Gelb-Rot nach Schwalbe: Der dümmste Platzverweis der WM! - BILD
Umstrittener Platzverweis im Viertelfinale
Im WM-Viertelfinale zwischen Argentinien und der Schweiz in Kansas City kam es zu einer bemerkenswerten Szene, die zu einem Platzverweis für den Schweizer Stürmer Breel Embolo führte. In der 69. Minute des Spiels entschied Schiedsrichter Joao Pinheiro zunächst auf eine Gelbe Karte für den argentinischen Spieler Leandro Paredes nach einem Zweikampf mit Embolo.
Kurz darauf erhielt der portugiesische Schiedsrichter einen Hinweis vom Video-Assistenten (VAR), sich die Szene erneut anzusehen. Für die Zuschauer im Stadion und an den Bildschirmen wurde angezeigt, dass eine „Spielerverwechslung“ (Mistaken Identity) überprüft werde. Der VAR greift ein, wenn nachweislich der falsche Spieler bestraft wurde.
Die Videoaufnahmen zeigten deutlich, dass Embolo ohne Kontakt mit dem Gegner zu Boden gegangen war. Daraufhin zog Pinheiro die Verwarnung für Paredes zurück und zeigte Embolo die Gelbe Karte. Da Embolo jedoch bereits kurz vor der Pause wegen eines Fouls an Paredes verwarnt worden war, resultierte dies in einer Gelb-Roten Karte und dem damit verbundenen Platzverweis.
Emotionale Reaktion und weitreichende Folgen
Der Platzverweis wegen einer Schwalbe war ein Schock für die Schweizer Mannschaft. Über das Schiedsrichter-Mikrofon war zu hören, wie Denis Zakaria lautstark „Nein, nein, nein“ in Richtung des Unparteiischen rief. Embolo selbst zog sich kurz das Trikot vors Gesicht und verließ den Platz mit Tränen in den Augen. Einige seiner Mitspieler begleiteten und trösteten ihn, obwohl die Richtigkeit der Entscheidung anerkannt wurde.
Dieser Vorfall hatte erhebliche Auswirkungen auf den Spielverlauf. Die Schweiz hatte kurz zuvor durch Dan Ndoye den Ausgleich zum 1:1 erzielt und befand sich in ihrer stärksten Phase des Spiels. Der Platzverweis nahm der Mannschaft das Momentum und zwang sie, die verbleibende Spielzeit in Unterzahl zu bestreiten.
Trotz der numerischen Unterlegenheit kämpfte die Schweiz weiter und hielt den Abwehrblock lange Zeit stabil. Auch dank der Leistung von Torhüter Gregor Kobel konnte sich die Mannschaft in die Verlängerung retten. Dort brach jedoch ein Tor von Julian Alvarez in der 112. Minute den Widerstand der Schweizer, als er den Ball aus 20 Metern unhaltbar in die obere rechte Ecke zirkelte.
Die Schweiz konnte in Unterzahl nicht mehr reagieren. In der Nachspielzeit der Verlängerung besiegelte Lautaro Martinez mit dem 3:1 den Sieg für Argentinien. Er verwertete einen Nachschuss nach einer Parade von Kobel gegen Nicolas Gonzalez, nachdem Argentinien einen Konter gegen die entblößte Schweizer Abwehr gefahren hatte.
Wiederholter VAR-Einsatz bei Schwalben
Es war nicht das erste Mal in diesem WM-Turnier, dass die Regel bezüglich des VAR-Eingriffs bei Schwalben angewendet wurde. Bereits im Vorrundenspiel zwischen den USA und Paraguay (4:1) hatte der Schiedsrichter Danny Makkelie eine Gelbe Karte für den US-Verteidiger Tim Ream zurückgenommen. Damals hatte sich Miguel Almirón von Paraguay im Zweikampf fallen lassen und erhielt nach VAR-Intervention die Gelbe Karte.
Die Folgen waren in diesem Fall jedoch nicht so drastisch wie für Breel Embolo. Für die Schweiz endete das WM-Märchen im Viertelfinale mit einer 1:3-Niederlage nach Verlängerung gegen den Titelverteidiger Argentinien. Trotz des Ausscheidens kann die Schweiz auf eine erfolgreiche WM zurückblicken, da sie erstmals seit 72 Jahren wieder die Runde der letzten Acht erreichte und den Achtelfinal-Fluch durchbrach.
Die Partie wurde nach 124 Minuten von Schiedsrichter Pinheiro beendet, was das bittere Ende des Schweizer WM-Abenteuers markierte.
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Source: bild.de