Jonas Vingegaard vermutet Motorradfehler nach Sturz bei Tour de France - BILD
Jonas Vingegaard, der zweimalige Gewinner der Tour de France, hat sich nach seinem Sturz geäußert, der zu einem Schlüsselbeinbruch führte und sein Ausscheiden aus dem Rennen zur Folge hatte. Er vermutet, dass ein Motorradfehler zu dem Unfall beigetragen haben könnte, bei dem er und drei weitere Fahrer in einem Kreisverkehr stürzten.
Vingegaard erklärte im dänischen Fernsehen, dass sich die Fahrer nicht ausschließlich auf Motorräder verlassen könnten und ihr eigenes Urteilsvermögen einsetzen müssten. Er räumte ein, dass auch die Fahrer Fehler gemacht hätten, betonte jedoch, dass Motorräder ebenfalls Fehler machen könnten. Zuvor gab es bereits Situationen bei der Tour, in denen Kamera-Motorräder von den Radprofis weggeschickt wurden, weil sie zu nah an die Fahrer herankamen.
Diskussion um nächtliche Dopingkontrollen
Eine weitere Debatte, die im Zusammenhang mit dem Sturz aufkam, betrifft nächtliche Dopingkontrollen. Vingegaard und sein Rivale Tadej Pogacar wurden in der Nacht vor der 15. Etappe zu Dopingtests geweckt. Vingegaard wurde um 2 Uhr morgens geweckt, Pogacar um 5 Uhr morgens.
Die International Testing Agency (ITA) hat die nächtlichen Kontrollen verteidigt und erklärt, dass diese den Regeln des Radsport-Weltverbandes UCI entsprechen, die Tests zwischen 23 Uhr und 6 Uhr erlauben, wenn ein „schwerwiegender und konkreter Verdacht“ auf Doping besteht. Eine Sprecherin der ITA gab an, dass es in den aktuellen Fällen „Indikatoren dafür gegeben habe, dass bei den betroffenen Fahrern etwas sein könnte“, betonte aber, dass die Tests nicht als Beweis für Verstöße interpretiert werden dürften.
Pogacar hatte am Sonntag nach der Etappe die Diskussion angestoßen, ob der Schlafmangel aufgrund der Kontrolle möglicherweise zur Unkonzentriertheit beigetragen haben könnte, was wiederum den Sturz beeinflusst haben könnte. Er sagte, jeder wisse, wie wichtig Schlaf sei, und wenn man aus diesem gerissen werde, sei man am Tag vielleicht unkonzentriert. Er wollte es nicht als Ursache für den Sturz festlegen, hielt es aber für eine mögliche Verbindung.
Remco Evenepoel, der die 15. Etappe gewann, äußerte sich kritisch zu den nächtlichen Tests und nannte sie „unmenschlich und respektlos“. Er kündigte an, sein Team losschicken zu wollen, um die Verantwortlichen nachts zu wecken und ihnen Blut abzunehmen, damit sie die Erfahrung selbst machen könnten. Auch Vingegaards Teamkollege Matteo Jorgenson kritisierte einen „kompletten Mangel an Respekt gegenüber den Fahrern“.
Vingegaard selbst äußerte sich zurückhaltend zu einem möglichen Zusammenhang zwischen den Kontrollen und seinem Sturz. Er sagte, es sei sicher nicht förderlich gewesen, wollte aber nicht spekulieren, ob es der Grund für den Unfall war. Er blickt optimistisch auf die Genesung und die kommenden Tage im Krankenhaus. Er betonte, es mache keinen Sinn, den Kopf hängen zu lassen, da dies die Situation nur verschlimmern würde.
Die ITA erklärte, dass effektive Tests in begrenzten und gerechtfertigten Fällen auch außerhalb der Standard-Tageszeiten stattfinden müssten, um bestimmte Substanzen nachweisen zu können, die nur wenige Stunden nachweisbar sind. Sie seien sich bewusst, dass nächtliche Tests die Erholung stören könnten, hätten aber versucht, die Auswirkungen so weit wie möglich zu minimieren. Die Ergebnisse der Tests werden frühestens nach der Tour erwartet.
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Source: bild.de