Bei Sieger-Interview: Wut-Ausbruch von Tuchel - BILD
Nach dem Viertelfinalsieg Englands bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Norwegen zeigte sich Trainer Thomas Tuchel in einem Interview verärgert über eine Frage zur Mentalität seiner Mannschaft. Das Gespräch mit dem englischen Journalisten Gabriel Clarke nahm nach dem 2:1-Sieg nach Verlängerung eine unerwartete Wendung, als Tuchel auf die Mentalitätsfrage angesprochen wurde.
Tuchel äußerte sich zunächst kritisch zur Leistung seines Teams, obwohl das Ergebnis positiv war. Er betonte, dass sich die Mannschaft das Leben selbst schwer gemacht habe, mit vielen technischen Fehlern, mangelnder Schnelligkeit und fehlender Konsequenz. Der Einsatz sei zwar vorhanden gewesen, doch die Art und Weise des Spiels habe zu Schwierigkeiten geführt. Er räumte ein, dass sein Team in dieser Partie Glück gehabt habe.
Tuchels Reaktion auf die Mentalitätsfrage
Als Clarke nachhakte, ob die Probleme möglicherweise mit der Mentalität zusammenhingen, reagierte Tuchel sichtlich irritiert. Er zog eine Grimasse, holte tief Luft und widersprach entschieden. „Mentalität?! Wie können Sie in diesem Moment nach der Mentalität fragen? Das, was meine Spieler heute gezeigt haben, war Mentalität pur!“, entgegnete der Trainer. Er unterbrach Clarke und betonte, dass es kein Mentalitätsproblem gebe, sondern die gezeigte Mentalität „reine Mentalität“ sei, die man „in Flaschen packen und verkaufen“ könne.
Diese Reaktion erinnerte Beobachter an Tuchels Zeit als Trainer von Borussia Dortmund zwischen 2015 und 2017. Auch damals sah er sich nach Punktverlusten gegen vermeintlich schwächere Gegner häufig mit der sogenannten „M-Frage“ konfrontiert und reagierte genervt auf solche Nachfragen. Nach dem deutlichen Statement wechselte Clarke das Thema und fragte nach dem Einfluss der eingewechselten Spieler, worauf Tuchel das Gespräch fortsetzte.
Englands Weg ins Halbfinale
Das Spiel gegen Norwegen war ein dramatisches Viertelfinale, das erst in der Verlängerung entschieden wurde. Die Three Lions trafen auf tapfere „Wikinger“, die sich zunächst in der 36. Minute durch Andreas Schjelderup mit 1:0 in Führung brachten. Schjelderup erzielte ein Distanztor, das Jordan Pickford im englischen Tor überraschte.
Kurz vor der Pause gelang Jude Bellingham in der 45.+2 Minute der Ausgleich zum 1:1. Bellingham setzte sich nach einem Zuspiel von Anthony Gordon durch und überwand Orjan Nyland im norwegischen Tor. Ein vermeintlicher Führungstreffer Englands vor der Halbzeit wurde aufgrund einer Abseitsposition von Jude Bellingham nicht anerkannt.
In der zweiten Halbzeit erzielte Torbjörn Heggem nach einer Ecke die erneute Führung für Norwegen, doch der Treffer wurde nach VAR-Eingriff annulliert, da Erling Haaland vor der Ausführung seinen Gegenspieler geschubst hatte. Das Spiel ging in die Verlängerung, wo Jude Bellingham in der 93. Minute seinen zweiten Treffer zum 2:1 erzielte. Nach einem Distanzschuss von Morgan Rogers, den Nyland abprallen ließ, staubte Bellingham ab und sicherte England den Einzug ins Halbfinale.
Die Bedingungen in Miami waren während des Spiels herausfordernd, mit Temperaturen von 31 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent zu Spielbeginn. England könnte im Halbfinale auf die Schweiz treffen, sofern diese sich gegen Argentinien durchsetzt. Das mögliche Halbfinale findet am kommenden Mittwoch um 21 Uhr Schweizer Zeit in Atlanta statt.
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Source: bild.de