Wie kann die traditionelle Landwirtschaft mit modernen ökologischen Ansätzen kombiniert werden? In Auernheim, einer kleinen Gemeinde im südlichen Mittelfranken, setzen Christoph Matthias und Marlene Moersener auf die Arbeit mit Pferden, um ihre Felder nachhaltig zu bewirtschaften.
Christoph Matthias arbeitet seit zwei Jahren mit seinem Pferd Brego auf den schweren Böden rund um Wieshof. Gemeinsam ernten sie jährlich Tonnen von Gemüse, darunter Kohl, Zwiebeln, Karotten und Rüben. Das Paar kultiviert insgesamt 60 verschiedene Gemüsesorten und 300 verschiedene Pflanzen, einschließlich Blumen. Diese Vielfalt ist Teil ihres Ziels, ein Modell für Biodiversität zu schaffen.
Die Landwirtschaft, die sie betreiben, funktioniert als solidarische Landwirtschaft, bei der 60 Mitglieder regelmäßig helfen. Diese Gemeinschaftsstruktur ermöglicht es, die Ernte effizient zu bewirtschaften und gleichzeitig die Verbindung zur Natur zu stärken. „Das Gemüse schmeckt wie aus Omas Garten und hält ewig lang“, sagt eine Kundin begeistert.
Ein wichtiger Aspekt ihrer Anbaumethode ist die Verwendung von kompostiertem Pferdemist als Dünger. Christoph Matthias hebt hervor: „Bereits nach zwei Jahren sehen wir eine deutliche Verbesserung im Boden.“ Diese nachhaltige Praxis trägt zur Gesundheit des Bodens und zur Qualität der Ernte bei.
Die alte Scheune auf dem Hof dient als Lager für das Gemüse, das über den Winter frisch bleibt. „Das ist ein schönes Arbeiten, ohne Lärm und Dieselgeruch“, beschreibt Matthias die Vorteile der Pferdearbeit. Die Rückkehr zu traditionellen Methoden ermöglicht es ihnen, ihre Heutraktoren wieder nachzuziehen, was eine gewisse Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen bedeutet.
Das Paar plant, ihre Anbaufläche von derzeit drei Hektar im nächsten Jahr auf zwölf Hektar zu erweitern. Diese Expansion wird es ihnen ermöglichen, noch mehr Vielfalt zu schaffen und die Gemeinschaft weiter zu stärken. Die vorherigen Landwirte hatten das Land vor zehn Jahren aufgegeben, was den Weg für diese neuen, nachhaltigen Praktiken ebnete.
Die Arbeit auf dem Hof erfordert Einsatz, da Christoph und Marlene sieben Tage die Woche arbeiten. Ihre Leidenschaft für die Landwirtschaft und die Überzeugung, dass ein ökologischer Ansatz notwendig ist, treiben sie an. Die Zukunft der Landwirtschaft in Auernheim scheint vielversprechend, während sie weiterhin neue Wege erkunden, um die Verbindung zwischen Mensch, Tier und Natur zu stärken.