Jürgen Klopp nach WM in Deutschland gelandet – geht jetzt alles schnell?
Nach Wochen als TV-Experte bei der Weltmeisterschaft in den USA ist Jürgen Klopp wieder in Deutschland angekommen. Der designierte Bundestrainer meldete sich am Dienstag über soziale Medien mit einem Foto aus seinem Auto zurück, auf dem er eine Feuchtigkeitsmaske gegen den Jetlag unter seiner Basecap trug. „Back in Germany“, schrieb der 59-Jährige in seiner Instagram-Story und fügte hinzu: „Nach sieben Wochen, wow.“
Die Verhandlungen zwischen Klopp, dem DFB und Red Bull sollen weitestgehend abgeschlossen sein. Es wird erwartet, dass Klopp noch in dieser Woche seinen Vertrag als Nachfolger von Julian Nagelsmann unterschreibt. Sollte alles nach Plan verlaufen, könnte er bereits am Freitag in der Frankfurter Verbandszentrale als 13. Bundestrainer in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vorgestellt werden.
Details zum Bundestrainer-Vertrag und die Rolle bei Red Bull
Medienberichten zufolge steht dem Engagement von Jürgen Klopp als Bundestrainer spätestens seit dem Wochenende nichts mehr im Wege. Lange Zeit wurde spekuliert, ob der 59-Jährige seinem bisherigen Arbeitgeber Red Bull weiterhin in beratender Funktion zur Verfügung stehen könnte. Diese Möglichkeit ist nach den finalen Verhandlungen jedoch vom Tisch.
Während der Verhandlungen hatte es Berichte gegeben, wonach der DFB bereit gewesen sei, Red Bull ein Zugeständnis zu machen, das Klopp erlaubt hätte, auch als Bundestrainer weiterhin für die Produkte des Unternehmens zu werben. Diese Meldungen wurden jedoch später dementiert.
Das Fachmagazin „kicker“ hatte berichtet, dass die Option im Raum stand, Klopp könnte „abseits des nicht immer zeitaufwendigen Bundestrainer-Lebens mit seiner Expertise hin und wieder der umfangreichen Sport-Welt des Konzerns zur Verfügung stehen.“ Dieses Thema wurde offenbar bei den abschließenden Gesprächen zwischen dem DFB und Red Bull am Sonntag besprochen.
Laut einem Boulevardblatt haben sich der DFB und Red Bull auf einen „konsequenten Weg“ geeinigt. Dieser sieht vor, dass Klopp sich vollständig auf seine Rolle als DFB-Nationalcoach konzentrieren wird. Es war demnach der „klare Plan“ von Red Bull-CEO Oliver Mintzlaff und seinen Kollegen, den gebürtigen Stuttgarter nicht komplett ziehen zu lassen. Im Verlauf der Gespräche wurde jedoch allen Parteien klar, dass ein „klarer Schnitt“ im Interesse aller Beteiligten sei.
Daher wird Klopp seinem ehemaligen Arbeitgeber auch nicht als „sportlicher Ratgeber“ erhalten bleiben. Konzern und Verband waren sich einig, dass eine solche Nebenrolle für Klopp lediglich „Interessenkonflikte und Diskussionen“ mit sich gebracht hätte. Red Bull hat den designierten Bundestrainer ohne Gegenleistung freigegeben.
Klopps Rückkehr und die kommenden Aufgaben
Klopp veröffentlichte zudem mehrere Fotos aus seiner Zeit als Experte bei MagentaTV, wo er unter anderem mit Lionel Messi und Kylian Mbappé zu sehen war, sowie beim Padel-Tennis mit der Basketball-Ikone Dirk Nowitzki. „Was für eine wunderbare Erfahrung“, kommentierte Klopp. „Überall Legenden, auf dem Platz und daneben, besonders im Hintergrund. Danke an alle Beteiligten.“ Nun sei es „Zeit, neue Energie zu tanken.“
Viel Zeit zum Energietanken bleibt ihm allerdings nicht. In etwa zwei Monaten soll Klopp erstmals als Bundestrainer des viermaligen Weltmeisters an der Seitenlinie stehen. Sein erstes Länderspiel ist der Auftakt in der Nations League am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande.
Während die letzten Details des Bundestrainer-Vertrags ausgearbeitet werden, richtet sich der Blick bereits auf die gravierenden Personalentscheidungen, die Klopp als designierten DFB-Chefcoach erwarten. Die deutsche Fußball-Nation erwartet von ihm Antworten, wie die Lücke zum spanischen Fußball-Imperium geschlossen werden kann.
Ein zentrales Thema ist die Personalie Joshua Kimmich. Seine Aufstellung als rechter Außenverteidiger wurde als Kardinalfehler des vorherigen Trainers betrachtet. Klopp, als Verfechter des Dominanzfußballs, wird voraussichtlich eine Rück-Verschiebung des Kapitäns in die Zentrale vornehmen. Dies würde jedoch eine Lücke auf der rechten Abwehrseite hinterlassen, wo derzeit nur wenige Alternativen zur Verfügung stehen, wie Ridle Baku und Josha Vagnoman, die sich als zu leicht erwiesen haben.
Eine weitere große Herausforderung ist die Generationenfrage im Tor. Nach dem Ende der DFB-Karriere von Manuel Neuer muss Klopp eine strategische Entscheidung über dessen Nachfolge treffen. Optionen könnten der junge Jonas Urbig sein, oder erfahrenere Torhüter wie Oliver Baumann oder sogar Marc-André ter Stegen, der jedoch häufig verletzt war. Diese Torwartfrage ist für deutsche Fußballfans von großer Bedeutung und kann dem neuen Bundestrainer entweder Punkte einbringen oder viel verlieren lassen. Lothar Matthäus bezeichnete dies als „eine Challenge für Klopp, eine Entscheidung zu treffen.“
Abgesehen von Einzelpersonalien steht Klopp vor der Frage nach dem Grundniveau des deutschen Fußballs. Es wird erwartet, dass er nicht viele neue Impulse setzen kann, da einige junge Spieler nachrücken, aber Jugend allein nicht ausreichen wird. Matthäus betonte, dass Erfahrung und Führungsqualität benötigt werden. Die aktuelle Generation der DFB-Elf wurde von ehemaligen Trainern als „zu weich“ empfunden. Klopp, bekannt für seine klare Ansprache und sein hohes Energielevel, hatte beim FC Liverpool Erfolg mit Powerfußball. Seine Motivationskünste werden entscheidend sein, da er als Bundestrainer weniger Trainingseinheiten als im Vereinsfußball haben wird, um seine Mannschaft auf die Spiele vorzubereiten.
Der Vertrag von Klopp soll bis zur Weltmeisterschaft 2030 laufen.
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Source: t-online.de