Tour de France: "Viel zu spät!" Änderung sorgt für Ärger - SPORT1
Kritik an späten Änderungen der Zeitnahme
Die Tour de France 2026 erlebte auf ihrer finalen Etappe eine unerwartete Änderung der Zeitnahme, die bei ehemaligen Radrennprofis und Sportlichen Leitern auf Unverständnis stieß. Während die letzte Etappe bereits lief, wurde kommuniziert, dass die Zeitnahme 41 km vor dem Ziel erfolgen würde. Diese Entscheidung sorgte für deutliche Kritik.
Der frühere Radrennprofi Jens Voigt äußerte sich bei Eurosport und bezeichnete die Entscheidung als „nicht nachvollziehbar“. Er betonte, dass die Bedingungen gut seien und die Fahrer auch den Montmartre bewältigen könnten, wenn sie die Pyrenäen und Alpen mit hohen Geschwindigkeiten meistern.
Zuvor galt die Regelung, dass die Zeitnahme erst fünf Kilometer vor dem Ziel erfolgen sollte. Diese Bestimmung wurde jedoch kurzfristig geändert. Die neue Regelung besagt, dass die Zeit genommen wird, bevor die Fahrer erstmals die Côte de la Butte Montmartre erreichen. Dies bedeutet, dass ab Kilometer 41 keine Änderungen mehr in der Gesamtwertung möglich sind.
Unmut über den Zeitpunkt der Bekanntgabe
Rolf Aldag, der bis 2025 als Sportlicher Leiter bei Red Bull-Bora-hansgrohe tätig war, schloss sich der Kritik an. Er befand, dass eine solche Entscheidung in einem Radrennen „viel zu spät“ getroffen werde. Der 57-Jährige wies darauf hin, dass die Strecke am Montmartre keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten biete; es gebe weder Streiks noch Blockaden, die eine solche kurzfristige Änderung rechtfertigen würden.
Aldag betonte, dass es üblich sei, Änderungen der Zeitnahme frühzeitig, also im Vorfeld der Etappe, mitzuteilen. Die späte Kommunikation dieser wichtigen Regeländerung wurde als problematisch angesehen.
Voigt ging sogar so weit, den Montmartre als Teil der Strecke in der finalen Etappe infrage zu stellen. Er bevorzugte die traditionelle Strecke auf den Champs-Élysées, die er als „inoffizielle Sprinterweltmeisterschaft“ bezeichnete. Er plädierte dafür, den Sprintern ebenfalls Siegchancen zu ermöglichen, da sie sich ebenfalls durch die Strapazen der Tour gekämpft hätten, sei es im Regen oder in der Hitze, bei Zeitfahren oder in den Bergen.
Die 21. und letzte Etappe der Tour de France 2026 führte über eine Distanz von 89 Kilometern auf die historische Champs-Élysées in Paris. Aufgrund von Waldbränden bei Bordeaux wurde die Schlussetappe verkürzt und vollständig in Paris ausgetragen, wie die Tour-Organisation und die Polizei-Präfektur mitteilten. Der Start in Thoiry war für 17:50 Uhr geplant, die Zielankunft auf den Champs-Élysées für etwa 19:40 Uhr.

Die Etappe am Sonntag, dem 26. Juli, sollte den Abschluss der Tour bilden. Obwohl Tadej Pogačar sich bereits den Gesamtsieg gesichert hatte – seinen vierten Tour-Titel insgesamt – und das Gelbe Trikot entspannt nach Paris tragen würde, war das Finale in der französischen Hauptstadt als offen beschrieben worden. Sprinter wie Mads Pedersen, Jasper Philipsen und Olav Kooij hatten Chancen, falls das Feld zusammenblieb.
Der dreimalige Montmartre-Anstieg mit seinem Kopfsteinpflaster bot jedoch auch die Möglichkeit für Attacken von Klassiker-Spezialisten, die das Rennen vor dem Erreichen der Champs-Élysées sprengen könnten. Nach der letzten Passage des Montmartre blieben noch 10,3 Kilometer bis zur Ziellinie, was den Sprintern etwas bessere Chancen als im Vorjahr bot.
Am Vortag hatte Richard Carapaz auf der Königsetappe von Le Bourg-d‘Oisans nach Alpe d‘Huez seinen zweiten Etappensieg bei dieser Tour gefeiert. Der Ecuadorianer vom Team EF Education-EasyPost setzte sich als Solist durch, nachdem Sepp Kuss auf der Abfahrt vom Col de Sarenne zweimal gestürzt war. Die Sportschau und Eurosport übertrugen die Schlussetappe live.
Die späte Bekanntgabe der Regeländerung bezüglich der Zeitnahme auf der finalen Etappe der Tour de France 2026 sorgte für Diskussionen unter den Beteiligten und Beobachtern des Radsports. Die Entscheidung, die Zeitnahme bereits 41 km vor dem Ziel zu platzieren, wurde als zu spät und wenig nachvollziehbar kritisiert.
Die traditionelle Bedeutung der Champs-Élysées als Schauplatz für den Sprint der letzten Etappe wurde durch die Einführung des Montmartre und die kurzfristige Regeländerung in den Hintergrund gedrängt. Die Diskussionen um die Gestaltung der finalen Etappe und die Kommunikation der Änderungen prägten den Abschluss der Tour de France 2026.
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Source: sport1.de