Spanien feiert WM-Titel: "Das hier ist unbeschreiblich" - tagesschau.de
Die spanische Nationalmannschaft hat sich zum zweiten Mal in ihrer Geschichte den Fußball-Weltmeistertitel gesichert. In einem Finale, das sich als zähe Angelegenheit erwies, setzte sich das Team mit 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien durch. Der entscheidende Treffer fiel in der 106. Minute durch Ferran Torres.
Die Fans in Madrid mussten lange auf den erlösenden Moment warten. Nach dem Abpfiff brachen jedoch alle Dämme, und Zehntausende feierten den Titel die ganze Nacht hindurch in der Innenstadt. Die Plaza de Cologne war gefüllt mit jungen Menschen, die ihren Gefühlen freien Lauf ließen. Eine Anhängerin der „Furia Roja“ beschrieb den Moment als „unbeschreiblich“, während eine andere Frau den Sieg als „historischen Moment“ bezeichnete, da Spanien seit 2010 keinen WM-Titel mehr gewonnen hatte.
Spannung bis zur Verlängerung
Das Spiel, das im ausverkauften Stadion von New Jersey mit 80.663 Zuschauern stattfand, war von Beginn an von Spanien dominiert. Trotz zahlreicher Torchancen gelang es der Mannschaft in der regulären Spielzeit nicht, den argentinischen Abwehrriegel zu durchbrechen. Die Fans vor der Großleinwand in Madrid zeigten sich ungeduldig, aber zuversichtlich. Eine Anhängerin namens Regina äußerte sich überzeugt, dass das Tor jeden Moment fallen würde, da Spanien das Spiel klar beherrschte.
In der 5. Minute hatte Lamine Yamal eine erste Abschlussmöglichkeit aus kurzer Distanz, doch Emiliano Martínez im argentinischen Tor konnte den Ball sichern. Später in der ersten Halbzeit versuchten es Mikel Oyarzabal in der 39. Minute und Marc Cucurella kurz vor der Halbzeit mit Distanzschüssen, die jedoch ebenfalls keine Gefahr darstellten oder am Tor vorbeigingen. Nach der Halbzeitpause, die von einer Show mit Shakira und Madonna begleitet wurde, setzte Álex Baena die spanischen Bemühungen fort, scheiterte aber ebenfalls an Martínez.
Die Partie wurde kurzzeitig hitzig, als der eingewechselte Leandro Paredes seinen Gegenspieler Rodri von hinten niederstreckte, was zu einer kurzen Rudelbildung und einer Gelben Karte für Paredes führte. Argentinien musste die Schlussphase der regulären Spielzeit und die Verlängerung in Unterzahl bestreiten, nachdem Enzo Fernández in der 90. Minute +3 nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte erhalten hatte.
Als das Spiel in die Verlängerung ging, feuerten die Fans in Madrid ihre Mannschaft weiterhin aus der Ferne an. Die Erlösung kam schließlich in der 106. Minute, als Ferran Torres traf. In Madrid flogen daraufhin die Bierbecher in die Luft. Eine feiernde Eva berichtete, dass sie in dem Moment, als das Tor fiel, gerade gebetet hatte und es ihr egal war, wenn Bier über sie lief.

Ein verdienter Triumph und internationale Anerkennung
Der WM-Triumph ist der zweite für Spanien nach dem Sieg im Jahr 2010. Der Europameisterschaftstitel wurde bereits vor zwei Jahren in Deutschland gewonnen. Spanien ist zudem das erste Land, das sowohl den Männer- als auch den Frauen-Weltmeistertitel gleichzeitig hält, da die Frauen bereits 2023 Weltmeisterinnen wurden. Das Empire State Building in New York leuchtete zu Ehren der Iberer in Rot und Gelb.
Die internationale Presse lobte die Leistung der Spanier. Die französische „L’Équipe“ schrieb, dass Spanien eine „enttäuschende und abgehackte Partie“ gegen eine „kaum wiederzuerkennende, völlig harmlose argentinische Mannschaft“ dominierte. „Le Parisien“ betonte, dass die Spanier, die den Ball so geschickt laufen ließen, den WM-Pokal in den Händen hielten. Die italienische „Gazzetta dello Sport“ resümierte, dass nur Spanien dieses Finale gewinnen konnte, da ein Sieg Argentiniens eine „Beleidigung für den Fußball“ gewesen wäre.
Spanien ist nun seit 38 Spielen ungeschlagen. Ferran Torres‘ Treffer war der 20. Versuch für die Spanier, während Argentinien zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen Schuss auf das Tor von Unai Simón abgegeben hatte. Unai Simón, der spanische Torhüter, stellte im Verlauf des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada einen Rekord auf, indem er 649 Minuten ohne Gegentor blieb. Spanien kassierte in acht Spielen nur einen Gegentreffer, beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien.
Rodri wurde verdient zum besten Spieler des Turniers gewählt, während Unai Simón als bester Torwart und Pau Cubarsi als bester Nachwuchsspieler ausgezeichnet wurden. Trainer de la Fuente, der nun der älteste Weltmeister-Trainer der Geschichte ist, lobte den Teamgeist und die Opferbereitschaft seiner Spieler. Marc Cucurella, der vom FC Chelsea zu Real Madrid wechselt, kündigte an, sich ein Tattoo mit dem Gesicht des Trainers stechen zu lassen. Die Nationalmannschaft wird am Nachmittag nach Madrid zurückkehren, wo der kollektive Siegesrausch fortgesetzt werden soll.
Ein tragischer Vorfall ereignete sich im Westen Spaniens, wo ein 13-Jähriger beim Einsturz eines Springbrunnens starb, auf den mehrere Fußballfans geklettert waren. Bei diesem Vorfall wurden zudem mehrere Menschen verletzt.
Feierlichkeiten und Auszeichnungen
Nach dem Sieg stieg Rodri mit dem WM-Pokal in den Mannschaftsbus, und die Feierlichkeiten setzten sich vor den Toren New Yorks fort. In der Kabine gab es laute Musik, Champagner und eine verkleinerte Kopie des goldenen Pokals für jeden der spanischen Fußball-Weltmeister. Dani Olmo, der einst für RB Leipzig spielte, berichtete von den Feierlichkeiten und den gesammelten Erinnerungen.
Die Spieler trugen ihre Pokal-Exemplare in mächtigen Koffern durch die Katakomben des Finalstadions, nachdem sie das Original von US-Präsident Donald Trump übergeben bekommen hatten. Unai Simón äußerte, dass das Team erst bei der Rückkehr nach Spanien wirklich begreifen werde, was sie erreicht haben. Die Mannschaft um Rodri, Yamal und Marc Cucurella hat damit eine neue goldene Generation im spanischen Fußball eingeläutet, die dem EM-Titel nun den WM-Sieg folgen ließ. Simón hofft, dass sie diesmal nur vier Jahre auf den nächsten Stern warten müssen.
Der größte Star im spanischen Team spielte eine unauffällige WM und erzielte nur ein Tor, erhielt aber dennoch ein Sonderlob von Trainer de la Fuente für seine Dienstbereitschaft. Der Trainer dankte dem Spieler des FC Barcelona ernsthaft für sein Opfer für das Kollektiv. Das Finale verfolgten durchschnittlich 17,362 Millionen Menschen am Sonntagabend im ZDF, was einen Rekordwert darstellte.
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Source: tagesschau.de