WM 2026: Fan-Wut auf Mbappé! Katakomben-Szene im TV zu sehen
Eine Szene mit Kylian Mbappé in den Katakomben nach der ersten Halbzeit des Spiels um Platz drei bei der WM 2026 hat bei französischen Fans für Unmut gesorgt. Die französische Nationalmannschaft lag zur Halbzeit gegen England mit 0:4 zurück, was zu einer deutlichen Enttäuschung führte. Mbappé, der Kapitän des Teams, wurde dabei beobachtet, wie er sich lachend und scheinbar gut gelaunt mit dem englischen Trainer Thomas Tuchel unterhielt.
Die Begegnung zwischen Mbappé und Tuchel, die von 2018 bis 2020 gemeinsam bei PSG gearbeitet hatten, wurde von MagentaTV und anderen internationalen Sendern übertragen. Besonders kritisch wurde von vielen Fans in sozialen Netzwerken aufgenommen, dass Mbappé zu diesem Zeitpunkt bereits sein Trikot mit einem Gegenspieler getauscht hatte. Er wurde oberkörperfrei mit einem weißen England-Trikot in der Hand gesehen, während der englische Torschütze Declan Rice, ebenfalls ohne Trikot, ein Frankreich-Trikot hielt.
Diese Bilder führten zu einer Welle der Kritik, wobei einige Fans Mbappé die Kämpfer- und Kapitänsmentalität absprachen. Die französische Mannschaft hatte in der ersten Halbzeit vier Gegentore kassiert und wirkte in den Augen vieler Beobachter nicht voll bei der Sache. Mbappé selbst fiel in der ersten Hälfte durch Dribblings auf, bei denen er oft hängen blieb und anschließend kaum nach hinten arbeitete. Seine Körpersprache nach dem dritten und vierten Gegentor zeigte Resignation und ein ungläubiges Lächeln.
Englands Sieg und Tuchels Stolz
England sicherte sich im Spiel um Platz drei einen 6:4-Sieg gegen Frankreich und erreichte damit das beste englische WM-Ergebnis seit dem Triumph von 1966. Das Spiel, das als das torreichste des Turniers galt, bot zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten. Trainer Thomas Tuchel lobte die Mentalität seines Teams nach dem Spiel als „absolut brillant“, obwohl er zugab, „den Überblick verloren“ zu haben, da er nicht einmal wusste, dass Bukayo Saka einen Hattrick erzielt hatte.
Für Tuchel hatte das Spiel kontrovers begonnen, da er vor der Partie von englischen Fans in Miami ausgebuht wurde, nachdem er auf die Superstars Jude Bellingham und Harry Kane in der Startaufstellung verzichtet hatte. Die heimische Presse hatte Tuchel bereits nach dem Halbfinal-Aus gegen Argentinien kritisiert. Tuchel erklärte, er habe die physischen Anforderungen des Spiels und die Qualität Frankreichs gefürchtet, insbesondere da Frankreich einen Tag mehr Pause nach dem Halbfinale hatte und weniger Reisestrapazen auf sich nehmen musste.
Die englische Mannschaft hatte im Laufe der WM die meisten Flugkilometer gesammelt und in Hitze sowie Höhe gespielt, teilweise auch mit Verlängerungen. Trotz der sichtbaren Müdigkeit in der zweiten Halbzeit, in der sein Team Krämpfe bekam, zeigte sich Tuchel stolz auf die Mentalität seiner Spieler. Er betonte, dass er niemals Zweifel an der Einstellung der Mannschaft hatte und dass der Kampfgeist des Teams ihm Energie gebe.
Mbappés Comeback und die historische Aufholjagd
Trotz des Halbzeitrückstands und der Fan-Kritik zeigte Kylian Mbappé in der zweiten Halbzeit eine starke Reaktion. Er erzielte zwei Tore und gab eine Vorlage, wodurch Frankreich innerhalb von nur 20 Minuten nach der Pause auf 3:4 herankam und das Spiel wieder spannend machte. Mbappé übernahm mit seinem neunten Turniertor die Führung in der Torschützenliste dieser WM. Mit seinen beiden Treffern in diesem Spiel erreichte er insgesamt 22 WM-Tore und überholte damit Lionel Messi in der ewigen Bestenliste.
Die Tore für England in der ersten Halbzeit erzielten Declan Rice in der dritten Minute, Ezri Konsa in der 18. Minute und Bukayo Saka in der 37. und 45.+1 Minute. Nach der Pause verkürzten Mbappé in der 48. und 66. Minute sowie Bradley Barcola in der 54. Minute für Frankreich. Saka traf per Foulelfmeter zum 5:3 in der 87. Minute, bevor Ousmane Dembélé in der 90.+6 Minute erneut verkürzte. Den Schlusspunkt setzte Jude Bellingham in der 90.+8 Minute mit dem zehnten Tor der Partie.
Die Aufholjagd Frankreichs, die nur knapp am größten Comeback der WM-Geschichte vorbeiging, zog viel Energie. Die Fan-Wut auf Mbappé, die sich nach der Halbzeitpause entlud, erwies sich angesichts seiner Leistung in der zweiten Hälfte als verfrüht. Das Finale der WM findet am Sonntag statt, wo Spanien und Argentinien aufeinandertreffen.
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Source: bild.de