Radrennen - Tour de France: Slowene Pogacar gewinnt 14. Etappe und behält das Gelbe Trikot
Pogacars Dominanz in den Vogesen
Tadej Pogacar, der slowenische Weltmeister und Titelverteidiger, hat die 14. Etappe der Tour de France in den Vogesen für sich entschieden. Auf der 155,3 Kilometer langen Strecke von Mulhouse nach Le Markstein fuhr Pogacar einen Alleingang und sicherte sich damit seinen vierten Etappensieg bei der diesjährigen Tour. Sein Vorsprung im Ziel betrug mehr als eine halbe Minute auf seinen Teamkollegen Isaac del Toro aus Mexiko und den französischen Nachwuchsfahrer Paul Seixas. Dieser Sieg festigte Pogacars Position im Gelben Trikot und unterstreicht seine starke Leistung im Rennen.
Die Etappe war geprägt von anspruchsvollen Bedingungen, darunter 3.800 Höhenmeter und drei Anstiege der ersten Kategorie. Trotz des zwischenzeitlichen Regens während der Etappe konnte Pogacar seine Konkurrenz distanzieren. Er ging 7,5 Kilometer vor dem Ziel in die Offensive, und niemand konnte ihm bis zur Ziellinie folgen. Damit erreichte er den 25. Etappensieg seiner Karriere und zog in der Rekordliste mit André Leducq gleich.
Starke Leistung von Florian Lipowitz und Team Red Bull – Bora – hansgrohe
Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz zeigte auf der schweren Bergetappe eine gute Form. Der Vorjahresdritte belegte den siebten Platz und verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Rang sechs. Für Lipowitz war die Etappe ein kleines Heimspiel, da zahlreiche deutsche Fans die Strecke direkt hinter der Grenze säumten und ihn anfeuerten. Schon auf der Etappe nach Belfort am Freitag waren viele deutsche Fahnen zu sehen.
Lipowitz erreichte das Ziel 50 Sekunden hinter Pogacar. Er startete zusammen mit Seixas eine kurzlebige Attacke am Col du Haag, konnte aber Pogacar nicht dauerhaft folgen. Lipowitz äußerte sich nach dem Rennen und betonte die harte Natur der Etappe, zeigte sich aber zufrieden mit der Teamleistung. Sein Teamkollege Remco Evenepoel, der zwischenzeitlich Probleme hatte, dem Tempo der Podiumskandidaten zu folgen, kämpfte sich zurück und konnte im Finale wieder Boden gutmachen. Evenepoel liegt in der Gesamtwertung auf dem dritten Platz, 34 Sekunden hinter Jonas Vingegaard und 15 Sekunden vor Paul Seixas.
Das Team Red Bull – Bora – hansgrohe zeigte sich trotz der Dominanz von Pogacar zufrieden mit der Zusammenarbeit und der Leistung auf der 14. Etappe. Evenepoel lobte die Kooperation mit Lipowitz, die nach anfänglichen Spannungen im Team nun gut funktionierte. Teamkollege Maxim Van Gils betonte, dass das Podium mit beiden Fahrern weiterhin angestrebt wird und die dritte Woche der Tour, die als die härteste gilt, noch bevorsteht. Evenepoel blickt zuversichtlich auf die kommenden Etappen, insbesondere auf das Zeitfahren nach dem Ruhetag, wo er Zeit auf seine Konkurrenten gutmachen möchte.

Ausblick auf die nächste Kletterpartie
Am Sonntag steht die nächste anspruchsvolle Kletterpartie auf dem Programm, wenn die Tour auf der 15. Etappe das Plateau de Solaison ansteuert. Besonders der Schlussanstieg über 11,3 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 9 Prozent wird die Fahrer erneut herausfordern. Evenepoel zeigte sich trotz der Schwierigkeit der kommenden Etappe zuversichtlich, da der letzte Anstieg mit seiner konstanten Steigung gut zu seinem Fahrstil passen sollte. Er hat diesen Anstieg bereits mehrmals besichtigt.
Der frühere deutsche Radstar Jan Ullrich war als Zaungast bei der Tour de France anwesend, zum ersten Mal seit 20 Jahren. Er sah in Pogacars Leistung eine Machtdemonstration und traut Lipowitz ein Podium zu, wie er in der ARD äußerte. Ullrich betonte, dass der Kampf um die Podiumsplätze noch offen und spannend sei. Die dritte Woche der Tour, die auch die Alpen mit längeren Anstiegen umfasst, wird entscheidend sein, um die endgültigen Platzierungen zu bestimmen.
Die 14. Etappe endete in Le Markstein, wo Lipowitz den siebten Platz belegte und sich in der Gesamtwertung um eine Position verbesserte.
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Source: deutschlandfunk.de