Nationalmannschaft: Was ändert Klopp? Schon beim BVB und in Liverpool war seine Spielidee größer als Namen - WELT
Klopps Vision für die Nationalmannschaft
Jürgen Klopp wird die deutsche Nationalmannschaft neu gestalten. Er hat bereits in seinen früheren Stationen bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool gezeigt, dass er sein Spielsystem über die individuellen Namen der Spieler stellt. Dies deutet auf eine grundlegende Veränderung im Team hin.
Am 24. September wird Klopp sein Debüt als Bundestrainer in Amsterdam gegen die Niederlande geben. Nach dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft soll die Nationalelf unter seiner Führung ein neues Erscheinungsbild erhalten. Klopp hat angekündigt, dass er nichts unverändert lassen wird.

„Der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern“, erklärte Klopp. Er hat eine Liste von 57 Feldspielern erstellt, die sein Interesse geweckt haben. Klopp betonte, dass viele gute Spieler bei der WM dabei waren, die jedoch nicht gut gespielt hätten. Er sieht Verbesserungsbedarf und kündigte an, genau hinzusehen, da jeder, der für Deutschland spielen darf, sich anstrengen sollte.
Veränderungen in Dortmund und Liverpool
Klopp hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er keine Scheu vor großen Namen hat, wenn es um die Umsetzung seiner taktischen Vorstellungen geht. Bei seinem Amtsantritt beim BVB im Jahr 2008 setzte er ein klares Zeichen, indem er den damaligen Topstürmer Alexander Frei, der in den beiden vorherigen Spielzeiten in 45 Partien 22 Tore erzielt hatte, oft auf die Bank setzte.
Frei passte nicht in Klopps Konzept des aggressiven Pressings, das laufstarke Spieler erforderte. Klopp machte deutlich, dass der Trainer das Sagen hat. Frei verließ den BVB nach dieser Saison und wechselte zum FC Basel. Auch Mladen Petric, der nicht als „Laufwunder“ galt, verließ den Klub vor Klopps Amtsantritt, und Mohamed Zidan, den Klopp aus seiner Zeit in Mainz kannte, kam als Ersatz.

Der Erfolg gab Klopp recht: Er führte den BVB zwei Jahre nach seinem Amtsantritt zur Meisterschaft und verteidigte den Titel in der darauffolgenden Saison. Als er 2015 zum FC Liverpool wechselte, setzte er diesen Ansatz fort. In seiner ersten Transferperiode verließen 19 Spieler den Verein oder wurden ausgeliehen, darunter namhafte Spieler wie Mario Balotelli, Christian Benteke und Luis Alberto. Dies war der Beginn eines Kaderumbaus, der 2019 im Champions-League-Triumph und ein Jahr später in der englischen Meisterschaft mündete.
Fokus auf die Rechtsverteidigerposition
Eine der ersten „Top-Prioritäten“, die Jürgen Klopp im DFB-Team ausgemacht haben soll, ist die Suche nach einem neuen Rechtsverteidiger. Bei der letzten Weltmeisterschaft hatte Joshua Kimmich diese Position inne. Klopp soll Kimmich jedoch nicht dauerhaft in dieser Rolle sehen, sondern ihn stattdessen wieder im Mittelfeld einsetzen wollen.
Berichten zufolge blickt Klopp bereits in die U-Nationalmannschaften, um potenzielle Kandidaten zu finden. U21-Coach Antonio Di Salvo setzte zuletzt auf Linus Gechter von Hertha BSC. Eine weitere Option könnte Nnamdi Collins von Eintracht Frankfurt sein, der im letzten September unter Nagelsmann eine Chance erhielt, aber beim 0:2 in der Slowakei zur Halbzeit ausgewechselt wurde.
Eine erfahrenere Lösung könnte Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart darstellen. Der 25-Jährige hat zwar erst zwei Länderspiele bestritten, spielt aber mit den Stuttgartern in der kommenden Saison in der Champions League. Lothar Matthäus, Rekord-Nationalspieler, schrieb in seiner Kolumne, dass Kimmich weiterhin ein Fixpunkt und Kapitän sei, aber die Mannschaft wieder an Positionen arbeiten müsse, die bei der WM fehlten, wie ein Rechtsverteidiger und ein echter Neuner.
Klopp wird am Freitag offiziell als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft seine Arbeit aufnehmen.
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Source: welt.de