"Hatte er die Klasse?": Deschamps wirft brisante Schiri-Frage in den Raum
Nach dem Halbfinal-Aus der französischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft gegen Spanien hat Trainer Didier Deschamps Fragen zur Leistung des Schiedsrichters Ivan Barton aufgeworfen. Obwohl er betonte, dass der Unparteiische nicht der Hauptgrund für die Niederlage gewesen sei, äußerte er Zweifel an dessen Eignung für ein solches Spiel.
Deschamps, dessen Ära als Trainer der Équipe de France nach dem Spiel um Platz drei enden wird, fragte rhetorisch: „Hatte er die Klasse für ein WM-Halbfinale?“ Er fügte hinzu, dass er diese Frage nicht selbst beantworten werde, merkte aber an, dass es „einige Situationen, teilweise auch zu unseren Gunsten …“ gegeben habe.
Diskussion um Schiedsrichterleistung
Der Schiedsrichter aus El Salvador, Ivan Barton, hatte im Halbfinale seinen vierten Einsatz bei dieser Weltmeisterschaft. Zuvor hatte er laut Berichten souveräne bis sehr gute Leistungen gezeigt. Eine kuriose Szene ereignete sich, als er zu Beginn des Spiels ein Freistoßspray von einem Assistenten erhalten musste, da er seines offenbar vergessen oder verloren hatte.
Barton pfiff in der ersten Hälfte einen Elfmeter für Spanien, den der Europameister zur Führung nutzte. Kurz zuvor hatte Frankreichs Michael Olise Glück, dass er nach einem harten Einsteigen gegen Rodri lediglich eine mündliche Verwarnung erhielt. Ein Schiedsrichterexperte äußerte, dass diese Aktion das Potenzial für eine Rote Karte gehabt hätte.
Trotz der Diskussionen um die Schiedsrichterleistung räumte Deschamps ein, dass Spanien überlegen war. Er erklärte: „Spanien hat heute gezeigt, dass sie auf einem anderen Niveau spielen. Wir waren schwach. Der Gegner hat uns an unserem Spiel gehindert, aber wir waren auch technisch nicht so gut heute. Wir waren gezwungen, zu verteidigen. Wir konnten ihnen nicht genug Probleme bereiten.“
Französische Schwächen im Halbfinale
Die Niederlage gegen Spanien, die mit 0:2 endete, führte zum Ausscheiden Frankreichs aus dem Turnier. Die französische Offensive, die zuvor als eine der spektakulärsten der WM galt, konnte im Halbfinale keine einzige Topchance kreieren. Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und andere Offensivspieler blieben weitgehend wirkungslos.
Eine weitere Schwächung erfuhr die französische Abwehr durch die verletzungsbedingte Auswechslung von William Saliba in der ersten Halbzeit. Für ihn kam Maxence Lacroix ins Spiel, der in seinem sechsten Länderspiel eine große Aufgabe zu bewältigen hatte. Lacroix öffnete Räume, die Pedro Porro nutzte, um das 2:0 für Spanien zu erzielen.
Deschamps hatte vor dem Spiel auch eine personelle Änderung im Mittelfeld vorgenommen, indem er Aurélien Tchouaméni für Manu Koné in die Startelf berief. Trotz dieser Anpassungen dominierten Rodri und die spanischen Spieler das Mittelfeld mit präzisen Pässen und geschickten Läufen. Mbappé kommentierte die Niederlage mit den Worten: „Wir wollten ins Finale, wir haben es nicht geschafft, und wir müssen die Kritik der Leute akzeptieren.“
Die Ära von Didier Deschamps, der 1998 als Spieler und 2018 als Trainer Weltmeister wurde, endet nach dem Spiel um Platz drei. Mbappé betonte die Bedeutung dieses letzten Spiels für den scheidenden Trainer: „Es bleibt noch ein Spiel für ihn, und wir müssen unser bestes Spiel für ihn abliefern, er hat es verdient.“

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Source: n-tv.de