Freispruch in Malta
Ein Gericht in Malta hat Matthew Grech, Mario Camilleri und Rita Bonnici vom Vorwurf freigesprochen, für Konversionspraktiken geworben zu haben. Das Gericht stellte fest, dass weder eine strafbare Handlung noch ein entsprechender Vorsatz nachgewiesen werden konnten.
Die rechtliche Auslegung des Begriffs „Werbung“ wurde erst im Jahr 2023 eingeführt, was den Kontext des Verfahrens zusätzlich kompliziert. Malta war 2016 das erste Land der EU, das Praktiken zur Änderung der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gesetzlich verbot.
Grech, einer der Angeklagten, äußerte sich nach dem Freispruch mit den Worten: „Es ist ein Sieg! Lob sei Jesus!“ Er forderte die maltesische Regierung und die EU-Kommission auf, das Gesetz zu „Konversionspraktiken“ aufzuheben, welches er als „eine Waffe in den Händen böswilliger Aktivisten“ bezeichnete.
Das Verfahren gilt als erster internationaler Prozess wegen angeblicher Konversionstherapien und wurde durch ein Interview ausgelöst, das am 6. April 2022 ausgestrahlt wurde. In diesem Interview wurden die Angeklagten beschuldigt, solche Praktiken zu fördern.
Die Entscheidung des Gerichts hat weitreichende Implikationen für die Rechte von LGBTQ+-Personen in Malta und könnte die Debatte über Konversionspraktiken in anderen Ländern beeinflussen. Die maltesische Gesellschaft ist seit jeher ein wichtiger Handelsplatz und Rückzugsort, was auch die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen beeinflusst.
Was die nächsten Schritte betrifft, bleibt abzuwarten, ob die maltesische Regierung auf die Forderungen von Grech reagieren wird. Details bleiben unbestätigt.