AUDIO: Wolfsburg unterliegt in Stuttgart mit 0:4 (1 Minute)
VfL Wolfsburg erleidet beim VfB Stuttgart ein weiteres schweres Debakel im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Am Sonntag verloren die Niedersachsen nach einer katastrophalen ersten Halbzeit mit 0:4 (0:3). Die Situation um Trainer Daniel Bauer wird sich wohl weiter zuspitzen.
von Tobias Knaack
Die ersten 45 Minuten in Stuttgart waren aus der Perspektive des VfL ein Desaster: Die Wolfsburger zeigten sich erschreckend defensiv und konnten der Dynamik und Spielfreude des VfB nichts entgegensetzen. Die deutschen Nationalspieler Deniz Undav (21.) und Jamie Leweling (30. und 42.) entschieden bereits vor der Halbzeit alles, während Nikolas Nartey in der Nachspielzeit für den Endstand sorgte (90.+5).
Trainer Bauer bezeichnete das Spiel als "brutal" und kritisierte, dass "wir auch heute wieder Dinge getan haben, die nicht Teil unseres Plans waren". Besonders störte ihn, dass "wir unter Druck von unseren Grundsätzen abweichen".
Yannick Gerhardt: "Es ging alles zu schnell für uns"
Yannick Gerhardt, der als Ersatz-Kapitän für den verletzten Maximilian Arnold auflief, äußerte nach dem Spiel seine Kritik: "In der ersten Halbzeit sind wir überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen, alles ging viel zu schnell für uns." Die Stimmung sei dementsprechend "schlecht" gewesen.
Für Trainer Bauer, der erst Ende Dezember zum Cheftrainer ernannt wurde, könnte die Situation nun noch prekärer werden. Aufgrund der Niederlage gegen Stuttgart und den Siegen von St. Pauli sowie Werder Bremen am Samstag rutschen die „Wölfe“ auf den 17. Tabellenplatz vor dem nächsten Spieltag: Am Samstag empfängt der Aufsteiger HSV die Wolfsburger (15.30 Uhr, im NDR Livecenter).
Die Verantwortlichen des VfL äußern sich nicht dazu
Ob Bauer weiterhin an der Seitenlinie stehen wird, bleibt unklar. "Ich bin mir der Verantwortung bewusst und nehme sie sehr, sehr gerne an", äußerte er: "Doch letztendlich liegt die Entscheidung nicht in meinen Händen." Weder Geschäftsführer Peter Christiansen noch Sportdirektor Pirmin Schwegler äußerten sich nach dem Schlusspfiff.
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Der VfB Stuttgart dominiert den VfL Wolfsburg erneut nach bewährtem Schema.
Der erste Auftritt in Stuttgart offenbarte schonungslos, was geschehen kann, wenn eine Mannschaft – der VfB – mit einem klaren Spielplan und Selbstvertrauen auf ein verunsichertes und überfordertes Team wie die „Wölfe“ trifft. Die Schwaben setzten immer wieder auf Angriffe über die rechte Abwehrseite des Bauer-Teams – und stets war es der Linksaußen Chris Führich, der insbesondere Verteidiger Sael Kumbedi förmlich überrollte.
Beim 1:0 agierte Mittelstürmer Ermedin Demirovic nach einer Hereingabe von Führich per Schienbein als "Prellbock", sodass Undav den Ball aus kurzer Distanz nur noch ins Netz befördern musste (21.). Neun Minuten später führte das gleiche Muster zum 2:0 für Stuttgart: Demirovics "Aktion" bestand diesmal darin, nach der flachen Flanke von Führich den Ball passieren zu lassen und damit die gesamte Wolfsburger Abwehr, einschließlich Torhüter Kamil Grabara, am ersten Pfosten zu binden. So konnte Leweling ins leere Tor einschieben.
Die Abwehr der Wolfsburger, angeführt von Konstantinos Koulierakis, hatte es mit den Stuttgartern rund um Ermedin Demirovic äußerst schwer.
Um etwas Abwechslung in seine Abschlüsse zu bringen, wurde das dritte Tor des VfB zwar ebenfalls über die rechte Abwehrseite der „Wölfe“ eingeleitet, jedoch diesmal durch einen Einwurf von Demirovic. Mehrere Spieler des VfL versuchten, per Kopf zu klären, wodurch Leweling frei rechts im Strafraum stand und den Ball – leicht abgefälscht – wunderschön per Dropkick ins Netz beförderte (42.).
Der VfB Stuttgart zieht sich von Wolfsburg zurück – und erzielt dennoch ein Ergebnis
In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte Lovro Majer die einzige nennenswerte Offensivaktion der Niedersachsen (45.+2) – kurz darauf war das Spiel beendet. Er war Teil eines Dreifachwechsels von Bauer zur zweiten Halbzeit.
Die Geschichte war schnell erzählt: Die Gastgeber reduzierten ihr Tempo, während die Wolfsburger dadurch etwas zur Ruhe kamen und mehr Kontrolle über das Spiel (Ball-)erlangten. Dennoch sorgte Nartey aus kurzer Entfernung mithilfe des Innenpfostens für den Endstand (90.+5) und machte den für den VfL enttäuschenden Nachmittag somit „perfekt“.
24. Spieltag, 01.03.2026, 15:30 Uhr: VfB Stuttgart A. Nübel – Jeltsch, Jaquez (68. Al-Dakhil), Hendriks – Leweling (77. Assignon), Stiller, Karazor, Führich (88. Tiago Tomás) – El Khannouss (88. Arévalo), Undav (77. Nartey) – Demirovic 4 VfL Wolfsburg Grabara – Kumbedi, Koulierakis, Jenz, Belocian (85. Zehnter) – Gerhardt, Eriksen – Daghim (46. Adjetey), Majer (46. Shiogai), Hensel (62. Lindström) – Amoura (46. Pejcinovic) 0 Tore 1 :0 Undav (21.)
Undav (21.) 2 :0 Leweling (30.)
Leweling (30.) 3 :0 Leweling (42.)
Leweling (42.) 4 :0 Nartey (90. +5) Zusätzliche Informationen zum Match
Fußball-Bundesliga: Steht Magath vor einer Rückkehr im Abstiegskampf? Die Verantwortlichen des abstiegsgefährdeten VfL Wolfsburg erwägen, den 72-jährigen Ex-Meistertrainer zurückzuholen – möglicherweise als neuen Coach.
Dieses Thema im Programm: NDR 2 | NDR 2 Sport | 28.02.2026 | 12:00 Uhr – VfB Stuttgart gegen Wolfsburg