatte diese nächtlichen Kontrollen bei den beiden Topstars laut einem Bericht der französischen Sportzeitung L’Equipe genehmigt. Die International Testing Agency (ITA) rechtfertigte die nächtlichen Dopingkontrollen bei Pogacar und Vingegaard vor der 15. Etappe der Tour de France und erklärte, die Tests hätten den Regeln entsprochen.
Details zur Zeitfahrstrecke
Das diesjährige Einzelzeitfahren der Tour de France ist das einzige seiner Art in diesem Jahr, abgesehen vom Teamzeitfahren zum Auftakt. Die 26,1 Kilometer lange Strecke führt an der Südseite des Genfer Sees von Évian-les-Bains über eine Schleife nach Thonon-les-Bains. Die Fahrer müssen dabei rund 500 Höhenmeter überwinden, inklusive einer Bergwertung der 2. Kategorie durch die Ausläufer des Chablais, einer historischen Alpenregion.
Der Start erfolgt direkt am Ausgang der Fußgängerzone von Évian-les-Bains. Von dort geht es mit einer durchschnittlichen Steigung von etwa fünf Prozent bergauf. Der Asphalt ist größtenteils glatt. Nach etwa 700 Metern folgt eine Rechts-Links-Kombination, die kurz flach verläuft. Die Strecke führt weiter durch Neuvecelle, wo es steiler wird, und biegt dann an einer Kreuzung um etwa 120 Grad ab. Bis zum Place de Milly, ungefähr 2,9 Kilometer nach dem Start, geht es gleichmäßig mit rund vier Prozent bergauf.
Anschließend wird es kurzzeitig steiler, mit Steigungen, die bis zu sieben Prozent erreichen können. Nach fünf Kilometern führt die Strecke auf eine schmalere Straße, die aus dem Kurort herausführt und einen raueren Asphalt aufweist. Nach neun Kilometern erreichen die Fahrer Larringes, wo eine steilere Rampe zur Bergwertung führt, die einen Kopfsteinpflasterstreifen aufweist. Die eigentliche Abfahrt beginnt in Curninges und führt zurück in Richtung Genfer See. Dieser Abschnitt ist technisch anspruchsvoll, mit schwer einsehbaren Kurven und drei Serpentinen im unteren Teil.

Die letzten beiden Serpentinen folgen direkt aufeinander und münden in eine Rechtskurve auf die Bundesstraße D902. Dieser Abschnitt ist leicht ansteigend und hat einen raueren Asphalt. Nach etwa 1,2 Kilometern biegt die Strecke an einem Kreisverkehr rechts ab und führt über die Departmentstraße nach Thonon-les-Bains. Die letzten Kilometer verlaufen leicht abfallend in Richtung Stadtzentrum, mit einigen Unebenheiten und einem Kreisverkehr nach etwa 19 Kilometern.
Kurz vor den Gleisen biegt die Strecke an einer großen Kreuzung 90 Grad nach rechts ab. Ein schmaler, neu asphaltierter Streifen auf der folgenden Straße wird von den Fahrern voraussichtlich bevorzugt. Nach etwa anderthalb Kilometern folgt eine 180-Grad-Wende. Die Profis erreichen die Uferpromenade, wo es noch einmal verwinkelt und technisch anspruchsvoll wird. Eine Linkskurve führt auf einen kurzen Kopfsteinpflasterabschnitt. Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel verläuft die Strecke flach über weite Bögen zum Ziel, das sich direkt am großen Garten des Château de Ripaille befindet.
Historischer Rückblick und Favoriten
Vor genau 100 Jahren, im Jahr 1926, feierte die Tour de France eine Premiere, indem sie erstmals nicht in Paris startete, sondern in Évian-les-Bains. Damals mussten die Fahrer mehr als 5700 Kilometer zurücklegen, was bis heute einen Rekord darstellt, und das alles ohne Gangschaltung.
Das Einzelzeitfahren beginnt am Dienstag um 13:00 Uhr. Die Fahrer starten in umgekehrter Reihenfolge des Gesamtklassements. Tadej Pogacar wird als Letzter auf die Strecke gehen, während Remco Evenepoel, der Zeitfahr-Weltmeister aus Belgien, zwei Minuten vor ihm startet. Evenepoel, der bereits zweimal ein Einzelzeitfahren bei der Tour gewonnen hat, gilt auch diesmal als Favorit. Die Bergwertung zu Beginn des Rennens macht knapp 410 der rund 500 Höhenmeter aus, und die Abfahrt umfasst acht Kilometer der Strecke.
Read Also
Source: sportschau.de