„Wer ist jenes Mädchen, das den Protagonisten vom ersten Takt an zum Aufbruch zwingt – auf eine Reise des Zurücklassens und Verlassens?“, fragt Joyce DiDonato, während sie sich auf die bevorstehende Aufführung von Franz Schuberts „Winterreise“ in der denkmalgeschützten Villa Magnolia in Krefeld-Uerdingen vorbereitet. Diese ehemalige Fabrikantenvilla, erbaut im Jahr 1914, bietet mit ihrem großen Garten und der alten Magnolie eine eindrucksvolle Kulisse für das bedeutende Werk der Romantik.
Die „Winterreise“, die 1827, kurz vor Schuberts Tod, komponiert wurde, besteht aus 24 Liedern und fasziniert seit fast 200 Jahren sowohl Interpretinnen als auch Interpreten. Die tiefgründigen Texte und melancholischen Melodien laden zu vielfältigen Deutungen ein, die bis ins Hier und Heute reichen. In der Aufführung wird DiDonato von dem renommierten Dirigenten Yannick Nézet-Séguin begleitet, während Jonas Kaufmann eine ruhige Interpretation des Werkes bietet.
Thomas Quasthoff, der zusammen mit Charles Spencer die Lieder mit Wucht und Vehemenz präsentiert, beschreibt die „Winterreise“ als ein Werk, das „wie dem Zeitmaß enthoben, außerhalb des gemeinhin ‚musikalischen‘ Zeitnehmens“ ist. Diese besondere Qualität der Musik ermöglicht es den Zuhörern, in eine andere Welt einzutauchen und die Emotionen des Protagonisten nachzuvollziehen.
Ian Bostridge, der 2015 ein Buch über die „Winterreise“ veröffentlichte, bringt die Herausforderung des Protagonisten auf den Punkt: „Die Straße entlangzugehen, ‚die noch keiner ging zurück‘, das trauen sie sich nicht zu.“ Diese Worte verdeutlichen die zentrale Thematik des Verlassens und der inneren Reise, die in Schuberts Werk thematisiert wird.
Die Adaption der „Winterreise“ namens „Mercy Seat“, die von Charly Hübner und dem Ensemble Resonanz präsentiert wird, zeigt, wie zeitgenössische Künstler das klassische Werk neu interpretieren. Hübner selbst beschreibt das Auftragswerk als eine mögliche Zumutung für Kunstliedpuristen: „No risk, no fun.“ Diese Aussage spiegelt den Mut wider, den Künstler aufbringen müssen, um alte Werke in einem neuen Licht erscheinen zu lassen.
Die Aufführung wird am 17. März 2026 im Rahmen der Sendung „Leporello“ auf BR Klassik ausgestrahlt. Die Villa Magnolia, die rundum denkmalgeschützt ist, wird somit nicht nur als Veranstaltungsort, sondern auch als Teil der kulturellen Identität Krefelds wahrgenommen. Die Kombination aus historischer Architektur und zeitgenössischer Musik schafft ein einzigartiges Erlebnis für das Publikum.
In der aktuellen Berichterstattung von WDR aktuell werden auch andere Themen behandelt, darunter Streiks im ÖPNV und neue Schufa-Regeln. Dennoch bleibt die „Winterreise“ ein zentrales Thema, das die Menschen bewegt und zum Nachdenken anregt. Details bleiben unbestätigt, aber die Vorfreude auf die Aufführung in der Villa Magnolia wächst.