Fußball-WM: Ägypten weiter, der Iran muss zittern - sportschau.de
Die iranische Nationalmannschaft muss nach einem 1:1 (1:1) gegen Ägypten weiterhin um den Einzug ins Sechzehntelfinale der Fußball-WM bangen. Das Remis in Seattle sichert Ägypten als Zweitem der Gruppe G den sicheren Platz in der K.o.-Runde. Für den Iran besteht noch die Möglichkeit, als einer der besten Gruppendritten weiterzukommen.
Das Spiel, das im Vorfeld als „Pride Match“ deklariert wurde, begann mit einer frühen Führung für Ägypten. Mahmoud Saber traf in der 5. Minute, nachdem Mohamed Salahs Schuss von Keeper Alireza Beiranvand abgewehrt wurde. Nur neun Minuten später erzielte Ramin Rezaeian den Ausgleich für den Iran. Zuvor hatte Mehdi Taremi einen Foulelfmeter für den Iran nicht verwandeln können, als er an Ägyptens Torwart Oufa Shobeir scheiterte.
Spannung und Kontroversen vor dem Abpfiff
Die Partie war von Beginn an intensiv. Nach der frühen Führung der Ägypter drängte der Iran auf den Ausgleich. Nach einem Foul von Mohamed Abdelmonem an Mehdi Taremi in der 9. Minute vergab Taremi den fälligen Elfmeter. Kurz darauf gelang Rezaeian der Ausgleichstreffer aus spitzem Winkel.
In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte Shojae Khalilzadeh eine Kopfballchance, die jedoch knapp am Tor vorbeiging. Nach der Pause wechselte Ägyptens Trainer Hossam Hassan frische Kräfte ein, darunter Marwan Attia und Omar Marmoush. Trotz weiterer Chancen auf beiden Seiten blieb es beim Unentschieden.
Die Schlussphase des Spiels war besonders ereignisreich. Ein vermeintliches Siegtor für den Iran durch Shoja Khalizadeh wurde nach einer Überprüfung wegen Abseits annulliert. Dies führte zu großer Enttäuschung bei den iranischen Spielern und Fans, die den Treffer bereits bejubelt hatten. Ägyptens Torwart Shobeir zeigte in dieser Phase mehrere starke Paraden und sicherte das Remis für sein Team.

Politische Spannungen und Spielerfrust
Das Spiel war nicht nur sportlich brisant, sondern auch von politischen und gesellschaftlichen Debatten begleitet. Die Ausrufung des Spiels als „Pride Match“ im Rahmen des „Pride Fest“ in Seattle stieß bei beiden Nationen auf Protest, da ihre Religionen die Werte der LGBTQI+-Gemeinschaft nicht teilen. Trotzdem waren Regenbogenfahnen im Stadion zu sehen.
Abseits des Spielfeldes gab es Demonstrationen von iranischen Regime-Gegnern gegen die Regierung ihres Landes und die FIFA. Auch der iranische Kapitän Mehdi Taremi äußerte sich nach dem Spiel sichtlich aufgewühlt über die Umstände der WM. Er sprach von Reiseeinschränkungen und anderen Widrigkeiten, die die Mannschaft belasten würden, und kritisierte die FIFA für mangelnde Unterstützung.
Ägyptens Trainer Hossam Hassan äußerte sich erfreut über den Einzug ins Sechzehntelfinale und betonte den Stolz und die Ehre, die dies dem Team bringe. Er bestätigte, dass Ägypten am 3. Juli um 20 Uhr MESZ auf Australien treffen wird. Der Iran könnte am selben Tag um 5 Uhr gegen die Schweiz antreten, falls er als einer der besten Gruppendritten weiterkommt.
Sorgen bereitet Ägypten jedoch der Zustand von Superstar Mohamed Salah, der in der 57. Minute ausgewechselt wurde und anschließend mit Eis seinen linken Oberschenkel kühlte. Trainer Hossam Hassan wartet noch auf den Bericht der Ärzte bezüglich Salahs Untersuchung.

Ausblick für die K.o.-Phase
Für Ägypten ist der Weg in die K.o.-Phase gesichert. Das Team trifft am 3. Juli auf Australien. Der Iran hingegen muss abwarten, ob die drei Unentschieden ausreichen, um als einer der besten Gruppendritten in die nächste Runde einzuziehen. Dies wäre der größte Erfolg in der iranischen WM-Geschichte.
Die politischen Spannungen rund um das Turnier, insbesondere die Kritik des iranischen Trainers Amir Ghalenoei an der Behandlung durch die Gastgebernation, und die Visa-Verweigerungen für Funktionäre, prägten das Umfeld der iranischen Mannschaft. Trotz dieser Herausforderungen verabschiedeten sich die Spieler mit Applaus von ihren Fans auf der Tribüne.
Im Stadion kam es auch zu einem kleinen Zwischenfall mit Tröten, die von Ordnern konfisziert wurden, da Vuvuzelas und ähnliche Instrumente von der FIFA bei der WM verboten sind. Rund um die Seattle Arena demonstrierten Menschen für einen Regimewechsel im Iran und gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump.
Ägypten trifft am 3. Juli um 20 Uhr MESZ auf Australien im Sechzehntelfinale.
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Source: sportschau.de