WM-Finale: Eine Halbzeitshow wie beim Super Bowl - tagesschau.de
WM-Finale mit spektakulärer Halbzeitshow
Das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in New York wird erstmals in seiner Geschichte eine Halbzeitshow nach dem Vorbild des amerikanischen Super Bowl präsentieren. Diese Premiere wurde bereits als „historischer Moment“ angekündigt. Die Organisatoren streben an, das Finale über den sportlichen Wettbewerb hinaus als globales Unterhaltungsevent zu etablieren und neue Zielgruppen anzusprechen.
Die geplante Show soll die größte Ansammlung internationaler Musikstars seit dem Benefizkonzert Live Aid im Jahr 1985 darstellen. Zu den angekündigten Künstlern gehören Madonna, Justin Bieber, Coldplay, Shakira und Burna Boy. Auch die südkoreanische Boyband BTS wird erwartet, deren Auftritt besonders darauf abzielt, den asiatischen Markt zu erreichen, obwohl keine asiatische Mannschaft im Finale steht. Shakira soll ihren WM-Song „Dai Dai“ singen, während BTS mit „The World Unite“ Milliarden von Zuschauern begrüßen wird.
Die genaue Dauer der Halbzeitshow ist noch nicht offiziell bestätigt. Während eine reguläre Halbzeitpause im Fußball 15 Minuten beträgt, berichten Medien über eine mögliche Verlängerung auf rund 20 Minuten, wobei einige sogar bis zu 30 Minuten spekulieren. Dies könnte die vorgeschriebene Pausenlänge deutlich überschreiten. Der künstlerische Leiter Chris Martin von Coldplay steht vor der Herausforderung, alle Superstars innerhalb von 15 Minuten unterzubringen.

Diskussionen um die Dauer und den Zweck der Show
Die Verlängerung der Halbzeitpause könnte sportmedizinische Bedenken aufwerfen. Experten warnen, dass eine längere Unterbrechung zu einem Absinken von Muskeltemperatur, Herzfrequenz und neuromuskulärer Aktivierung bei den Spielern führen kann. Dies erinnert an frühere Diskussionen um die neu eingeführten Trinkpausen, die sogenannten „Hydration Breaks“, die ebenfalls im Verdacht standen, eher kommerziellen Interessen als der Spielergesundheit zu dienen.
Trotz der potenziellen Überschreitung der regulären Pausenzeit verspricht der Organisationschef der Halbzeitshow, Hugh Evans, dass die Show nur elf Minuten dauern und den Fußballregeln absolut respektvoll begegnen wird. Er betont, dass der Rasen geschont und die elf Minuten die unterhaltsamsten der Geschichte sein werden. Evans, der hauptberuflich die Hilfsorganisation Global Citizen leitet, sieht in dem Spektakel auch einen guten Zweck. Die Halbzeitshow soll 100 Millionen US-Dollar für einen Bildungsfonds einbringen, der Kindern in ärmeren Ländern den Schulbesuch und das Fußballspielen ermöglichen soll.
Die FIFA setzt mit diesem Format auf ein bewährtes Erfolgsmodell aus den USA, wo die Super Bowl Halftime Show seit Jahren zu den meistgesehenen Musikereignissen der Welt zählt und regelmäßig über 100 Millionen Zuschauer erreicht. Künstler wie Beyoncé, Rihanna oder Kendrick Lamar nutzten diese Plattform bereits als globale Bühne. Die FIFA möchte diesen Effekt nun für das WM-Finale nutzen.

Kommerzialisierung des Fußballs und globale Reichweite
Die zunehmende Vermarktung des Fußballs, die sich in der Ausrichtung einer solchen Halbzeitshow manifestiert, wird von Beobachtern als Teil eines größeren Trends gesehen. Der Bayreuther Sportsoziologe Christian Brandt merkt an, dass die Kommerzialisierung des Sports seit den 1990er-Jahren stetig zugenommen hat. Dass dieser Trend bei einer Weltmeisterschaft in den USA seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, passe ins Bild der Entwicklung.
Die Auswahl der Künstler folgt dieser Logik, indem sie gezielt verschiedene globale Märkte anspricht. Die Show richtet sich nicht nur an die Zuschauer im Stadion, sondern vor allem an ein weltweites Fernseh- und Streamingpublikum. Die Vermarktung verändert auch die Wahrnehmung des Sports, wobei zunehmend einzelne Superstars statt Mannschaften im Mittelpunkt stehen. So wird vor dem Finale oft von „Lamine Yamal gegen Lionel Messi“ gesprochen, obwohl Fußball ein Mannschaftssport ist.
Die Fernsehbilder konzentrieren sich ebenfalls verstärkt auf prominente Gäste auf den Tribünen oder spektakuläre Fanaktionen, die oft mehr Raum erhalten als klassische Fankurven. Es bleibt abzuwarten, ob diese Premiere der Halbzeitshow ein einmaliges Experiment bleibt oder ein fester Bestandteil zukünftiger WM-Endspiele wird. Das Finale wird zwischen Spanien und Argentinien ausgetragen.
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Source: tagesschau.de