Rohölpreis beeinflusst Spritpreise in Deutschland
Die Spritpreise in Deutschland sind seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs deutlich gestiegen. Der Rohölpreis Brent stieg zwischen dem 28. Februar und dem 6. März um etwa 8 Eurocent je Liter, was sich direkt auf die Kosten an den Tankstellen auswirkt.
Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Preis für Super E5 von 1,77 Euro auf 1,94 Euro, ein Plus von 17 Cent. Auch der Dieselpreis stieg im Bundesdurchschnitt um 30 Cent je Liter, von 1,74 Euro auf 2,04 Euro. Die Tankstellenbetreiber verzeichneten netto 25,2 Cent mehr beim Dieselpreis, was die Sorgen der Autofahrer weiter verstärkt.
Die Mineralölkonzerne berechnen rund 14,3 Cent mehr je Liter ohne Umsatzsteuer. Ein Liter Diesel kostet im Schnitt rund 1,92 Euro, was einem Plus von 17,7 Cent entspricht. Ein Liter Super E10 verteuerte sich im bundesweiten Mittel um 12,1 Cent auf 1,9 Euro. Diese Entwicklungen zeigen, wie eng die Spritpreise mit dem Rohölpreis verbunden sind.
Der Rohölpreis reagiert empfindlich auf geopolitische Ereignisse, insbesondere im Nahen Osten. Deutschland bezieht Rohöl aus rund 30 Ländern, darunter Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien. Diese Abhängigkeit macht die Preise anfällig für Schwankungen, die durch politische Unruhen oder Konflikte verursacht werden.
Ähnliche Preissteigerungen gab es zuletzt vor vier Jahren im Zuge des Ukraine-Kriegs und der darauf folgenden Energiekrise. Die aktuelle Situation hat auch zu einer verstärkten Beobachtung durch das Bundeskartellamt geführt, das die Preisentwicklung der Mineralölkonzerne genau im Auge behält.
Die Reaktionen auf die steigenden Preise sind gemischt. Johannes Schwanitz von der Mineralölwirtschaft äußerte, dass die Branche diese Lage nutzt, um ihre Gewinnspanne auszuweiten. Im Gegensatz dazu kritisierte Steffen Bukold, dass die Preisaufschläge an den Tankstellen mit dem Preisanstieg im Rohölmarkt nicht zu rechtfertigen seien.
Ein Sprecher des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie erklärte: „Wir verstehen die Irritation bei Autofahrerinnen und Autofahrern und in Wirtschaft und Politik.“ Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, fügte hinzu, dass man konsequent gegen kartellrechtswidriges Verhalten der Mineralölkonzerne vorgehen würde, sollten sich Hinweise darauf zeigen.
Details remain unconfirmed.