Tour de France: Florian Lipowitz stürzt, muss das Rennen aufgeben - BILD
Der deutsche Fahrer Florian Lipowitz musste die Tour de France nach einem schweren Sturz während des Einzelzeitfahrens von Evian-les-Bains nach Thonon-les-Bains aufgeben. Der Vorjahresdritte kam auf der 16. Etappe in Thonon-les-Bains zu Fall und wurde bei hoher Geschwindigkeit in eine Absperrung getragen. Lipowitz hielt sich die rechte Schulter und wurde anschließend in einem Krankenwagen abtransportiert.
Vor dem Sturz lag Lipowitz auf den 26 Kilometern am Genfer See gut im Rennen und hatte in der Gesamtwertung Zeit auf seine Konkurrenten um Platz 3, Isaac del Toro und Paul Seixas, gutgemacht. Er befand sich in einer aussichtsreichen Position, um näher an die beiden Talente heranzurücken. Nach dem Unfall konnte er nicht mehr selbst aufstehen und wurde auf einer Trage ins Krankenhaus gebracht.
Evenepoel gewinnt Etappe unter bitteren Umständen
Die Etappe gewann Lipowitz’ Teamkollege Remco Evenepoel. Der Zeitfahr-Weltmeister und Doppel-Olympiasieger distanzierte den Gesamtführenden Tadej Pogacar um 28 Sekunden. Für Evenepoel war es der vierte Tour-Tagessieg seiner Karriere und der zweite in Folge. Es war zudem der erste Sieg eines Belgiers am belgischen Nationalfeiertag seit 41 Jahren.
Evenepoel äußerte sich nach seinem Sieg betroffen über den Sturz seines Teamkollegen. „Es ist ein bittersüßer Sieg. Ich habe gehört, dass Florian gestürzt ist. Das tut mir sehr leid. Ich hoffe, es geht ihm bald wieder besser“, sagte Evenepoel. Er wünschte Lipowitz das Allerbeste.
In der Gesamtwertung liegt Evenepoel nun 4:32 Minuten hinter Pogacar. Sein Vorsprung auf den viertplatzierten Seixas beträgt vor den drei schweren Alpen-Etappen 2:39 Minuten. Das Ziel des Red Bull-Teams ist es, einen Fahrer in Paris auf dem Podium zu haben.
Auswirkungen auf das Gesamtklassement und Dopingkontrollen
Auch Pogacar zeigte sich betroffen von dem Unfall. „Ich hoffe, Lipo ist ok. Vor mir waren Autos der Organisation und ich konnte die Kurve nicht so einsehen, wie ich wollte. Ich wäre da auch fast gestürzt“, erklärte Pogacar.
Der Sturz von Lipowitz ist nicht der einzige schwere Unfall bei dieser Tour. Bereits am Sonntag war der Gesamtzweite Jonas Vingegaard gestürzt und ausgeschieden. Die Situation von Lipowitz sah schlimmer aus als die von Vingegaard vor zwei Tagen.

Zuvor hatte es Gesprächsstoff um Dopingkontrollen gegeben. Teamchef Ralph Denk berichtete, dass auch das Red Bull-Team am Montagabend zwischen 22 Uhr und 23 Uhr kontrolliert wurde. Denk räumte ein, dass die Maßnahme die Regeneration beeinträchtige, äußerte aber zugleich Verständnis für die Kontrollen. Nico Denz, ebenfalls ein Red Bull-Profi, hegte keinen Groll und bemerkte, dass die Kontrolle nicht um zwei Uhr nachts, sondern gegen halb elf stattfand.
Ohne Vingegaard konzentrierte sich der Kampf um den Tagessieg auf die Spezialisten Pogacar und Evenepoel. Evenepoel, der mit einem Prototypen seines Rad-Herstellers antrat, erwischte einen besseren Auftakt. An der Spitze der Cote de Larringes, einem 9,7 km langen Anstieg, lag er 14 Sekunden vor Pogacar. Nach der technischen Abfahrt und einem etwa acht Kilometer langen Flachstück ins Ziel konnte Pogacar nicht mehr aufholen.
Vor der spektakulären Alpentrilogie, die die großen Entscheidungen im Gesamtklassement bringen wird, erwartet das Peloton auf der 17. Etappe am Mittwoch einen etwas entspannteren Tag über 174,7 km nach Voiron, der einen Ausreißererfolg begünstigen könnte.
Read Also
- Halbzeitshow der WM: Eine bunte Promi-Parade ohne Charme
- Italien verhandelt offenbar mit Pep Guardiola als Nationaltrainer
- Tour de France 2026: Einzelzeitfahren in Évian-les-Bains mit anspruchsvoller Strecke
- Jürgen Klopp nach WM in Deutschland gelandet – schnelle Verkündung des Bundestrainer-Jobs erwartet
Source: bild.de