Tour de France: Tadej Pogačar siegt zum fünften Mal: Über ihm kommt nur noch der Himmel - Spiegel
Tadej Pogačar hat mit seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Der Erfolg katapultiert den Slowenen in den Kreis der Rekordsieger der Rundfahrt. Mit 27 Jahren ist er der jüngste Fahrer, der diesen Rekord erreicht hat, und übertrifft damit frühere Rekordhalter wie Eddy Merckx, Bernard Hinault, Jacques Anquetil und Miguel Indurain, die alle älter waren, als sie ihren fünften Sieg errangen.
Die Dominanz von Pogačar während der Tour de France hat zu Diskussionen geführt, insbesondere im Hinblick auf Dopingvorwürfe. Greg LeMond, ein dreifacher Tour de France-Sieger und bekannter Gegner von Doping, hat sich jedoch entschieden hinter Pogačar gestellt. In einem Gespräch mit der französischen Sportzeitung „L’Equipe“ betonte LeMond das außergewöhnliche Talent des Slowenen. Er erklärte, dass es unter Millionen von Menschen von Zeit zu Zeit jemanden gebe, der drei oder vier Prozent mehr Talent besitze, was bei der Tour de France einen entscheidenden Unterschied mache.
LeMond zog einen deutlichen Vergleich zwischen Pogačar und Lance Armstrong. Er argumentierte, dass Armstrong nicht über dasselbe Talent verfügte und es erst im Alter von 28 Jahren „gefunden“ habe. LeMond wies darauf hin, dass manche Menschen einfach mit einem sehr hohen VO2max-Wert geboren würden, was die natürliche Leistungsfähigkeit erkläre. Er kritisierte Armstrong, dem alle seine Tour de France-Siege wegen Dopings aberkannt wurden, und bezeichnete die Situation als einen „kompletten Unterschied“ zu jemandem, der mit einem niedrigen VO2max-Wert siebenmal die Tour de France gewinnt.
Der frühere Tour de France-Sieger äußerte die Überzeugung, dass Pogačar das Potenzial hat, die inzwischen gelöschte Rekordmarke von Armstrong bei der Grande Boucle zu übertreffen. LeMond prognostizierte, dass Pogačar, sofern er keine Unfälle oder körperliche Probleme erleide, noch drei oder vier Jahre auf diesem Niveau weitermachen und mindestens sieben Tour de France-Siege erringen werde. LeMond stand am Sonntag bei der Siegerehrung auf den Champs-Elysées mit Pogačar auf dem Podium, um das Jubiläum seines ersten Triumphs in Paris vor 40 Jahren zu feiern.
Umgang mit Dopingtests und öffentliche Wahrnehmung
Pogačar selbst äußerte sich auf der Abschlusspressekonferenz der Tour de France zu den Dopingkontrollen. Er berichtete von „seltsamen Kontrollen“ seit Beginn seiner Teilnahme an der Tour, darunter auch Tests um 05:00 Uhr morgens oder eine halbe Stunde vor dem Start schwieriger Bergetappen am Teambus. Trotz dieser ungewöhnlichen Umstände akzeptiert er die Kontrollen und sieht sie als Teil der Arbeit der Kontrolleure.
Er erklärte, dass er sich mit den permanenten Dopingtests im Alltag abgefunden habe. Für ihn sei es mittlerweile wie ein Gang zum Supermarkt, nichts Besonderes mehr. Diese Haltung trägt dazu bei, die Zweifel an seiner Überlegenheit zu zerstreuen, die aufgrund seiner außergewöhnlichen Leistungen immer wieder aufkommen.
Neben LeMond haben sich auch andere kritische Beobachter der Szene, darunter der ehemalige Doper David Millar und der Armstrong-Jäger David Walsh, für Pogačar und seine Sauberkeit ausgesprochen. Selbst UAE-Teamchef Mauro Gianetti äußerte sich nach jahrelangem Schweigen zu seiner eigenen umstrittenen Vergangenheit als Fahrer und Teamchef, konnte jedoch nicht alle Kritiker überzeugen.
Die internationale Presse feierte Pogačar nach seinem fünften Sieg. Französische Zeitungen wie „L’Equipe“ und „Le Parisien“ bezeichneten ihn als „Monumental“ und als Aufsteiger in den „Olymp des Radsports“. Spanische Medien wie „AS“ und „Marca“ hoben hervor, dass Pogačar nicht nur Siege anstrebe, sondern Geschichte schreiben wolle. Slowenische Zeitungen wie „Delo“ und „Radiotelevizija Slovenija“ betonten die unangreifbare Position des Champions und die Erschöpfung der Superlative zur Beschreibung seiner Leistungen. Italienische und Schweizer Medien würdigten ebenfalls seinen Legendenstatus und seine Fähigkeit, Rekorde zu pulverisieren.

Einordnung in die Geschichte des Radsports
Mit seinem fünften Triumph reiht sich Tadej Pogačar in eine exklusive Gruppe von Fahrern ein, die ebenfalls fünfmal die Tour de France gewonnen haben. Dazu gehören die belgische Ikone Eddy Merckx, die Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie der Spanier Miguel Indurain. Pogačars Jugend bei diesem Erfolg unterscheidet ihn jedoch von seinen Vorgängern, die alle älter waren, als sie ihren fünften Sieg errangen.
Die Überlegenheit von Pogačar war während der gesamten Tour deutlich. Er konnte seinen fünften Triumph mit einem Vorsprung von über sechs Minuten feiern. Diese Dominanz hat dazu geführt, dass er sogar Teamkollegen auf das Podium ziehen konnte, was seine außergewöhnliche Stärke unterstreicht. Die Presse beschrieb ihn als „unantastbar, unerbittlich, unbeugsam“ und als jemanden, der sich vom „Sunnyboy zum Leader“ entwickelt hat.
Die Diskussionen um Doping, die in der Vergangenheit den Radsport stark geprägt haben, sind im Zusammenhang mit Pogačars Leistungen unvermeidlich. Die Unterstützung durch Persönlichkeiten wie Greg LeMond und die Transparenz von Pogačar bezüglich der Dopingtests sind wichtige Faktoren, um das Vertrauen in den Sport zu stärken. Pogačars Fähigkeit, Rekorde einzustellen und zu brechen, während er gleichzeitig die Fragen der Öffentlichkeit beantwortet, prägt sein Image als Ausnahmeathlet.
Sein fünfter Sieg bei der Tour de France festigt seinen Legendenstatus und positioniert ihn als eine der größten Persönlichkeiten im Radsport. Die internationale Presse ist sich einig, dass Pogačar nicht nur ein Rennen gewonnen, sondern ein weiteres glorreiches Kapitel in der Geschichte des Radsports geschrieben hat.
Der Slowene feierte seinen historischen fünften und überzeugendsten Sieg auf den Champs-Élysées.
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Source: spiegel.de