Evenepoel nach größtem Tour-Erfolg: Das ist mein Karriereziel
Remco Evenepoel hat die Tour de France 2026 auf dem zweiten Gesamtrang beendet, was sein bisher bestes Ergebnis bei einer dreiwöchigen Rundfahrt darstellt. Nach seinem Sieg bei der Vuelta a España 2022 festigt dieses Ergebnis seine Position als einer der Top-Fahrer im Radsport. Trotz eines Rückstands von 6:26 Minuten auf den Gesamtsieger Tadej Pogacar äußerte Evenepoel ehrgeizige Ziele für seine zukünftige Karriere.
Der Belgier betonte in Paris gegenüber der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“, dass er seinen Traum, alle drei Grand Tours zu gewinnen, nicht aufgeben werde. Er sieht dies als sein Karriereziel und ist überzeugt, dass er das Recht hat, davon zu träumen. Evenepoel plant, weiterhin hart zu arbeiten, um weitere Podiumsplätze zu erreichen.
Erfolgreiche Tour für Red Bull – BORA – hansgrohe
Für das Team Red Bull – BORA – hansgrohe markiert der zweite Platz in der Gesamtwertung die erfolgreichste Frankreich-Rundfahrt in der Teamgeschichte. Evenepoel, unterstützt von seinen Teamkollegen, stellte sowohl persönliche Bestmarken auf als auch neue Erfolge für das Team. Er beendete die Tour erstmals in seiner Karriere als Zweiter und zeigte sich dabei als äußerst konstanter Fahrer.
Evenepoel sicherte sich zwei Etappensiege auf der 15. und 16. Etappe, darunter eine Bergankunft am Plateau de Solaison und ein Zeitfahren. Zusätzlich platzierte er sich auf drei weiteren Teilstücken unter den Top 3. An 14 von 21 Renntagen befand er sich in der Gesamtwertung auf einem Podiumsplatz.
Das Ergebnis übertrifft den dritten Platz von Florian Lipowitz im Vorjahr, der zusätzlich das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers gewann. Die Strategie des Teams, mit einer Doppelspitze aus Lipowitz und Evenepoel anzutreten, erwies sich als erfolgreich, insbesondere in kritischen Phasen der Tour. Die Entwicklung des Teams zeigt eine klare Tendenz nach oben, mit früheren Top-Platzierungen wie dem vierten Platz von Emanuel Buchmann im Jahr 2019 und den fünften Plätzen von Wilco Keldermann und Aleksandr Vlasov in den Jahren 2021 und 2022.
Ralph Denk, der CEO von Red Bull – BORA – hansgrohe, bezeichnete den zweiten Platz in der Gesamtwertung als einen riesigen Erfolg. Er äußerte den Traum, in den kommenden Jahren einmal in Gelb in Paris einzufahren und betonte, dass die Grand Tours weiterhin im Fokus des Teams stehen werden. Denk hob auch den Siegeswillen des Teams hervor, der sich besonders auf der vorletzten Etappe zeigte.
Evenepoels Einschätzung und zukünftige Rennen
Evenepoel zeigte sich zufrieden mit seiner Herangehensweise an die Tour und erklärte, dass er alle seine Ziele erreichen konnte. Er habe während der Vorbereitung viel über sich selbst gelernt und Antworten auf viele Fragen bezüglich der Zukunft erhalten. Besonders beeindruckt zeigte er sich von seiner Kletterleistung in der zweiten und dritten Woche, in der er nicht einbrach und keinen schlechten Tag hatte.
In der dritten Woche der Rundfahrt war Evenepoel der klar zweitbeste Fahrer, was auch durch das Ausscheiden von Jonas Vingegaard und seinem Teamkollegen Florian Lipowitz begünstigt wurde. Auf der Königsetappe nach Alpe d’Huez war er der einzige Klassement-Fahrer, der Pogacar Zeit abnehmen konnte, obwohl dieser bereits im „Helfer-Modus“ für seinen Teamkollegen Isaac Del Toro agierte.
Auch auf der Schlussetappe über den Montmartre in Paris zählte der 26-Jährige zu den aktiven Fahrern. Er analysierte, dass er in der ersten Runde abwarten wollte und in der zweiten Runde angreifen wollte, was jedoch von Decathlon verhindert wurde. Evenepoel gab an, dass er in der dritten Runde nicht mehr zu viel riskieren wollte, da die Gesamtwertung bereits entschieden war und er an das bevorstehende Rennen Donostia San Sebastián dachte, das am Samstag auf dem Programm steht.
Evenepoel, der das Eintagesrennen in San Sebastián bereits dreimal gewinnen konnte, fühlt sich nach der Tour weniger erschöpft als nach seinem Vuelta-Sieg und blickt selbstbewusst auf seine weiteren Saisonziele. Der amtierende Zeitfahrweltmeister und Straßenweltmeister von 2022 plant, sich auf die Titelkämpfe in Kanada zu konzentrieren.
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Source: eurosport.de