Vor den aktuellen Entwicklungen war der Tanktourismus zwischen den Niederlanden und den angrenzenden Ländern vor allem durch die erheblichen Unterschiede bei den Verbrauchsteuersätzen geprägt. Autofahrer suchten nach Möglichkeiten, um von den niedrigeren Preisen in Belgien und Deutschland zu profitieren, wo Benzin deutlich günstiger ist als in den Niederlanden.
Ein entscheidender Moment trat ein, als die niederländischen Behörden den Tanktouristen erlaubten, bis zu 240 Liter Sprit aus Nachbarländern einzuführen. Dies führte dazu, dass Autofahrer bei 240 Litern Kraftstoff in Belgien rund 120 Euro und in Deutschland etwa 72 Euro sparen konnten.
Die Regelung sieht vor, dass Autofahrer, die in großer Menge Kraftstoff in Kanistern mitführen, 84 Cent pro Liter an den niederländischen Staat zahlen müssen. Bei 240 Litern wären das 201,60 Euro an Verbrauchssteuer. Allerdings greift die Steuerpflicht nur bei einer atypischen Art des Transports, wenn der Kofferraum voll mit Kanistern ist.
Die Zollverwaltung führt aufgrund begrenzter Personalressourcen kaum Kontrollen durch, was bedeutet, dass die bestehende Steuerregelung kaum durchgesetzt wird und von praktisch niemandem beachtet wird. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Autofahrer, die weiterhin von den niedrigeren Preisen in den Nachbarländern profitieren.
Luxemburg bietet zudem niedrigere Spritpreise als Deutschland, was den Tanktourismus zusätzlich attraktiv macht. Am 11. April 2026 kostete ein Liter Super 95 in Luxemburg 1,721 Euro, während der Durchschnittspreis für E10 im Saarland bei 2,070 Euro lag.
Die Expertenmeinung von Arjan Lejour verdeutlicht die Problematik: „Die Kontrolle würde wahrscheinlich mehr kosten als der Ertrag.“ Er schlägt vor, dass es besser wäre, den Tanktourismus zu verbieten, anstatt Steuern zu erheben.
Die Situation bleibt angespannt, da die erheblichen Unterschiede bei den Verbrauchsteuersätzen in Europa weiterhin zu starken Preisgefällen an der Zapfsäule führen. Details bleiben unbestätigt.