Jürgen Klopp: Das wird beim DFB-Team jetzt alles neu
Neuer Bundestrainer plant umfassende Änderungen
Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp plant eine umfassende Umgestaltung des deutschen Fußballs. Er hat angekündigt, „jeden Stein umzudrehen“, um die deutsche Nationalmannschaft neu aufzustellen. Dies beinhaltet die Schaffung neuer Schlüsselpositionen, die Einbindung vertrauter Weggefährten und die Einführung einer klaren Spielidee ohne Experimente.
Klopp, der nach seinem Engagement als WM-Experte die Nachfolge von Julian Nagelsmann antritt, hat sich zum Ziel gesetzt, die DFB-Strukturen zu reformieren. Seine offizielle Amtsübernahme ist für den 15. August vorgesehen. Bis zum Start der Nations League am 24. September gegen die Niederlande steht ihm eine intensive Arbeitsphase bevor.
Der 59-Jährige bat nach den Verhandlungen mit dem DFB zunächst um eine einwöchige Auszeit. Er möchte sich voll und ganz auf seine neue Rolle konzentrieren und die Mannschaft auf die kommenden Herausforderungen vorbereiten.
Absage und zukünftige Pläne
Klopp musste seine Teilnahme am Internationalen Trainer-Kongress in Mainz absagen, wo er einen Impulsvortrag halten sollte. Er entschuldigte sich in einer Videobotschaft für die kurzfristige Absage und erklärte, dass er nicht gleich zu Beginn seiner Amtszeit Schlagzeilen liefern möchte, ohne mit der Mannschaft gespielt zu haben.
Das ursprünglich geplante Thema seines Vortrags wäre „Trainer werden ist nicht schwer, Trainer sein umso mehr“ gewesen. Klopp äußerte Bedenken, dass ein solcher Vortrag ihm in den nächsten Tagen und Wochen um die Ohren fliegen könnte, da er nun selbst als Trainer beweisen muss, dass er seine Position halten kann.
Statt Klopp wird DFB-Sportdirektor Rudi Völler in der Rheingoldhalle ein Interview geben. Die Organisatoren hoffen jedoch, dass Klopp seinen Vortrag zu einem späteren Zeitpunkt nachholen und dabei Einblicke in seine Erfahrungen und Erkenntnisse als Bundestrainer geben wird.

Personelle und strategische Neuerungen
Im Rahmen des Neuaufbaus möchte Klopp „ohne Aktionismus Dinge anpassen und verändern“. Er wird sich dabei auch auf Aspekte konzentrieren, die nicht direkt den Fußball beeinflussen. Hierfür hat er seinen langjährigen Berater Marc Kosicke als externen Mitarbeiter für Strategie, Entwicklung und Innovation in sein Team geholt.
Ab Januar wird zudem Per Mertesacker als Geschäftsführer Sport und Nachfolger von Andreas Rettig zum DFB stoßen. Klopp pflegt auch einen engen Draht zu Hannes Wolf, dem Verbandsdirektor für Nachwuchs, Training und Entwicklung. Diese personellen Verstärkungen sollen dazu beitragen, die ambitionierten Ziele des Bundestrainers zu erreichen.
Klopp hat bereits „ein paar Dinge im Kopf“ für die kommenden Spiele, die jedoch noch nicht „druckreif“ seien. Er plant, die Mannschaft in Herzogenaurach zu versammeln, bevor das erste Spiel gegen die Niederlande in Amsterdam stattfindet. Bis zum 4. Oktober sind drei weitere Spiele geplant, wobei Klopp betonte, dass nicht „elf Mann durchpeitschen“ werden, die alle vier Spiele bestreiten.

Ein wichtiges Ziel Klopps ist es, dass andere Verbände in vier, fünf, sechs Jahren sagen sollen, „sie wollen es so machen, wie sie es beim DFB gemacht haben“. Dies zeigt seinen Ehrgeiz, den deutschen Fußball nach dem dritten WM-Debakel in Folge nachhaltig zu prägen.
Klopps Karriere und die Erwartungen
Christian Heidel, der Mainzer Sportvorstand, der Jürgen Klopp einst zum Trainer machte, äußerte sich zuversichtlich, dass der neue Bundestrainer die DFB-Elf wieder auf Kurs bringen kann. Klopps Karriere ist geprägt von Erfolgen, darunter seine Zeit bei Mainz, die erfolgreichen Jahre in Dortmund und seine Zeit beim FC Liverpool.
Die Erwartungen an Klopp sind hoch, da er als einer der erfolgreichsten deutschen Coaches der letzten zwei Jahrzehnte gilt. Seine Fähigkeit, Mannschaften zu formen und eine klare Spielphilosophie zu implementieren, wird als entscheidend für den Erfolg der Nationalmannschaft angesehen.
Klopp selbst gab bei seiner ersten Pressekonferenz als DFB-Trainer zu, dass er seinen Alltag noch nicht kenne und froh sei, dass das erste Spiel nicht sofort stattfinde, da er sonst überfordert wäre. Sein erstes Spiel als Bundestrainer wird am 24. September gegen die Niederlande sein.

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Source: bild.de