FIFA WM 2026: Frankreich – Spanien als „Finale vorm Finale“
Europäisches Gipfeltreffen in Dallas
Im Halbfinale der FIFA WM 2026 kommt es am Dienstag in Dallas zu einem europäischen Spitzenspiel, wenn Vizeweltmeister Frankreich auf Europameister Spanien trifft. Dieses Duell wird von einigen als ein „Finale vorm Finale“ bezeichnet und verspricht eine intensive Begegnung zwischen zwei der stärksten Teams des Turniers. Die Partie wird um 21.00 Uhr live übertragen.
Die spanische Nationalmannschaft hat sich in Nordamerika bisher durch eine starke Defensive ausgezeichnet. Weniger als zehn Bälle erreichten direkt das Tor von Torhüter Unai Simon. Auf der anderen Seite steht die hochkarätige Offensive Frankreichs, angeführt von Kylian Mbappé, der bisher acht Tore erzielt hat, und Ousmane Dembélé mit fünf Treffern. Unterstützt werden sie oft von Michael Olise, der Lücken in gegnerischen Abwehrreihen findet. Frankreich hat bei dieser WM bereits viermal drei oder mehr Tore erzielt und zeigte auch im Achtelfinale gegen Paraguay beim umkämpften 1:0 kühlen Kopf.
Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente äußerte sich begeistert über das bevorstehende Spiel und nannte es ein „fantastisches Spiel“ zwischen den „zwei besten Teams im Turnier“. Er betonte, dass Spanien in der Lage sei, Frankreich zu besiegen, obwohl sie auf einen „ganz großen Giganten des Fußballs“ treffen.
Junge Talente im Fokus
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den jungen Talenten beider Mannschaften. Bei Spanien ruhen die Hoffnungen auch auf Lamine Yamal, der am Montag seinen Geburtstag feierte und 19 Jahre alt wurde. Er äußerte sich selbstbewusst: „Wenn sie jemanden fürchten müssen, dann uns. Wir haben keine Angst.“ Yamal verwies auf frühere Begegnungen, in denen Spanien erfolgreich war, darunter ein 2:1 im EM-Halbfinale 2024 und ein 5:4 im Halbfinale der Nations League vor einem Jahr. Der junge Spieler des FC Barcelona sieht sein Team und Frankreich als die beiden besten Mannschaften dieser WM und freut sich sehr auf das Spiel, das viele bereits seit Turnierbeginn erwartet haben.

Auf französischer Seite wurde der 20-jährige Mittelfeldspieler Warren Zaïre-Emery von Trainer Didier Deschamps zur Pressekonferenz entsandt. Obwohl er bei dieser WM bisher nur wenige Minuten gespielt hat, trauen ihm die Franzosen viel zu. Zaïre-Emery betonte, dass das Spiel nicht in den Medien entschieden werde und sich sein Team auf sich selbst konzentriere. Er hob hervor, dass die aktuelle französische Mannschaft eine andere sei als in den vergangenen Begegnungen und bereit für eine Revanche sei.
Die Diskussionen um die jungen Spieler wurden auch durch einen Rassismus-Eklat überschattet, den der ehemalige spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy mit einer Bemerkung über die Zusammensetzung des französischen Kaders auslöste. Sowohl Yamal als auch Zaïre-Emery äußerten sich dazu. Yamal betonte, dass Fußball Menschen zusammenbringen sollte, während Zaïre-Emery die Vielfalt der französischen Mannschaft hervorhob: „Frankreich hat Spieler aus allen Horizonten, allen Rassen. Das macht uns aus. Wir sind alle sehr eng verbunden, alle gemeinsam. Das ist alles, was man sich merken muss.“
Deschamps und de la Fuente äußern sich
Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps, der nach der WM seinen Abschied nehmen wird, könnte mit einem Sieg gegen Spanien seinen dritten Einzug in ein WM-Finale in Serie erreichen – ein Novum für einen Nationaltrainer. Deschamps hat die französische Mannschaft weiterentwickelt, von einem Team, das 2018 mit defensiver Stabilität Weltmeister wurde, zu einer spielstärkeren Auswahl, die sich nicht mehr ausschließlich auf die Brillanz von Mbappé verlässt. Er zeigte Respekt vor der spanischen Mannschaft und bezeichnete sie schmunzelnd als Favoriten, um keinen Druck auf seinen Kollegen Luis de la Fuente auszuüben.

Kylian Mbappé selbst sieht noch Verbesserungspotenzial in der Mannschaft. Er bezeichnete die aktuelle Nationalmannschaft nicht als die beste, in der er je gespielt habe, aber als die mit dem größten Potenzial für die Zukunft. Er betonte, dass sich das Team noch beweisen müsse, bevor es als unbesiegbar bezeichnet werden könne. Befürchtungen um eine Knöchelverletzung Mbappés, die er sich im Viertelfinale gegen Marokko zugezogen hatte, erwiesen sich als unbegründet.
Luis de la Fuente, der spanische Trainer, nahm die Favoritenrolle mit einem Lächeln entgegen und erklärte, dass dies nichts bedeute. Er hob hervor, dass die französische Mannschaft seit 2025 viel dazugelernt habe und unterschiedliche Spielstile aufeinandertreffen würden. Er zitierte Julius Cäsar mit der Aussage, dass es „keine großen Errungenschaften gibt ohne Leiden“, was seine Botschaft für das Halbfinale sei: Um zu gewinnen, müsse man bereit sein zu leiden. Das Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien findet am Dienstag statt.
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Source: sport.orf.at